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Veröffentlicht am Android-Themen · Hardware · Features 9 Min. Lesezeit

Test: Kingzone N3 Plus – Der günstige fast-Alleskönner mit LTE

Nach seinem Kassenschlager K1 brachte Kingzone das N3 auf den Markt, das durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zu überzeugen versuchte, allerdings die eine oder andere Kinderkrankheit aufwies. Ob es dem hierzulande noch eher unbekannten Hersteller aus Shenzhen gelingt, diese beim N3 Plus wieder auszubügeln, zeigt der Test.

Design und Verarbeitung

Optisch unterscheidet sich das N3 Plus nicht von seinem Vorgänger. Der abnehmbare Akkudeckel besteht nach wie vor aus sehr biegsamem Polycarbonat und verfügt beim schwarzen Testmodell über eine samtartige Soft-Touch-Oberfläche. Festeren Druck quittiert das Cover mit leichtem Knarzen, das sich allerdings noch im tolerierbaren Bereich bewegt.

Auf der Rückseite sind Öffnungen für die silber umrahmte Lise der 13 Megapixel-Kamera, den LED-Blitz und den Fingerabdrucksensor eingelassen. Außerdem gibt ein silbernes Logo einen Vorgeschmack auf die 4G-, OTG-, WiFi- und GPS-Tauglichkeit des Gerätes. Links darunter befinden sich eine gitterförmige Öffnung über dem Medienlautsprecher, der einen mittelmäßig lauten Klang bietet, der allerdings recht ausgewogen ist. Richtig gut klingt Musik, dank Yamaha HIFI YDA165, wenn man ein Headset anschließt. Hierfür lässt sich in den Audioprofilen auch ein Klangverstärker aktivieren.

Die seitlichen Ränder sind stark abgerundet, so dass das Smartphone sehr angenehm in der Hand liegt. Auf der linken Seite kommt eine silberne Lautstärkewippe zum Einsatz, rechts findet der Nutzer die Ein-/Aus-/Sperrtaste – beide mit einem festen, angenehmen Druckpunkt. Die abgeflachte Oberkante des Handys beherbergt Anschlüsse für das Headset und das Micro-USB-Kabel. Zum Einsetzen der Micro- oder Standardsimkarten sowie der MicroSD-Speicherkarte muss die Rückseitenabdeckung entfernt werden. Der 2.800 mAh starke Akku des N3 Plus lässt sich eigenständig wechseln.

Eine Besonderheit in der Optik sind die Sensortasten unter dem 5 Zoll Screen auf der Front, dessen gepunktete Symbole während der Bedienung rot aufleuchten. Über dem Display sieht man die Linse der Frontkamera, Sensoren sowie einen silbernen 4G-Schriftzug. Erfreulich ist, dass auch das N3 Plus wieder über eine, wenn auch winzige, Notification-LED verfügt, welche verpasste Ereignisse durch Blinken anzeigt und sich in verschiedenen Farben einstellen lässt.

Mit schlanken 143.8 x 71.8 x 7.5 Millimetern und lediglich 139 Gramm inklusive Akku trägt das Smartphone auch in der Hemdentasche nicht auf. Die Verarbeitung ist ordentlich, Spaltmaße gering und lediglich der knarzende, aber ansonsten sehr sicher sitzende Akkudeckel erinnert daran, dass es sich hierbei um ein Gerät aus dem Niedrigpreis-Segment handeln könnte. Dass bei der Gestaltung des Covers kein Metall zum Einsatz kommt, mag manchen stören, allerdings dürfte dieses ganz klar zugunsten der Empfangsleistung gehen, und auch im Kunststoff-Design wirkt das N3 Plus ziemlich edel.

Zubehör

Die Verpackung des N3 Plus wies nach wie vor den Schriftzug „N3“ auf, was etwas irritierte. Lediglich ein großer Aufkleber mit Gerätespezifikationen auf der Rückseite verrät, dass es sich hierbei tatsächlich um das Plus-Modell mit 64-bit Prozessor handelt. Offensichtlich wurde an einer neuen Verpackung eingespart. Der Lieferumfang ist allerdings üppig bemessen. So packt Kingzone in diesem Fall den Akku, ein länderspezifisches Netzteil, ein USB-Datenkabel, ein In-Ear-Headset, einen OTG-Adapter, eine Silikon-Schutzhülle, eine zweite Displayschutzfolie (eine ist bei Auslieferung bereits auf dem Screen aufgebracht) sowie einen Quick Start Guide ins Zubehörpaket – nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse.

5 Zoll Display und 13 Megapixel-Kamera

Das 5 Zoll große LTPS Display des N3 Plus löst mit 1280 x 720 Pixeln auf und bietet eine astreine, sehr klare und brillante Darstellung auch bei der Draufsicht aus dem Seitenwinkel – hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Lediglich die maximale Helligkeit dürfte für die Nutzung bei Sonnenlicht etwas höher sein. Angenehm sensibel und punktgenau reagiert der Touchscreen auf die Fingereingabe.

