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Veröffentlicht am Android-Themen · Hardware · Features 8 Min. Lesezeit

Test: Cubot X9 – Superschlanker 5 Zoller mit 2 GB RAM und Octa-Core CPU

Nicht nur Apple-Fans gefällt das Design des iPhone 6, auch manch einen, der lieber Android auf seinem Smartphone weiß, spricht die schlanke, abgerundete Optik des neuesten iOS-Sprösslings an. Cubot hat mit dem X9 eine interessante Android-Alternative auf den Markt gebracht, die optisch dem iPhone gleicht, allerdings ohne einen physischen Homebutton und mit einem größeren Screen daherkommt. Was unter der Haube des Cubot x9 steckt, verrät der Test.

Design und Verarbeitung

Cubot X9 (Bild: N-Droid.de)Das Cubot X9 gibt es in einer Variante mit goldfarbener Rückseite und weißer Front und außerdem in schlichtem Schwarz. Der Goldton des weiß-goldenen Modells fällt dezent und nicht so gelbstichig aus, wie man es ansonsten häufig bei China-Handys in dieser Farbversion findet. Sowohl die Rückseite des schwarzen als auch des goldenen Modells ist matt gehalten, ganz leicht angeraut und fühlt sich hochwertig an. Dass Kunststoff anstatt Aluminium zum Einsatz kommt, stört hier kaum und dürfte sich positiv auf die Empfangsleistung auswirken. Kameralinse und Blitz sind plan in das Gehäuse eingelassen. Schräg darunter sitzt eine Reset-Taste für den Fall, dass sich die Software einmal aufhängen sollte. Wie auch beim iPhone 6 sind die Kanten des Cubot X9 abgerundet, so dass es angenehm in der Hand liegt.

An der rechten Außenkante befinden sich eine Lautstärkewippe, die Ein-/Aus-/Sperrtaste sowie zwei Steckplätze, von denen einer eine MicroSim und der andere wahlweise eine NanoSimkarte- oder eine MicroSD-Speicherkarte aufnimmt. Die Einschübe lassen sich mit einer mitgelieferten Klammer öffnen. Die Unterkante beherbergt zwei Gitter, von denen eines das Mikrofon und das andere den Medienlautsprecher abdeckt. Außerdem gibt es die iPhone-typischen obligatorischen Schrauben, in deren Mitte in diesem Fall ein MicroUSB-Steckplatz liegt.

Der 3,5 mm Klinkenanschluss für das Headset befindet sich auf der Oberkante. Durch die fehlende physische Hometaste wirkt besonders das schwarze X9-Modell wie aus einem Guss. Unter dem Display gibt es drei gut reagierende Sensortasten, deren Symbole zwar nicht beleuchtet sind, jedoch silberfarben reflektieren, so dass man sie auch bei Dämmerlicht noch einigermaßen gut erkennt. Zwischen dem Menü- und dem Home-Screen-Symbol liegt eine im inaktiven Zustand unsichtbare Notification-LED, die in drei frei wählbaren Farben über verpasste Anrufe, Nachrichten oder sonstige Ereignisse informiert.

Cubot X9 Seite (Bild: N-Droid.de)Cubot X9 Gold und Schwarz (Bild: N-Droid.de)

Über dem Display sieht man Sensoren, die Höreröffnung sowie die Linse der 8 Megapixel-Frontkamera. Der 2.200 mAh Akku ist beim Cubot X9 fest verbaut und lässt sich nicht eigenständig wechseln. Dafür ist das Device allerdings auch nur 6,9 Millimeter dünn und dank eines inneren Rahmens aus einer Titanlegierung lediglich 124 Gramm leicht, so dass subjektiv nicht das Gefühl entsteht, einen Fünfzoller in der Hand zu halten. Verarbeitung und Spaltmaße sind bei diesem Smartphone wirklich erstaunlich gut und auch bei festerem Drücken lässt sich dem Korpus kein Knarzen entlocken. Einzig die Lautstärke- und Ein-Aus-Taste haben trotz eines guten Druckpunktes ein wenig zu viel seitliches Spiel in ihren Gehäuseaussparungen.

Cubot X9 Sim, MicroSD (Bild: N-Droid.de)

Zubehör

Im edel-mattschwarzen Zubehörkarton befinden sich außer dem Cubot X9 ein Hardcase, eine zweite Displayschutzfolie (eine klebt bereits bei Auslieferung auf dem Screen), ein USB-Datenkabel, ein länderspezifisches Netzteil, die Klammer zum Öffnen der Sim- und MicroSD-Steckplätze sowie ein Quick Start Guide und die üblichen Serviceheftchen.

