Die Apokalypse ist da – also lässt sich das Beste daraus machen! Bethesda Softworks veröffentlicht kurz vor Fallout 4 ein kleines Free2Play-Spinoff für Android-Systeme und wagt sich hierfür in das Reich der Aufbausimulationen.
Strahlende Zukunft: Im Erdreich entsteht euer Luxusbunker. (Bild: Bethesda)
Ihr sollt in Fallout Shelter einen Bunker bauen, der immer mehr Bewohner fassen und am Leben erhalten soll. Dafür steht euch ein überschaubares Erdreich zur Verfügung, das ihr mit zahlreichen Räumen ausstatten könnt. Unterschiedliche Raumtypen mit jeweils anderen Effekten stehen zur Verfügung. Generatoren erzeugen Strom, während im Diner Nahrung zubereitet wird oder in der Krankenstation Stimpaks entstehen. Selbst schnöde Baracken haben ihren eigenen Zweck: Nur dort könnt ihr einen Mann und eine Frau zusammenstecken und somit beide zur Zeugung von Nachwuchs animieren…
Aufgabenteilung
Ansonsten tauchen immer mal wieder neue Bewohner vor dem Eingang eures Bunkers auf, woraufhin ihr sie irgendeiner eurer Räumlichkeiten zuordnen müsst. Jeder verfügt über eine Handvoll Charakterwerte wie Stärke, Intelligenz oder Wahrnehmung, die wiederum seine Tauglichkeit für die verschiedenen Raumtypen bestimmen. Sofern ihr diese Fähigkeiten eurer Bewohner korrekt nutzt, sind diese mehr oder weniger zufrieden und arbeiten entsprechend effektiv.
Eure Schützlinge können zu Trips ins verstrahlte Ödland verdonnert werden. (Bild: Bethesda)
Recht interessant sind die Zufallselemente von Fallout Shelter: Beispielsweise könnt ihr einzelne Bewohner zu einer Erkundungsmission verdonnern, in der Hoffnung dass sie mit nützlichen Goodies und wertvollen Kronkorken zurückkehren. Dabei wird stets in Echtzeit gemessen, wie lange euer Schützling auf Wandertour geht, und sogar die Minuten sowie Stunden gezählt, während denen ihr euer Smartphone oder euer Tablett beiseite legt.
Des Weiteren könnt ihr nicht einfach mit dem Finger schnippsen, um euren Abenteurer zurück zu erhalten: Sobald ihr ihm die entsprechende Anweisung gebt, benötigt er noch einmal die Hälfte seiner Erkundungszeit, bis er wieder vor der Bunkertür steht. Demnach solltet ihr ihn zuvor mit einer guten Waffe und einer sicheren Weste ausstatten, damit er sich gegen eventuelle Gefahren wie Räuber oder mutierte Kakerlaken zur Wehr setzen kann.
Mut zum Risiko!
Inzest? Spätestens in der dritten Generation wäre die Strahlung das kleinere Übel… (Bild: Bethesda)
Ebenfalls interessant ist die Tempofunktion, deren Erklärung etwas ausführlicher ist: Ein Generatorraum z.B. produziert nicht einfach ununterbrochen Strom, sobald ihr ihn gebaut habt. Ihr müsst vielmehr ein paar Minuten warten, bis die zugeteilten Bewohner ihre Arbeit verrichtet haben und euch eine Handvoll Stromeinheiten abliefern. Alternativ gibt es die besagte Tempofunktion, bei deren Nutzung zwei Dinge passieren können: Entweder wird die nächste Stromlieferung sofort und ohne weitere Wartezeit produziert oder es kommt zu einem Unfall, woraufhin der Generator in Flammen steht und die Produktion zurückgeworfen wird. Anfangs liegt das Risiko für einen Fehlschlag bei ungefähr 30%. Doch mit jeder Nutzung der Tempofunktion steigt diese Prozentzahl kontinuierlich an.
Auch so müsst ihr ab und an mit Unheil rechnen, wenn beispielsweise ohne euer Zutun Feuer ausbricht oder euer Bunker von Plünderern überfallen wird. Solche Events lockern das etwas monotone Treiben nur leidlich auf, denn so lustig Fallout Shelter auf den ersten Blick mit seiner charmanten 2D-Optik auch wirkt: Um die Spieltiefe ist es nicht so gut bestellt. Es ist allzu leicht, einen funktionierenden Ablauf aller wesentlichen Ressourcen zu bewerkstelligen. Darüber hinaus müsst ihr nur noch Zeit und Geduld investieren, um den Bunker zu vergrößern sowie weitere Raumtypen frei zu schalten. Dabei verfolgt ihr zu keinem Zeitpunkt ein konkretes Ziel, außer immer weiter zu expandieren.
Fazit: Für den Endzeit-Hunger zwischendurch
Somit ist Fallout Shelter eher ein Spiel, das ihr immer mal wieder für ein paar Minuten anschaltet und schaut, wie es euren Bewohnern derzeit geht. Ihr könnt zwar echtes Geld investieren, um Bonuskärtchen mit neuen Waffen oder Kronkorkenboni zu erhalten. Allerdings strahlt das Spiel eine so gemütliche Atmosphäre aus, weshalb der Drang nach solchen Einkäufen gering ausfällt.
Zu guter Letzt noch eine kleine Warnung: Während die Benutzerführung auf einem Tablett sehr gut funktioniert, hat sie auf einem „kleinen“ Smartphone zu Frustration geführt. Schuld daran ist die Funktion, mit der ihr einen Bewohner zu einem Raum zuordnet. Dafür müsst ihr ersteren mit einem Finger antippen, festhalten und rüber zu letzteren ziehen. Diese Steuerungsmechanik funktioniert auf einem Smartphone-üblichen Bildschirm nur alle Jubeljahre, weshalb ihr die Kamera ständig näher ans Geschehen heranzoomen müsst.
Fallout Shelter gibt es kostenlos im Google Play Store.