Die Unkenrufe bezüglich der N3 Plus Kamera, die bereits das N3 betrafen (dort war dieselbe Kamera verbaut), waren zumindest beim Testmodell nur teilweise nachvollziehbar. Hier wurde höchstwahrscheinlich durch Software-Updates schon so weit nachgebessert (auch für das N3 wurde bereits eine Firmware-Version mit Kamera Fix zur Verfügung gestellt), dass sich die Knipse inzwischen in der Praxis als durchaus alltagstauglich erweist. Die Kamera ist mit einem Exmor RS CMOS Sensor sowie einer F/2.0 Blende ausgestattet und schießt Fotos in einer Auflösung von maximal 13 Megapixeln. Zur weiteren Ausstattung gehören unter anderem HDR, Bildstabilisierung, Gesichts- und Lächelerkennung, Gestenaufnahme, Serienaufnahmen, ISO-Einstellungen, ZSD und diverse Effekte und Modi.

Bei guten Lichtverhältnissen stellte sich der Fokus des Testgerätes in unter einer Sekunde auf das Objekt ein und ermöglichte besonders bei Nahaufnahmen scharfe und detailreiche Schnappschüsse. Auch die mehrfach in Userforen beim N3 kritisierten Artefakten bei Gegenlicht tauchten auf den Aufnahmen nur vereinzelt auf. Auf Landschaftsaufnahmen gibt es an den Rändern leichte Unschärfen. Bei Dämmerlicht hält sich das Bildrauschen in Grenzen. Der LED-Blitz leuchtet einen Umkreis von etwa drei Metern gut aus, allerdings produzierte er auf den Testaufnahmen stets einen leichten Gelbstich.

Videos nimmt die Hauptkamera in einer maximalen Auflösung von 1.920 x 1088 Pixel auf. Sowohl die Bild- als auch an der Audioqualität bieten kaum Anlass zur Kritik. Farben wirken naturgetreu, die Darstellung ist klar und detailreich. Nur bei schnellen Kameraschwenks ist ein leichtes Bildwabern wahrnehmbar. Die 8 Megapixel-Frontkamera macht bei guten Lichtverhältnissen ordentliche Selfies. Durch Antippen des Screens lassen sich bestimmte Bereiche im Bild fokussieren.

Softwareausstattung und Steuerung

Auf dem Testgerät lief Android in der Version 4.4.4 (Kitkat), das von Kingzone durch einen Launcher mit eigenen Icons modifiziert wurde. Dieser kommt mit einem mehrseitigen Startscreen, einem App-Drawer und einem eigenen Icon-Design daher. Das Einstellungsmenü präsentiert sich allerdings in gewohnter Android 4.4-Optik. Sehr positiv: Updates werden bei bestehender Internetverbindung automatisch via WLAN oder Datenverbindung OTA (over the air) auf das Handy gespielt – und derer gab es im Testzeitraum von 1,5 Wochen gleich zwei.

Außer den Google-typischen Apps ist lediglich eine vorinstallierte China-App mit einem Löwenkopf vorinstalliert, über die man, klickt man sich durch deren Menü, zu der iRoot-App kommt, die das N3 Plus allerdings offensichtlich nicht rooten kann. Der rückseitig verbaute Fingerscanner lässt sich dazu nutzen, mittels Wischen durch Seiten zu scrollen oder zu blättern, was beim Testgerät mit etwas Übung relativ gut funktionierte. Alternativ kann er zum Entsperren des Bildschirms genutzt werden – hierzu muss man einmalig seine Fingerabdrücke mittels zugehöriger Anwendung im Smartphone registrieren.

Die Screen-Gesture-Funktion ermöglicht das sofortige Öffnen bestimmter Anwendungen, wie beispielsweise der Kamera, indem man mit dem Finger einen entsprechenden Buchstaben (im Falle der Kamera das „C“) auf den ausgeschalteten Bildschirm malt. Diese Aufgabe meisterte das Testhandy wirklich gut.

Telefonieren und Connectivity

Dem Nutzer steht beim Kingzone N3 Plus die Nutzung von 2G-, 3G- und 4G Netzen zur Verfügung. Die Standard- und Micro-Simkarte arbeiten im Dual-Sim-Standby. Mangels LTE-Netzabdeckung konnte lediglich der Empfang in 2G- und 3G Netzen getestet werden; dieser war durchgehend gut bis sehr gut. Bei Telefonaten wurden bei Nutzung einer Klarmobil-Karte (microSim) im D1-Netz mehrfach von Gesprächspartnern ein deutlicher Hall und Störgeräusche sowohl im 2G- als auch im 3G-Netz bemängelt, die bei Nutzung derselben Karte in anderen Handys bislang nicht auftrat  (Erfahrungen zur Sprachqualität in verschiedenen Netzen bei diversen Anbietern können gerne in den Kommentaren gepostet werden!). Auf dem N3 Plus war der Gesprächspartner jedoch sehr klar und ohne Verzerrungen zu hören.

Im Gegensatz zum N3 verfügt das N3 Plus nicht über NFC. WiFi unterstützt es laut Herstellerangabe in den 802.11 a/b/g/n/ac Standards. Der MicroUSB-Anschluss ist OTG-fähig, so dass sich externe USB-Geräte wie beispielsweise ein Speicherstick über den mitgelieferten Adapter anschließen lassen, was beim Testgerät gut klappte.