Cubot X9 Back, Front (Bild: N-Droid.de)

Display und Kamera

Beim Cubot x9 schaut man auf ein 5 Zoll großes IPS/LTPS-Display mit 1.280 x 720 Pixel Auflösung, das eine sehr gute Ausleuchtung und satte Farben präsentiert. Pixel sind selbst bei genauem Hinsehen nicht erkennbar. Auch bei der Betrachtung aus einem engen Seitenwinkel wirkt die Darstellung wie aufgebügelt. Darüber, ob das Displayglas des X9 über eine zusätzliche Härtung zum Schutz vor Kratzern verfügt, macht Cubot keine Angaben, allerdings gibt es bei Druck nicht nach, wie ansonsten häufig bei Low-Budget-Smartphones anzutreffen. Bei Auslieferung ist auf dem Display bereits eine Schutzfolie aufgebracht.

Cubot x9 Display (Bild: N-Droid.de)

Etwas merkwürdig verhielt sich zunächst der Touchscreen sowohl des weißen als auch des schwarzen X9 Modells. Dieser verfügt über einen hinzuschaltbaren Modus, der die Bedienung mit Handschuhen erlaubt. War dieser ausgeschaltet, reagierte das Display beim Antippen mit “nackten” Fingern teilweise etwas träge, besonders bei der Texteingabe. Beim Scrollen reagierte der Screen so träge und langsam, dass teilweise versehentlich Bilder beim Wischen darüber geöffnet wurden. Der Handschuhmodus erhöhte die Empfindlichkeit wiederum so sehr, dass das Touchmodul Eingaben gleich doppelt oder dreifach registrierte. Bei den vorliegenden Modellen schaffte allerdings das Update auf die Firmware-Version v16 Abhilfe (beide Male wegen eines zuvor bestehenden Roots nicht via OTA-Update, sondern über Needrom heruntergeladen und komplett neu geflasht) – der Screen reagiert seitdem bei beiden Handys sehr präzise und genau so, wie er soll.

13 Megapixel Kamera mit Sony-CMOS-Sensor

Auf der Rückseite des Cubot X9 ist eine 13 Megapixel-Kamera mit 5P Linse und 1,8/f Blende verbaut. Zur Ausstattung der Knipse zählen außerdem ein LED-Blitz, ein Infrarot-Filter und zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten wie HDR, ZSD, Sprachaufzeichnung, Gesichts- und Lächelerkennung, Selbstauslöser, ISO, Serienbilder, Szenen oder Effekte. Details werden bei höchster Auflösung auch in der Vergrößerung sehr gut wiedergegeben. Besonders bei heller Sonneneinstrahlung neigt die Kamera im Automatikmodus jedoch leicht zum Überblenden, so dass hier bisweilen Hand bei der Belichtung und ISO-Einstellung angelegt werden muss. Ihren Trumpf spielt die Kamera allerdings bei Dämmerlichtaufnahmen aus, denn hier liefert sie auch ohne hinzugeschalteten Blitz relativ rauschfreie Bilder. Der LED-Blitz leuchtet einen kleinen Raum gut aus.

Cubot X9 Kamera BlitzCubot X9 Kamera LandschaftCubot X9 Kamera Nahaufnahme

Mit der 8 Megapixel-Frontkamera lassen sich dank 1,8f/Blende, Fokus und Beauty-Mode hochaufgelöste und farbgetreue Selfies aufnehmen. Alltagstauglich präsentierte sich im Test auch die Videofunktion beider Kameras, sowohl die Bild- als auch die Tonqualität betreffend.

Software und Menüführung

Auf dem Cubot X9 läuft ein erfrischend unverbautes Android 4.4.4 (KitKat), das durch ein Wetter-Widget, einen eigenen Lockscreen von Cubot modifiziert wurde. Das Einstellungsmenü präsentiert sich mit hellem Hintergrund. Automatische Updates gibt es OTA (over the air). Alternativ lassen sich diese über ein Flashtool auf das X9 spielen.

Cubot X9 (Screenshot: N-Droid.de)Cubot X9 (Screenshot: N-Droid.de)Cubot X9 (Screenshot: N-Droid.de)

Einige Spielereien wie Gesture Control, den Gloves Touch (Handschuhmodus) oder Audioprofile, in denen sich nicht nur die gewöhnlichen Modi für verschiedene Umgebungen, sondern auch Klangverstärker für die Kopfhörer oder eine Lautstärkeanhebung für den Lautsprecher einstellen lassen, bringen dem Nutzer einen gewissen Mehrwert. Mit lästigen China-Apps hat sich Cubot erfreulicherweise komplett zurück gehalten. Außer den üblichen Google-Apps und dem Play Store befindet sich lediglich eine Anwendung für die HotKnot-Funktion des X9 im App-Menü.

