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Veröffentlicht am Android-Themen · Gadgets · Geräte-Tests 3 Min. Lesezeit

„snu:mee“: Das App-gesteuerte Babyphone mit Helene Fischer und Metallica an Bord

Ja, richtig gelesen: Ein Babyphone wurde getestet. Warum? Erstens, weil das Gerät mehr kann als „nur“ den Nachwuchs zu überwachen. Und Zweitens lässt sich „snu:mee“ komplett via App steuern. Das dürfte nicht nur Nerds und Gadgets-liebenden Eltern gefallen.

Wellenbrandung und Kinderlieder zum Einschlafen

Der Name klingt seltsam. Wenn man aber seine Entstehungsgeschichte kennt, kommt Licht ins Dunkel: „snu:mee“ steht für „snooze“ und „me“. Das „snooze“ beschreibt, dass Kinder mit der Erfindung des Leipziger Start-Ups „Baby Stars“ unter anderem ein Nickerchen machen können. Denn das Gerät, das ein wenig an fliegende Untertasse aus 1950er-Jahre B-Movies erinnert, ist in seiner ersten Funktion eine moderne Spieluhr.

Anstatt ganz altmodisch und analog immer und immer wieder das gleiche Musikstück abzuspielen, kommt hier bewährte, moderne Technik zum Einsatz: Im Inneren befindet sich ein 4GB großer Speicher, auf dem ab Werk diverse bekannte Kinderlieder im Spieluhr-Stil abgespeichert sind. Außerdem können Geräusche wie das Gezwitscher von Vögeln, Wellenbrandung oder das Rauschen eines Staubsaugers ausgewählt werden.

Let’s rock my baby!

Wem die mitgelieferten Stücke nicht reichen, kann über den Onlineshop des Herstellers weitere Songs kaufen. Hier finden sich unter anderem Rock- und Pop-Songs von Helene Fischer, Pink oder den Toten Hosen, komplett neu im Klang einer Spieluhr aufgenommen. Sogar „Nothing Else Matters“ von Metallica ist hier im Angebot.

Zudem ist es möglich Songs vom eigenen Smartphone oder Tablet auf „snu:mee“ zu transferieren und abzuspielen. Wie das geht? Über die kostenlose „Baby Stars – rock2sleep“-App. Sie ist der eigentliche Clou des Gadgets.

„Snu:mee“ sendet ein WLAN-Signal aus, über das man sich mit seinem Mobilgerät vernetzt. In den Tests klappte die Verbindung mit über zehn Metern Abstand und durch zwei Betondecken problemlos.

Die App als Schaltzentrale

Über die App lässt sich „snu:mee“ komplett aus der Ferne steuern. Und es eröffnen sich weitere Funktionen. Das Gerät dient nämlich auch als Babyphone. Entweder hört man mehr oder weniger „live“ mit (bei der Tonübertragung gibt es eine Verzögerung von 2-3 Sekunden), oder man schaltet auf stumm. Dann kriegt man eine Push-Notification, wenn „snu:mee“ Geräusche erfasst. Gut daran: Über einen Schieberegler lässt sich die Geräusch-Sensibilität einstellen, um „Fehlalarme“ zu reduzieren.

Was in die eine Richtung funktioniert, geht auch in die andere. Das heißt: Die App bietet eine Fernsprech-Funktion, mit der man zu seinem Kind sprechen kann. Auch hier gibt es eine Verzögerung des Tons um ein paar Sekunden.

Bedienung teilweise zu umständlich

Die „Baby Stars – rock2sleep“-App ist also der Dreh- und Angelpunkt von „snu:mee“, was eine leichte Steuerung erlaubt. Theoretisch. In der Praxis erweist sich die App stellenweise als umständlich.

Bei der Oberfläche ließ der Entwickler viel Kreativität walten und spendierte der App ein verspieltes Design. Das sieht zwar nett aus, erschwert aber die Benutzung. So sind beispielsweise wichtige Funktionen erst im unteren Bereich zu finden, gelegentlich besitzen verschiedene Buttons die gleichen Funktionen und so manches Feature findet man nur durch Herumspielen heraus.

Obwohl sich „snu:mee“ recht leicht in Betrieb nehmen lässt und dazu der gedruckte „Quickstart Guide“ ausreicht, vermisst man dann bei der Bedienung der App ein Handbuch. Oder zumindest eine bessere integrierte Hilfe.

Fazit

Nein, ein Totalausfall ist die App nicht. Es ist einfach schade, dass sie – gerade für technisch weniger versierte Eltern – nicht so simpel zu bedienen ist, wie es erwartet werden würde. Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden.

Ganz im Gegenteil: „snu:mee“ punktet mit einer Vielfalt, die sich ein Gadget-Liebhaber wünscht. Es bietet wie ein Überraschungs-Ei drei Dinge in einem: Babyphone (inklusive Gegensprechanlage), Spieluhr und MP3-Player. Dafür geht der Preis von rund 130 Euro in Ordnung.

Das spricht für das Gerät…

• Lässt sich schnell in Betrieb nehmen
• 3 Geräte in einem: Babyphone, Spieluhr und MP3-Player
• Komplette Bedienung per App möglich
• Eigene MP3s lassen sich verwenden

… und das dagegen

• Fehlendes Handbuch
• Teilweise umständlich zu bedienende App
• Smartphone zum Ausreizen aller Features nötig