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Veröffentlicht am Android-Themen · Features · Gadgets 6 Min. Lesezeit

Test: Creative Sound BlasterAXX AXX 200 – Spaciger NFC-Lautsprecher

Lautsprecher oder Mini-Boxen, die sich via Bluetooth oder NFC mit dem Handy koppeln lassen, sind inzwischen kein Novum mehr. Der Sound BlasterAXX AXX 200 besitzt allerdings nicht nur Stereo-Lautsprecher, sondern gleich einen eigenen Sound- und Sprachprozessor sowie viele Anschlussmöglichkeiten.

Design und Verarbeitung

Optisch kommt der Sound BlasterAXX AXX 200 irgendwo zwischen Beam me up Scotty und überdimensionalem Kaffeebecher rüber. Die spacige Optik rührt von den beleuchteten Sensortasten auf der schwarz gehaltenen, sechseckigen Oberseite und den seitlich angebrachten LEDs. Der Eindruck, es mit einem Kaffee-Pott zu tun zu haben, entsteht besonders dann, wenn der AXX200 als Mikrofon oder Megafon vor den Mund gehalten wird. An drei Seiten ist der Speaker mit einem weißen Metallgitter über den Stereo-Lautsprechern versehen. Die übrigen Seiten beherbergen das Modul zum Koppeln eines NFC-Gerätes, einen silberfarbenen Soundblaster-Aufdruck sowie physische Tasten zur Bedienung des MP3-Players und Megafons sowie den Einschub für die MicroSD-Karte, den USB-Steckplatz zum Laden des Smartphones und Slots für ein Headset, externes Mikrofon und MicroUSB-Kabel.

Alles wirkt so tadellos verarbeitet, wie man es zu einem Preis von 149,99 Euro erwarten darf. Die gummierte Unterseite gibt dem AXX200 einen festen Halt und bietet zudem eine Anschluss-Öffnung für eine Lade-Dockingstation (nicht mitgeliefert – Kostenpunkt weitere 59,99 Euro). Im Standard-Lieferumfang befinden sich neben dem AXX200 eine dünne, weiße Stofftasche, ein MicroUSB-Kabel sowie ein passendes Netzteil mit länderspezifischen Steck-Adaptern. Eine Bedienungsanleitung ist nicht mit dabei, kann aber aus dem Netz heruntergeladen werden, was aufgrund der Funktionsvielfalt des Gadgets auch durchaus sinnvoll ist.

Was kann der Sound BlasterAXX AXX 200?

Steuerung über die Sound Blaster Central App

Apps wie Sound Blaster Central oder Sound Blaster Remote ermöglichen die Steuerung des AXX 200 vom Smartphone aus. Sie bieten außerdem eine Erweiterung der Einstellungen, die direkt am Tower vorgenommen werden können. Die Steuerung hiermit lief im Test fehlerfrei. Man muss gegebenenfalls also nicht extra vom Sofa aufstehen, um die Lautstärke hoch- oder runter zu regeln oder den Klang einzustellen. Es empfiehlt sich, die App auf das Smartphone zu laden und anzuschauen!

Abspielen von Musik und Aufladen des Handy-Akkus

Zunächst einmal lässt sich der AXX 200 natürlich zum Abspielen von Musik nutzen. Diese kann beispielsweise vom Smartphone kommen, das mittels NFC mit dem AXX 200 gekoppelt wird, indem man das Handy mit aktiviertem NFC an das entsprechende Modul an der Seite des Towers hält. Danach wird die Musik via Bluetooth auf den AXX 200 gestreamt. Auch die Kopplung mit einem Bluetooth-fähigen Gerät ohne NFC ist möglich. Bis zu zwei Geräte lassen sich gleichzeitig mit dem Tower verbinden. Ohne störende Hindernisse (beispielsweise Mauern) dazwischen, wurde Musik im Testdurchlauf vom Smartphone aus einer Entfernung von bis zu etwa 10 Metern auf den AXX200 übertragen, ohne dass es zu Aussetzern kam.

Musik kann auch von einer bis zu 32 Gigabyte großen MicroSD-Karte abgespielt werden, die sich direkt in den Tower stecken lässt und diesen in einen MP3-Player verwandelt, der sich über die physischen Tasten auf der Rückseite bedienen lässt. Auch das funktionierte bei dem Testgerät problemlos.

Nutzung des AXX 200 als Mikrofon, Megafon oder Sirene

Mit den vier im AXX 200 integrierten Mikrofonen lassen sich Sprachdateien oder Gesang aufnehmen. In diesem Fall sollte darauf geachtet werden, direkt von vorne in die Mikrofone zu sprechen, da der AXX 200 ansonsten leicht zur Rückkopplung neigt – keine wirkliche Freude fürs Trommelfell. Die Sprachaufnahmen speichert der Blaster auf der eingesteckten MicroSD-Karte.