Außer Bluetooth 4.0 hat das N3 Plus GPS mit A-GPS-Unterstützung und Glonass an Bord. Out of the box benötigte der GPS-Empfänger ohne zugeschaltetes WLAN oder Mobilfunk etwa vier Minuten für den ersten Sat-Fix unter freiem Himmel. Nachdem die gefundenen Satelliten einmal gespeichert waren, dauerte es beim Neustart durchgehend nur einige Sekunden bis zum Sat-Fix und die Standortermittlung klappte im Durchschnitt mit einer Genauigkeit von etwa drei Metern.

Prozessor, Speicher und Akku

Unter der Haube des Kingzone N3 Plus arbeiten eine 1,5 GHz MT6732 Quad-Core CPU mit 64-Bit-Unterstützung und 2 GB RAM. Diese Kombi bewältigte beim Testgerät alle Alltagsaufgaben einwandfrei und sorgte für eine ruckelfreie Navigation durch App-Menüs oder Galerien sowie das nahezu verzögerungsfreie Öffnen von Anwendungen. Auch grafikintensive Spiele laufen auf dem N3 Plus deutlich flüssiger als noch auf dem Vorgänger. Gegenüber dem N3, das noch mit einem 1 GB großen Arbeitsspeicher und einen MT6582+ Prozessor auskommen musste, wurde hier ganz deutlich aufgerüstet. Der 16 GB großen interne Speicher ist partitioniert, auch der Teil, der nicht mit System-Dateien belegt ist, steht dem Nutzer somit nicht komplett zur Installation von Apps zur Verfügung (siehe Screenshot). Mit microSD-Karten lässt sich der Speicher um bis zu 64 GB aufrüsten.

Bei aktiviertem 3G/4G, WLAN, GPS, Google-Sync, Gestensteuerung und Facebook-Sync wies die Ladestandsanzeige dem 2.800 mAh Akku nach 13 Stunden noch 18 Prozent seiner Ladung aus. In diesen 13 Stunden wurden etwa 2 Stunden Videos gestreamt, vier Stunden im Internet gesurft (Displayhelligkeit im Automodus), ein einstündiges Telefonat geführt und einige Fotos geknipst.

Schaltet man gerade nicht benötigte Netzverbindungen und GPS sowie die Syncfunktionen und Gestensteuerung aus und die Displayhelligkeit runter, kommt man mit einer Akkuladung bei gleicher Internet- und Medien-Nutzung etwa anderthalb Tage hin, was einen guten Wert darstellt.

Fazit

Auch wenn das Kingzone N3 Plus genauso aussieht wie sein Vorgänger, hat es sich in seinen inneren Werten um einiges verbessert. So läuft es dank eines stärkeren Prozessors und Arbeitsspeichers wesentlich flüssiger und (vermutlich dank Software-Updates) die 13 Megapixel-Kamera lässt sich nun für gute Aufnahmen nutzen.
Sehr positiv ist die offensichtlich gute Update-Politik, die zumindest bei diesem Kingzone-Modell zum Einsatz kommt – allein im Testzeitraum kamen zwei OTA-Updates herein, was bei Smartphones in dieser Preisklasse nicht unbedingt die Regel darstellt.
Bis auf einen knarzenden Akkudeckel ist auch die Verarbeitung sehr gut, und dank seines geringen Gewichtes und Formfaktors liegt das Device zudem sehr angenehm in der Hand.
Warum Kingzone beim N3 Plus das NFC eingespart hat, das beim N3 noch vorhanden war, ist fraglich. Sämtliche vorhandenen Verbindungen funktionierten im Test jedoch sehr gut, egal ob es sich um WLAN, GPS, Bluetooth oder die Netzverbindungen handelte. Kritikpunkt bei einer Klarmobil-MicroSim im D1-Netz war allerdings, dass die eigene Stimme beim Gesprächspartner verzerrt und unterbrochen ankam, was bei Einsatz derselben Karte in anderen Handys so nicht der Fall ist – Eigene Erfahrungen diesbezüglich können gerne in den Kommentaren gepostet werden.
Das Display präsentiert sich so brillant wie schon beim Vorgänger und auch die bei vielen Nutzern als Auswahlkriterium geltende Notification-LED ist bei diesem Smartphone vorhanden. Insgesamt hinterlässt das Kingzone N3 Plus einen durchaus positiven Eindruck.
Die genauen Spezifikationen des Kingzone N3 Plus LTE sind im offiziellen deutschsprachigen Kingzone-Shop zu finden, der auch das Testgerät zur Verfügung gestellt hat. Das N3 Plus ist dort für 195,30 Euro zu haben.

Pro

  • Schnelle Performance
  • LTE-Ausstattung
  • Starkes WLAN und guter GPS-Empfang
  • Gute Verarbeitung

Contra

  • Kein NFC (mehr) verbaut
  • Knarzender Akku-Deckel
  • Probleme im D1-Netz mit Klarmobil-MicroSim (beim Testmodell)