Die Google Maps-Funktion Street View dürfte den meisten vom PC her bereits bekannt sein. Schließlich führte die Einführung des Dienstes in Deutschland zu einer langen Debatte in den Medien, da viele um ihre Privatsphäre fürchteten. Street View gibt es auch als App. Die Anwendung wurde begutachtet.
Installation
Street View verlangt bei der Installation Zugriff auf:
- · Ihren Standort: Ungefährer (netzwerkbasierter) Standort
- · Netzwerkkommunikation: Uneingeschränkter Internetzugriff
Funktionsumfang
Mit Googles Street View kann die Welt aus der Straßenperspektive entdeckt werden. Um diesen Service anbieten zu können, hat Google über Jahre Daten mittels einer 360-Grad-Kamera gesammelt und diese für die Darstellung aufbereitet. Um den Service aber sinnvoll auf dem Smartphone nutzen zu können, waren für die App ein paar kleine Anpassungen nötig.
Zunächst einmal ist wichtig, dass Street View für Android einzeln als App runtergeladen werden muss, dann aber nur über Google Maps genutzt werden kann. Es wird also beides benötigt. Nach der Installation wählt der Nutzer dann einfach eine gewünschte Adresse in Maps aus und lässt sich diese anzeigen. Der Ort wird nun mittels Stecknadel und einem kleinen Textfeld angezeigt.
Mit einem Tap auf das Textfeld wird das Menü für „Weitere Aktionen“ geöffnet und dort kann in die Street View-Ansicht gewechselt werden. Wer einfach so über die Karte streift und keine genaue Adresse im Sinn hat, öffnet das Menü, indem er den Finger ein paar Sekunden auf dem Ort ruhen lässt.
In der Street View-Ansicht kann die Blickrichtung mit dem Finger beliebig geändert werden. Bei Telefonen mit Lagesensoren ist es außerdem möglich, im Menü den Kompassmodus zu aktivieren. Auf diese Weise kann man sich auf der Straße so umsehen, als stünde man tatsächlich darauf. Eine andere Option ist die Pegman-Steuerung. Der Pegman ist das kleine orange-farbene Kerlchen, das unten im linken Bildrand zu finden ist. Es ersetzt die fehlende Maus, mit der man sich auf dem PC fortbewegt. Zieht man das Männchen einfach dahin, wo man steht, ist man schon da.
Bedienbarkeit
Keine Frage, Street View selber wurde sehr gut an die Bedingungen eines Smartphones angepasst. Sowohl umschauen als auch Fortbewegen funktioniert bestens, und mit dem Kompassmodus gibt es sogar eine Funktion mehr als am PC. Etwas unglücklich ist, dass Street View erst über ein Bildschirm-Menü gestartet werden muss und nicht etwa direkt im Google Maps-Menü zu finden ist.
So gibt es in Maps nun ein Menü über die Menütaste, eins für andere Map-Dienste wie Navigation oder Places, eins zum Auswählen der Ebenen und eben noch eines in der Karte, über das Street View erreicht wird. Viele Funktionen sind ja was schönes, aber das wirkt für Unerfahrene doch etwas unübersichtlich.
Fazit
Trotz der Schwächen in der Menüführung gehört Street View eigentlich auf jedes Android-Smartphone. Schließlich kann man mithilfe der Anwendung einen Ort kennenlernen, bevor man dort gewesen ist. Schade nur, dass die Diskussion in Deutschland dazu geführt hat, dass dieser Dienst bislang nur in den zwanzig größten deutschen Städten an den Start gegangen ist. Das soll offenbar wohl auch erstmal so bleiben.
Aber auch die Zukunft hält noch einiges bereit. Google Maps hat bereits damit begonnen, das Angebot auch auf Innenräume zu erweitern. So sollen zukünftig beispielsweise auch Flughäfen, Museen, Einkaufszentren oder Krankenhäuser Teil von Google Maps werden. Eine Verbindung der Außen-Street View-Version mit der Variante für Innen wäre dann natürlich ein Traum.
Darauf muss in Deutschland aber noch eine Weile gewartet werden. Street View in Google Maps kann kostenlos im Android Market heruntergeladen werden.