Wer vor versammelter Mannschaft sprechen muss und nicht die lauteste Stimme hat, kann diese über den AXX 200 verstärken lassen. Dieses funktioniert entweder über eine natürliche Stimmwiedergabe, mit Hall oder einem von 8 VoiceFX-Presets. Diese lassen die eigene Stimme beispielsweise sehr viel tiefer, wie Mikey Mouse oder wie ein Roboter klingen. Ein sehr witziges Feature, wenn man erst einmal weiß, wie es geht, denn die Bedienung mittels physischer Tasten und Sensorfeldern ist in diesem Fall etwas tricky.

Zum Leute-Erschrecken oder zum Warn-Einsatz lässt sich das AXsX 200 außerdem als Sirene verwenden. Achtung, laut!

Karaoke on-the-go, What U Hear und Desktop-Lautsprecher

Karaoke-Freunde können den AXX200 nutzen, um gleichzeitig Musik vom Smartphone via NFC / Bluetooth oder von der MicroSD-Karte auf den Tower zu streamen und über dessen Mikrofone, beziehungsweise Lautsprecher, mitzusingen. Auch hier wieder aufpassen: Direkt in die Mikros trällern, sonst beginnt das große Piepen! Eine gleichzeitige Aufnahme während des Abspielens von Musik über den AXX200 ist nicht möglich.

Ist der AXX200 über MicroUSB an einen Windows PC oder Mac angeschlossen, funktioniert er wie eine Sound Blaster Sound Karte. Auf diese Weise lässt sich der Computer beispielsweise in eine Karaoke-Station verwandeln, indem man die Musik vom PC mit der eigenen Stimme mischt. Mittels Creative Treiber (nur für Windows) lassen sich auch Messenger-Gespräche mitschneiden, die beispielsweise über Skype oder Google Talk geführt werden. Wie die Einrichtung funktioniert, steht in der Online-Bedienungsanleitung.

Mit der Software Sound BlasterAxx Control Panel kann man den AXX 200 als Desktop-Lautsprecher auf dem Windows PC oder Mac nutzen.

Freisprecher für Telefonate und sprachgesteuerte Anwendungen

Bei Kopplung mit dem Android-Smartphone lässt sich der AXX 200 ganz einfach als Freisprecheinrichtung für Telefonate nutzen. Auch kann man in diesem Fall sprachgesteuerte Anwendungen auf dem Handy über die Mikrofone des Towers bedienen. Beides funktionierte im Zusammenspiel mit einem Samsung Galaxy S3 super.

Akku und Klang

Geladen wird der Akku des AXX 200 entweder mittels MicroUSB-Anschluss und Netzteil oder über die separat erhältliche Dockingstation. Im aktiven Zustand soll der Akku 15 Stunden durchhalten, wenn sich der Tower nicht am Stromnetz befindet. Lädt man sein Handy über den USB-Anschluss daran auf, verkürzt sich diese Zeit naturgemäß. Zwar wurde die genaue Standbyzeit nicht mit einer Stoppuhr gemessen, doch zeigte die Akkuanzeige nach mehr als fünf Stunden Ausprobieren noch zwei von drei Punkten an. Hier liegt allerdings auch einer der sehr wenigen Kritikpunkte an dem Tower: Die Akkuladestandsanzeige dürfte gerne etwas präziser sein, denn zwei von drei Punkten sagen beispielsweise wenig darüber aus, ob die Kraftzelle noch genug Ladung für sechs oder gar noch zehn Stunden Musik unter derzeitiger Auslastung bietet. Sehr praktisch zum Akkusparen: Wird der AXX 200 nicht genutzt, schaltet er sich nach 10 Minuten eigenständig in den Standbybetrieb und nach einer Stunde ganz aus.

Von gelegentlicher Rückkopplung beim Sprechen ins Mikrofon mal abgesehen, bietet der AXX 200 einen vollen und ausreichend lauten Klang, um ein mäßig lautes Gespräch in kleiner Runde zu übertönen. Bässe klingen satt und trocken und Höhen werden brillant und ohne Schnarren wiedergegeben. Die Option, über Remote-Apps auf dem Smartphone weitere Einstellungen vornehmen zu können, bietet die Möglichkeit, den Klang ganz dem persönlichen Geschmack anzupassen. Hier hat Creative wirklich gute Qualität auf kleinstem Raum verbaut.

Fazit

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von fast 150 Euro ist der Creative Sound BlasterAXX AXX200 zwar alles andere als günstig, liefert dafür jedoch auch einen überdurchschnittlich guten Klang, eine lange Akkulaufzeit und viele Kopplungs- und Anschlussmöglichkeiten. Die passenden Remote-Apps fürs Smartphone, eine gute Verarbeitung und spacige Optik runden das insgesamt sehr positive Bild ab. Praktisch ist auch die Option, das Smartphone am leistungsfähigen Akku des AXX 200 aufladen zu können.

Als einzige Kritikpunkte zeigen sich die nicht sehr differenzierte Akkuladestandsanzeige und eine Neigung zur Rückkopplung, wenn bei Aufnahmen oder im Megafon-Modus nicht ganz zielgerichtet in die vier Mikrofone gesprochen wird. Auf den Geschmack gekommen, wird sich in der nächsten Zeit nach etwas günstigeren Alternativen zum AXX 200 umgesehen.

Kennt Ihr vergleichbare Lautsprecher? Wenn ja, dann welche?