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Veröffentlicht am Android-Themen · Features · Google Android Handys 5 Min. Lesezeit

Android L und One: Welche Neuerungen bringen die beiden Android-Versionen?

Seit der Google I/O Entwicklerkonferenz 2014 ist das neue Android L in aller Munde. Doch welche Neuerungen bringt es eigentlich und was hat es mit Android One auf sich? Dieser Artikel gibt einen Überblick mit den wichtigsten Veränderungen gegenüber KitKat.

Developer-Versionen, Namensgebung und Nexus-Geräte

Besitzer des Nexus 5 und Nexus 7 Wi-Fi (2013) können sich Android L bereits jetzt auf ihrem Handy oder Tablet installieren, allerdings nur in einer Developer-Version. Deren Laufzeitumgebung ART ist allerdings noch nicht optimiert und zeigt demnach laut Google längst noch nicht ihre finale Geschwindigkeit, die besonders bei ressourcenhungrigen Spielen zum Tragen kommen soll. Auch einige wichtige Features sollen in der Developer-Software noch fehlen.

Unbekannt ist derzeit auch, was es mit der Bezeichnung “L” auf sich hat. Sollte Google seinem Prinzip treu bleiben, neue Versionen nach Süßigkeiten zu benennen, könnte es beispielsweise für “Lollipop” stehen, denkbar wäre jedoch auch ein komplett neues Motto in der Namensgebung. Der finale Name sowie die Tatsache, ob “L” nun als Android 4.5 oder Android 5.0 daherkommen wird, dürften spätestens zum offiziellen Start im Herbst bekannt werden.

Quellcodes für Android L gibt es derzeit nicht nur für das Nexus 5 und 7 (2013), sondern auch für das Nexus 4 und Nexus 10 sowie das ältere 7 (2012) mit oder ohne WLAN. Diese sind jedoch nicht vollständig: Es mangelt hier in erster Linie an gerätespezifischen Hardware-Treibern, die es ermöglichen würden, eine funktionsfähige Firmware für das jeweilige Gerät zu entwickeln. Ein wenig lässt diese frühe Quellcode-Veröffentlichung dennoch hoffen, dass auch die älteren Nexus-Smartphones und Tablets zumindest teilweise mit dem Update auf Android L versehen werden. In diesem Fall dürfte sich die Frage stellen, ob es für die “Oldies” die volle Android L Version oder eine angepasste Variante geben würde – ähnlich wie es beim KitKat-Update in Bezug auf den abgespeckten Home-Launcher beim Nexus 4 war.

Ein weiteres Novum des Android L ist sein vollständiger 64-bit-Support. Ein Battery Saver soll zukünftig stromfressende Anwendungen bei Nichtgebrauch automatisch abschalten und so die Akkulaufzeit verlängern.

Android One wird voraussichtlich zeitgleich mit Android L im Herbst kommen. Mit Android One will Google ein schnelles und qualitativ gutes Betriebssystem auf Low-Budget Geräte bringen, die in erster Linie für den Verkauf in sogenannten aufstrebenden Märkten gedacht sind. Mehr darüber in ein paar Tagen in einem weiteren Special.

Optik und Funktionen von Android L auf dem Nexus 5

Soviel zur Theorie und zum Hintergrund-Geplänkel – was unterscheidet denn nun Android L auf einem Smartphone wie dem Nexus 5 optisch von KitKat? Zunächst einmal gibt es eine neue Bootanimation mit kleinen umeinander kreisenden Punkten, die sich in ein Android-Logo verwandeln. An der Unterkante des Lockscreens sitzen Schnellzugriffe auf die wichtigsten Anwendungen wie Telefon oder Kamera, die sich über das Hochstreichen mit dem Finger oder alternativ durch einen Seitenwisch über den Bildschirm öffnen lassen. Benachrichtigungs-Vorschauen werden in Kärtchen auf einem hellen Hintergrund dargestellt. Um diese zu öffnen, muss jedoch erst der Bildschirm entsperrt werden, was bereits im Vorfeld für Unmut bei manch einem Tester gesorgt hat.

Android L Lockscreen, Homescreen, Notification-Bar (Screenshots: Androidcentral.com)

Bezüglich Icon-Design und App-Drawer hat sich eher wenig verändert, bei einem Blick auf den Startscreen fallen jedoch gleich die neuen Symbole der On-Screen-Softbuttons in der Menüleiste am unteren Bildschirmrand auf. Diese wirken sehr minimalistisch und sind mit einem Dreieck für die Zurück- einem Kreis für die Home- und einem Quadrat für die Task-Funktion versehen.

Die App-Ordner auf dem Homescreen bekommen ein etwas anderes Vorschau-Design. Bis auf leicht überarbeitete Verbindungs-Icons scheint sich im ersten Moment auch in puncto Notification-Bar nicht viel gewandelt zu haben. Zieht man die Bar jedoch herunter, präsentieren sich Benachrichtigungen voneinander abgegrenzt mit weißem Hintergrund und dunkler Schrift, was ein wenig an Notizkärtchen erinnert. Dieser neue Look, der sich auch an anderer Stelle im Android L wiederfindet, nennt sich “Material Design”. Im Stock KitKat gab es an dieser Stelle weiße Schrift auf dunklem Hintergrund.

Das Icon zum Öffnen der Toggle-Bar und Einstellungen ist nach wie vor in der rechten oberen Ecke der Pull-Down Status-Bar zu finden und zeigt auf Wunsch ein Nutzer-Bild an. Sehr viel heller als zuvor und mit weißem Hintergrund, stellt sich das Einstellungs-Menü dar. Die Abstände zwischen den einzelnen Listeneinträgen haben einen größeren Abstand als zuvor, so dass die Settings insgesamt aufgeräumter wirken – die Kategorien bleiben unverändert, so dass sich auch KitKat-gewohnte Nutzer schnell zurechtfinden dürften.

Animationen, wie sie beispielsweise beim Scrollen an das Ende oder den Anfang einer Menüliste erscheinen, wurden überarbeitet und angeblich ressourcenschonender gestaltet. Eine komplette Rundum-Erneuerung hat auch die Optik des Task-Managers erfahren. Bislang wurden zuletzt geöffnete Anwendungen beim Klick auf das Task-Manager-Icon als kleine Vorschaubilder in einer simplen Liste angezeigt. Die ist nun einem grafisch aufwändigeren Design gewichen, das (dem Material Design angepasst) die Tasks hintereinander in einer Art Registerkarten-Ansicht anzeigt, deren hintereinander liegende Fenster man auseinander-, zusammen- oder auf die Seite schieben kann.

Darauf, was sich in der finalen Android L Version noch ändern wird, darf man gespannt sein.

Wie wird Android One aussehen?

Auf den Low-Budget Smartphones mit One wird ebenfalls ein reines Android ohne modifizierte Oberfläche laufen, welche die Performance der ohnehin mit eher günstiger Hardware bestückten Geräte ausbremsen könnte. Den Herstellern der Smartphones (Micromax, Karbonn Mobiles, Spices) wird es erlaubt sein, örtlich relevante Anwendungen zu installieren – diese sollen sich, wenn vom Nutzer unerwünscht, jedoch problemlos entfernen lassen. Mit Firmware-Updates werden die One Geräte von Google und nicht von den Herstellern versorgt, was von großem Vorteil bezüglich regelmäßiger und pünktlicher Upgrades ist. Das ca. 70 Euro günstige Android One Smartphone vom indischen Hersteller Micromax wurde bereits auf der I/O 2014 vorgestellt.

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