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n-droid.de
Veröffentlicht am Allgemein · Android-Apps · Spiele 3 Min. Lesezeit

Spiele-Review: Star Wars: Der Widerstand

Wer kennt es nicht, das Problem großer Lizenzen: eigentlich gute Spiele versickern viel zu schnell in der Vergessenheit, nur weil sie der gigantischen Vorlage nicht das Wasser reichen können. Mit Star Wars: Der Widerstand kommt mal wieder ein offizielles und kostenloses Lizenzspiel auf Android-Smartphones – hinter einem Haufen von Problemen versteckt sich ein nettes Spiel für zwischendurch, trotz In-App-Käufen.

Es war einmal vor langer Zeit…

…in einer weit, weit entfernten Galaxis, genauer gesagt im Anoat-Sektor, versucht der imperiale Gouverneur Adelhard mit eine Blockade des Sternensystems, den Tod von Imperator Sheev Palpatine geheim zu halten. Das Ableben des intergalaktischen Herrschers soll der immer weiter erstarkenden Rebellenallianz nicht auch noch im Anoat-Sektor als Nährboden dienen. Als freiberuflicher Schmuggler und immer auf der Suche nach leicht verdienten Credits, findet ihr euch inmitten dieses Chaos wieder – ein verpatzter Job und ein toter Leibwächter zwingen euch allerdings dazu, eure Schuld beim üblen Happy Dapp abzuarbeiten. Ihr ahnt noch nicht, welche Rolle ihr in dem ewig währenden Konflikt tragen werdet…

Bevor ihr allerdings in das Spiel eintauchen dürft, gilt es den persönlichen Helden zu erstellen. Vier verschiedene Rassen und nicht mehr als eine Handvoll verschiedener Gesichter, Kopfbedeckungen, Hautfarben und Kostüme stehen zur Individualisierung eures Charakters bereit. Natürlich darf auch frei über Geschlecht und Name bestimmt werden.

Gähnende Leere

Das Spiel selbst entpuppt sich als eine angenehme Mischung aus Action-Sequenzen und Rollenspielelementen. In der weitestgehend frei begehbaren Spielwelt finden sich einige wenige NPC-Auftraggeber, die euch wiederum in diverse Sektoren entsenden, um dort im Zweifelsfall ein paar üble Typen abzuknallen. Die Spielabschnitte sind vollgepackt mit Feinden und Sammel-Zeug. Das Gegner-Lineup ist allerdings bestenfalls mittelmäßig – krasse Gegenspieler oder angsteinflößend Schwere Endbosse sucht man vergeblich.

Die leichten Missionen bescheren euch recht schnellen Stufenfortschritt und spülen Geld in die leere Kasse. Im Austausch gegen Credits kann euer Held mit besseren Waffen und neuen Klamotten ausgestattet werden. Trotz der großen Anzahl sammelbarer Gegenstände wird das Vorantreiben der eher eintönigen Geschichte schnell langweilig: unabhängig von Auftrag und Auftraggeber arbeitet man jedes Level auf die gleiche Art und Weise ab – laufen, ballern, sammeln.

Die verschiedenen Mehrspieler-Features waren da schon wesentlich überzeugender. In den großen Sektorschlachten gilt es ganze Planeten von imperialen Blockaden zu befreien und den Vormarsch der Rebellenallianz zu gewährleisten. Durch das erfüllen täglicher Angriffsmissionen wird die Kampfbereitschaft des Widerstandes erhöht und die spielübergreifenden Events ausgelöst. Im Koop-Mehrspieler müssen diverse, teils wirklich anspruchsvolle, Missionen gemeinsam mit anderen Spielern durchlaufen werden. Darüber hinaus können sich bis zu 40 Helden in einem Kartell vereinigen – in Kartell-Kriegen dürfen Mitglieder dieser Gruppierungen ihre Kräfte im PvP (Player vs. Player) messen.

Klein, aber oho

Optisch mach Star Wars: Der Widerstand einiges her. Für einen Mobil-Titel überzeugt das Spiel mit ansehnlicher Grafik und hübschen Effekten. Hinzu kommt der wirklich gute Soundtrack. Nicht nur die schönen Melodien, sondern auch Blaster-Geräusche und Funksprüche wurden aus dem offiziellen Star Wars Sound-Portfolio entnommen. Lediglich die Sprachausgabe ist seltsam: die Dialoge wurden zwar nicht vertont, allerdings gibt jeder NPC pro Gespräch einen einzelnen, wirren Satz von sich. Die Steuerung ist eingängig und Touchscreen-tauglich, besteht lediglich aus einfachen Wisch- und Berührungsgesten.

Eines muss dem Spiel noch positiv angerechnet werden: Trotz der Tatsache, dass In-App-Käufe verfügbar sind, wird man nicht aller 30 Sekunden darauf aufmerksam gemacht. Gegen einen Obolus von bis zu 30 Euro kann das Luxus-Metall Chromium erstanden werden, das entweder in einer Art Lotterie eingesetzt, gegen bessere Ausrüstung getauscht oder zum Freischalten weiterer Inventar-Slots verwendet wird.

Nicht perfekt, aber trotzdem gut

Als Star Wars Fan kann man durchaus die ein oder andere unterhaltsame Stunde mit Star Wars: Der Widerstand zubringen. Dennoch kommt man nicht umher, die Story schlichtweg als eintönig und langweilig zu betiteln. Gibt man dem Spiel trotzdem eine Chance, bekommt man dafür ein ansehnliches Lizenzspiel, mit überaus motivierenden Mehrspieler-Features und einer eingängigen Steuerung. Die Zeit bis zum neuen Star Wars Film sollte man mit dem Titel gut und gerne überbrücken können.

Star Wars: Der Widerstand kann ab Android 4.0 kostenlos im Google Play Store heruntergeladen werden.