Ob AIVC (Alice) für Android oder Siri für iOS, irgendwie drängt sich immer mal wieder die Frage auf, ob so ein Sprachassistent eine wirkliche Hilfe oder eher eine nebenbei noch nützliche Spielerei darstellt. Auch Speaktoit bietet einen sprachgesteuerten Assistenten an, der im Test untersucht wurde.
Funktionsumfang
Vor Nutzung der App kann man sich mit einem Nutzernamen und Passwort registrieren – muss man aber nicht, um die kostenlosen App-Funktionen zu nutzen. Für ein kostenpflichtiges Abo oder das Upgrade auf zusätzliche Assistenten-Stimmen, ist eine Registrierung jedoch erforderlich. Das Abo kostet 3 $ (umgerechnet ca. 2,21 €) monatlich, beziehungsweise 30 $ (umgerechnet 22,14 €) jährlich.
Mit der kostenlosen App kann man entweder einen voreingestellten männlichen oder weiblichen Avatar nutzen oder seiner Kreativität beim Erstellen eines neuen Avatars mit diversen Frisuren, Nasen, Mündern, Bärten, Klamotten etc. freien Lauf lassen. Aktiviert wird der Assistent wahlweise über das Schütteln des Handys, ein Bluetooth-Headset oder automatisch beim Start des Telefons.
Wie mit einem Freund plaudern
Auch in der kostenlosen Version ist ein freies Gespräch mit dem Assistenten möglich. Das könnte beispielsweise so lauten:
User: “Wer bist Du?” Assistent: “Ich bin der Speaktoit Assistent. Was kann ich für Dich tun?”
User: “Mir geht es nicht gut!” Assistent: “Oje, bist Du krank? Brauchst Du eine Ärzteliste?”
Wissensfragen, Rechnen und Öffnen von Anwendungen
Aber auch über das Wetter oder bekannte Persönlichkeiten lässt sich das Helferlein ausquetschen. Die Lösung einfacher Rechenaufgaben hat der Avatar ebenso auf dem Kasten wie das automatische Vorlesen von SMS, das Anrufen von Kontakten, Statusaktualisierungen auf Facebook, Senden von Nachrichten, Einstellen des Weckers, Abspielen von Musik und Videos sowie das Öffnen von Webseiten und die Suche nach Bildern im Internet. Ebenso lassen sich einfache Sätze vom Deutschen in diverse Sprachen übersetzen oder Navigationsdienste starten.
Manchmal ist auch ein Assistent ratlos
Nicht auf alle Fragen wusste der Assistent im Testdurchlauf eine Antwort. In diesem Fall gab es eine höfliche Ausrede, wie beispielsweise “davon habe ich nicht nichts gehört” oder “das habe ich noch nicht gelernt”. Super klappten sowohl die Übersetzungen in fremde Sprachen als auch die Wetterauskünfte für diverse Städte.
Beim Versenden von Nachrichten kam es allerdings häufiger zu Fehlern bei der Spracheingabe, was einen etwas längeren Dialog mit dem Assistenten und letztendlich den Abbruch des Eingabevorgangs zur Folge hatte. Texte lassen sich jedoch auch manuell über die virtuelle Tastatur eingeben.
Manch unerkannter Befehl wurde nach einer Veränderung der Fragestellung am Ende doch erkannt. Zur Beantwortung nahm der Assistent, wenn möglich, Wikipedia zur Hilfe, ansonsten leitete er mit dem korrekten Suchbefehl in den Internetbrowser weiter.

Einiges funktionierte nicht
Was im Test gar nicht klappte, war die Ansage von Kalenderdaten. Zwar verlangte die App, was nicht jeden begeistern wird, beim Aufruf des Kalenders Zugriffsberechtigungen für den Google-Account, jedoch ließen sich neue Termine über den Assistenten einsprechen, bereits eingetragene Termine wurden jedoch nicht mitgeteilt.
In der Abo-Version gibt es eine Lernfunktion, mit welcher der User dem Assistenten festgelegte Antworten auf bestimmte Fragen oder die Erkennung eines neuen Befehls beibringen kann. Auch beinhaltet das Abo zusätzliche Avatar-Stimmen, eine PIN-Code-Funktion zum Schutz vor unbefugtem Zugriff sowie den grenzenlosen Zugang zu Services (nicht genau definiert).
Bedienbarkeit
Der Assistent von Speaktoit ist sehr einfach bedienbar: Am unteren Bildschirmrand befindet sich eine Leiste mit Direktzugriffen auf die Lautlosschaltung, Tastatur, das Mikrofon, eine Hilfefunktion und das Einstellungsmenü. Das Menü ist deutschprachig gehalten, einzig das Programm zum Erstellen eines eigenen Avatars ist englischsprachig.
Die bei Abschluss eines Abos anfallenden Kosten werden recht transparent direkt innerhalb der App dargestellt. Auf einem Huawei Ascend P1 mit Android 4.0.3 lieferte die Anwendung eine insgesamt gute Erkennung von Befehlseingaben, außer bei Nachrichtentexten.
Fazit
Ob es nun vorteilhafter ist, bestimmte Funktionen über einen Assistenten aufzurufen oder Kontakte, Nachrichten und Internetdienste dann doch lieber aus dem App-Menü heraus zu öffnen, bleibt jedem selbst überlassen. Spaß macht der Speaktoit-Assistent schon aufgrund des flexibel gestaltbaren Avatars, und in Sachen Übersetzung, Wetterdienste, Navigation oder einfach nur als nette Unterhaltung, erfüllte er im Test seinen Zweck. Bedenkenswert ist allerdings sicherlich der dicke Batzen an Zugriffsberechtigung, den die App vom Nutzer fordert.
Verbesserungswürdig wären die Spracherkennung bei Nachrichtentexten und der Aufruf von Kalender-Terminen. Wünschenswert wäre zudem etwas mehr Flexibilität bei der Erkennung verschiedener Satzstellungen sowie ein durchgängig deutschsprachiges Menü. Da sich die App derzeit noch im Beta-Status befindet, dürfte sich da aber noch einiges tun.
Die Android-App Assistent von Speaktoit gibt es zum kostenlosen Download im Google Play Store.
| Assistent verlangt bei der Installation Zugriff auf: | |
| Kostenpflichtige Dienste | Telefonnummern direkt anrufen, SMS senden |
| Hardware Steuerelemente | Audioeinstellungen ändern, Vibrationsalarm steuern |
| Standort | Ungefährer Standort (netzwerkbasiert), genauer Standort (GPS- und netzwerkbasiert) |
| Netzkommunikation | Pairing mit Bluetoothgeräten durchführen, voller Netzwerkzugriff, Daten aus dem Internet abrufen, Netzwerkverbindungen anzeigen, WLAN-Verbindungen anzeigen |
| Nachrichten | SMS oder MMS lesen/bearbeiten, SMS empfangen |
| System-Tools | WLAN-Verbindungen herstellen und trennen, auf Bluetootheinstellungen zugreifen, Systemeinstellungen ändern, Synchronisierung aktivieren oder deaktivieren, Ruhezustand des Tablets/Telefons deaktivieren, Synchronisierungseinstellungen lesen, beim Start ausführen, Dauerhaften Broadcast senden |
| Personenbezogene Daten | Kontakte lesen, Wecker stellen |