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Veröffentlicht am Android-Apps · Deutsche Apps · Features 3 Min. Lesezeit

Test: Der Postillon – Android-App und Satire? Das passt!

Bisschen Satire auf dem Smartphone gefällig? Violà: In seinem Web-Blog “Der Postillon” kommentiert Stefan Sichermann mit spitzer Zunge tagesaktuelle Geschehnisse und überhaupt so ziemlich alles, was Menschheit und Medien grad so beschäftigt oder auch nicht. Die zugehörige Android-App wurde getestet.

Funktionsumfang

Die Aufmachung der Android-App gleicht dem Zeitungsstil der “Der Postillon”-Website. Auf der Startseite wechseln sich Themen des Tages mit dem jeweiligen Newsticker ab. Vier virtuelle Buttons führen den Leser zu den Kategorien Home, Ressorts, mehr zum Postillon und Optionen. Die Ressorts gliedern sich wiederum in Newsticker, Politik, Wirtschaft, Sport, Leute, Medien, Wissenschaft, Panorama, Umfragen und Ratgeber.

An dieser Stelle geht das Festhalten am Zeitungs-Stil zu Ungunsten der Bedienbarkeit: Die Beschriftung der einzelnen Buttons wirkt regelrecht filigran und dürfte manch einem Menschen mit Sehschwäche Probleme bereiten. Es sei jedoch angemerkt, dass sich die Ansicht innerhalb der Seite durch Pinch-to-Zoom vergrößern lässt.

Mitgedacht wurde bei der Artikelgestaltung: Hier taucht gleich nach dem Laden des Berichtes oder einem Scrollvorgang für ein paar Sekunden ein Symbol zum Größer- oder Kleinerzoomen auf. Artikel lassen sich teilen, jedoch nicht, wie auf der Website, kommentieren.

Unter der Kategorie mehr zum Postillon findet man unter anderem “Postillon24”, das jeweils einige der Beiträge in satirischen Nachrichtensendungen aufarbeitet. Inhaltlich toll gemacht – allerdings sorgte das Abspielen der Videos auf einem Huawei Ascend P1 mit Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) mehrmals nach jeweils einigen Minuten für einen schwarzen Bildschirm. In diesem Fall lief der Ton weiter und ließ sich auch nach dem Verlassen der App nur durch einen Neustart des Handys oder Stoppen der Anwendung in den App-Einstellungen abstellen.

In mehr zum Postillon gibt es außerdem eine Sammlung der besten Artikel, die FAQs (unbedingt lesen!), 1845 – 2013 (satirische Selbstdarstellung der Postillon-Entstehungsgeschichte) und das Postillon-Archiv.

In den Einstellungsoptionen lassen sich Vorschaubilder und Swipe-Funktion deaktivieren, Kommentarfunktionen aktivieren und ein Nacht-Modus mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund einstellen. Was es mit dem ebenfalls einstellbaren Aktivieren der Abwehrkräfte auf sich hat, muss jeder für sich selbst rausfinden.

Bedienbarkeit

Bis auf die teilweise klein beschrifteten Bedienelemente ist die App sehr gut bedienbar und übersichtlich. Die ständig eingeblendeten vier Haupt-Buttons ermöglichen, jederzeit von einer Kategorie in die andere zu wechseln. Bilder und Artikel wurden auf dem Testgerät grundsätzlich recht zügig geladen. Bei sehr schnellem Wechsel zwischen Kategorien oder Rubriken hängte sich die Anwendung jedoch das eine oder andere Mal auf.

Fazit

Durch die Android-App dürfte sich Stefan Sichermanns ohnehin schon bemerkenswert große Fan-Gemeinde (laut eigenen Angaben rund 20.000 Besucher täglich) noch deutlich vergrößern. An dieser Stelle wird jedoch in erster Linie die Funktionalität der Android-App “Der Postillon” bewertet: Die Gestaltung der Anwendung wirkt ansprechend und übersichtlich, allerdings fällt die Beschriftung einiger Bedienelemente sehr klein aus. Seiten, Bilder und Artikel werden zügig geladen und Videos wurden im Test ruckelfrei abgespielt.

Leider führte die Videowiedergabe auf dem Testgerät mehrfach nach einigen Minuten zu einem schwarzen Bildschirm, der einen Neustart nötig machte. Aufhänger gab es auch bei zu schnellem Wechsel zwischen Kategorien und Rubriken. Wünschenswert wäre eine Push-Funktion, welche die jeweils neueste Meldung in die Benachrichtigungsleiste bringt oder ein entsprechendes Widget.

Inhaltlich würde die App die volle Punktzahl erhalten. Angesichts der kleinen Macken, die da noch auszubügeln wären, gibt es einen Abzug in der Bewertung.

Die kostenlose App-Version von “Der Postillon” ist werbefinanziert und bringt einen breiten Werbebanner am unteren Bildschirmrand mit sich. Für Satire-Fans lohnt sich die Investition in die werbefreie Version (1,99 Euro im Google Play Store) auf jeden Fall.

Der Postillon verlangt bei der Installation Zugriff auf:
Netzkommunikation:  Zugriff auf alle Netzwerke, Netzwerkverbindungen abrufen