Mit Snapseed hat Google seit letzte Woche eine eigene Foto-App im Google Play Store. Optimiert ist sie, wen wundert’s, ganz auf Google+.
Funktionsumfang
Erst vor wenigen Tagen wurde die großartige Foto-App Pixlr Express ausführlich vorgestellt. Nun mischt auch Google auf diesem heiß umkämpften Markt mit. Snapseed nennt sich die App, die für iGeräte schon länger zu haben ist und sich dort zu einem echten Renner entwickeln konnte. Das Entwicklerstudio Nik Software gehört mittlerweile zu Google, die Snapseed-App ist also Googles offizieller Versuch, die Nutzer unter Android auch in Sachen Foto-App von der Wahl eines Third-Party-Produkt abzuhalten.
Ausgelegt ist Snapseed dabei ganz auf Google+. Google soziales Netzwerk ist die einzige Community, die direkt auf der Startseite auftaucht. Wenn man so will, ist Snapseed also Googles Instagram. Letzteres gehört ja bekanntlich zu Facebook. Über die Einstellungen oben rechts unter dem Punkt “Freigeben” gelangt man zu weiteren sozialen Anbindungen wie Skype oder Twitter. Facebook sucht man allerdings vergebens.
Grundsätzlich handelt es sich bei Snapseed um eine reinrassige Foto-App, die für die Nachbearbeitung von Fotos gedacht ist. Dafür stellt sie dem Nutzer eine ganze Reihe verschiedener Effekte zur Verfügung. Bei der ersten Anwahl der einzelnen Filter blendet die Anwendung eine Hilfsübersicht ein, die die Funktionsweise des jeweiligen Effekts erklärt. Anders als Instagram bietet Snapseed gleich von Beginn an einen Tilt-Shift-Modus, mit dem Einfluss auf die Tiefenschärfe eines Bildes genommen werden kann.

Folgende Effekte bietet Snapseed:
- Autokorrektur
- Selektive Anpassung
- Feinabstimmung
- Ausrichten und Drehen
- Zuschneiden
- Details
- Schwarz-Weiß
- Vintage Filmtypen
- Drama
- Grunge
- Fokuspunkt
- Bildränder
- Tilt-Shift
Nach dem Start der App genügt ein Fingertipp auf den “Foto öffnen”-Button oben rechts, um ein Bild entweder selbst aufzunehmen oder ein bereits vorhandenes Bild zu öffnen. Um ein Foto zu schießen, greift Snapseed auf die Stock-Kamera-App zurück. Es ist aber auch möglich andere App-Alternativen wie z.B. Camera Zoom FX zu benutzen. Ist ein Bild ausgewählt, kann es mit den verschiedenen Filtern bearbeitet werden.
Nach der Anwahl eines Filters, gibt die App dem Nutzer weitere Unteroptionen zur Hand. So lassen sich die z.B. unter dem Punkt “Vintage Filmtypen” vorgegebenen Farbgebungen hinsichtlich der Helligkeit, der Sättigung, Texturstärke, Größe und Effektstärke anpassen. Unter dem Punkt “Feinabstimmung” können die Optionen Helligkeit, Ambiente, Kontrast, Sättigung und Weißabgleich beeinflusst werden. Das Zuschneiden eines Bildes kann frei, aber auch nach festen Seitenverhältnissen erfolgen.
Bei allen Filtern bietet die Bedienleiste am unteren Displayrand einen Vergleich-Button, mit dem ansatzlos zwischen alter und neuer Version eines Fotos hin- und hergewechselt werden kann. Ein besonderes Schmankerl sind die Kontrollpunkte, die sich hinter “Selektive Anpassung” verbergen. Sie ermöglichen die gesonderte Bearbeitung bestimmter Bildbereiche. Den Wirkungsbereich eines Kontrollpunkts bestimmt der umgebende Farbbereich. Auf diese Weise kann z.B. nur der Himmel in einem Motiv nachbearbeitet werden.

Bedienung
Insgesamt ist die Snapseed-Bedienoberfläche sehr übersichtlich gehalten und intuitiv erschließbar. Dank der Hilfshinweise findet man sich schnell zurecht. Es lohnt sich übrigens das Durchlesen der Hilfen, wer sie allzu schnell weg klickt, muss vermutlich ein wenig probieren, bevor er sich alle Funktionen erschlossen hat. Allerdings gleicht sich das Bedienprinzip bei den meisten Filtern. Ist man da einmal durchgestiegen, stellt auch alles weitere kein Problem mehr dar.
Alle Buttons sind ausreichend groß und lassen sich irrtumsfrei anwählen. Besonders ist auch der starke Fokus auf Wischgesten hervorzuheben.
Fazit
Snapseed überzeugt vor allem mit seiner schlichten und innovativen Bedienoberfläche, die perfekt auf die Nutzung von Touchscreens ausgelegt ist. Alle gängigen Filter und Effekte sind vertreten, besonders positiv fielen der Tilt-Shift-Modus und die Möglichkeit zur Bearbeitung ausgewählter Bildbereiche auf.
Dann und wann beschleicht einen aber das Gefühl, anderswo schon mehr Auswahl gehabt zu haben. So gleichen sich zum Beispiel die Rahmen, die die App zur Verfügung stellt, doch sehr und bieten nur wenig Abwechslung.
Wie zu erwarten war, ist die App technisch top umgesetzt und zeigte sich im Test als absolut stabil. Sie ist zweifellos für alle was, die sich komplett im Google-Universum niederlassen wollen. Wer auch andere Kanäle nutzt, findet aber auch alternative Apps, die ähnlich viel können und ähnlich ausgereift sind, dafür aber noch mehr soziale Kanäle unterstützen.
Snapseed kann kostenlos im Google Play Store heruntergeladen werden. Als Testgerät kam ein Nexus 7 zum Einsatz.
| Gutschein des Tages benötigt bei der Installation folgende Berechtigungen: | |
| Hardware-Steuerelemente |
Bilder und Videos aufnehmen, Inhalt des USB-Speichers ändern, Inhalt der SD-Karte ändern
|