Telefonieren und Connectivity

Cubot X9 (Screenshot: N-Droid.de)Mit dem Cubot X9 kann man im 2G- und 3G-Netz telefonieren oder surfen. Verzichtet man auf die MicroSD-Karte und legt stattdessen eine NanoSim ein, funken beide Simkarten im Dual-Standby. Eine LTE-Unterstützung bietet das X9 seinem Nutzer nicht. Der Netzempfang des Testgerätes war je nach Netzausbau sehr gut, bei Telefonaten kam es zu keinerlei Gesprächsabbrüchen. Auch an der Klangqualität des Mikrofons und des Hörers gab es im Test nichts zu meckern – auf beiden Seiten wurden die Stimmen authentisch und ausreichend laut wiedergegeben, um das Handy auch in lauterer Umgebung nutzen zu können.

NFC hat das x9 nicht an Bord, dafür aber HotKnot, mit dem sich Daten, Videos oder Fotos drahtlos von einem MediaTek-Handy auf das andere übertragen lassen. Der MicroUSB-Anschluss des Handys ist nicht OTG-fähig. Das Smartphone unterstützt WiFi b/g/n, Bluetooth 4.0 und GPS/AGPS. Unter freiem Himmel fand der GPS-Empfängern des Cubot X9 auch ohne zugeschaltetes WLAN und Mobilfunknetz innerhalb weniger Sekunden ausreichend viele Satelliten zum Aufbau eines Sat-Fix. Insgesamt scheinen sämtliche Funkmodule des X9 von guter Qualität zu sein, denn auch das WLAN- sowie das Bluetooth-Modul zeigten eine gute Leistung (WLAN-Empfang über ca. 40 Meter mit einer Außenwand dazwischen).

Prozessor, Speicher und Akku

Im Cubot X9 taktet ein 1,4 GHz Achtkern MT6592 Prozessor. Dieser wird unterstützt von 2 GB RAM und einem 16 GB großen internen Speicher, der sich mittels MicroSD-Karte um bis zu 64 GB erweitern lässt. Insgesamt liefert das Device eine flüssige Performance, besonders die Navigation durch Startseiten und Menüs sowie das Öffnen von Anwendungen betreffend. Beim Scrollen durch ladeintensive Apps mit vielen Fotos, wie beispielsweise Facebook, zeigen sich mitunter Mikroruckler, deren Intensität aber noch zu verschmerzen ist.

Cubot X9 (Screenshot: N-Droid.de)Cubot X9 (Screenshot: N-Droid.de)Cubot X9 (Screenshot: N-Droid.de)

Wie lange der fest verbaute 2.200 mAh Akku durchhält, hängt vom Nutzungsverhalten ab. Insgesamt kommt auch ein Vielsurfer mit einer Akkuladung gut durch den Tag, ohne ein Netzteil mitschleppen zu müssen, vorausgesetzt, er schaltet gerade nicht genutzte Dienste oder Funkverbindungen aus. Sehr stark lässt sich die Laufzeit dadurch verlängern, dass man die Displayhelligkeit so weit wie möglich herunter regelt und die Gestensteuerung deaktiviert. Nicht so sehr wie bei manch anderem Smartphone fällt beim X9 die Aktivierung oder Deaktivierung von WLAN-, GPS oder 3G in puncto Stromverbrauch ins Gewicht. Im reinen Standby, bei aktiviertem WLAN (aktiv, wenn angeschlossen) und 3G, aber ohne aktive Nutzung stromfressender Apps, mussten die Testgeräte erst nach zwei Tagen wieder an die Steckdose.

Fazit

Insgesamt hinterlässt das Cubot X9 einen hochwertigen und guten Eindruck. Besonders positiv fielen Verarbeitung, Formfaktor, geringes Gewicht, das knackig scharfe Display sowie beide Kameras auf. Positiv hervorzuheben sind auch die gute Sprachqualität und die Empfangsleistung der WLAN-, GPS- und Bluetoothmodule. Dass eine Notification-LED verbaut wurde, rundet das positive Gesamtbild ab.

Wer allerdings Wert auf LTE oder NFC legt oder via OTG externe USB-Geräte anschließen möchte, sollte sich nach einem anderen Smartphone umsehen. HotKnot hat das X9 immerhin zu bieten. Das Cubot X9 gibt es bei einigen Ebay-Händlern mit Versand aus Deutschland um die 156 Euro, teilweise aber auch schon ab 129 Euro.

Hier geht es zur Produktseite.

Cubot X9 Kamera (Bild: N-Droid.de)Pro

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Schlank und leicht
  • Starke Empfangsleistung 2G, 3G, WLAN, GPS
  • Kameraqualität
  • OTA Updates
  • Scharfes Display

Contra

  • Fest verbauter Akku
  • Kein LTE / NFC
  • Wer Dual-Sim nutzen will, muss auf MicroSD verzichten