Zum Inhalt
n-droid.de
Veröffentlicht am Allgemein · Android-Apps · Browser Androidapps 2 Min. Lesezeit

Sicheres Android-System vom Tor Projekt

Die Entwickler des Anonymisierungsnetzwerks Tor haben den Prototypen einer Datenschutz-Android-Version vorgestellt.

Mit dem Tor-Browser (Link) können sich Nutzer einigermaßen anonym im Internet bewegen und so nicht nur unerkannt recherchieren und kommunizieren, sondern auch bestimmte landestypische Hürden und Blockaden umgehen.

Bild: typographyimages, CC0 Public Domain

Die Organisation hinter dem Tor-Browser heißt The Tor Project und deren Entwickler haben sich nun bemüht, Android ein wenig sicherer und anonymer zu gestalten. Googles Android ist nicht gerade dafür bekannt, Datenschutz und Sicherheit in den Vordergrund zu stellen, da Google nun mal mit den Nutzer- und Nutzungsprofilen sein Geld verdient. Hier möchte The Tor Project angreifen und eine Alternative bieten, ohne das Google Universum ganz zu verlassen.

Zu diesem Zweck hat sich der Entwickler Mike Perry bei der Custom ROM Copperhead OS (Link) bedient und darauf aufsetzend das Tor Prinzip umgesetzt. Der gesamte Datenaustausch läuft bei dem Prototypen über Tor. Hierfür wurde die Android Firewall OrWall (Link) eingesetzt um den Verkehr in des Tor Netzwerk umzuleiten. Geht man allerdings auf die Homepage von OrWall, wird man mit einer Warnung begrüßt, dass die Entwicklung der Firewall eingestellt wurde.

Um das System gegen Hintertüren abzusichern, wurde auf Copperhead OS gesetzt, da diese ROM als einzige die Boot- Recovery- und System-Partition vor Modifikationen absichert und es ermöglicht, diese mit eigenen Schlüsseln zu signieren. Außerdem wird auf Apps wie F-Droid, Orbot, Signal und andere Open Source Software gesetzt, die vorinstalliert ist. Trotzdem ist auch der Google Play Store mit installiert, da zum Beispiel der Messenger Signal diesen voraussetzt.

Leider birgt die erhöhte Sicherheit auch einige bedeutende Nachteile:

Erstens werden nur Googles Nexus- und Pixel-Geräte unterstützt, da diese als einzige Hardware den sogenannten Verified Boot ermöglichen. Zweitens wird dringend empfohlen, die Geräte nur im Flugmodus mit W-Lan zu nutzen, also auf normale Telefonate und SMS zu verzichten.

Der Hauptentwickler wünscht sich vor allem, dass der Prototyp dazu beiträgt, die Diskussion über offene Hardware und sichere Systeme anzuregen.

Möchte man das System ausprobieren, findet ihr hier die Github Repository mit allen notwendigen Informationen. Es ist allerdings einiges an Vorwissen notwendig. Weitere Informationen findet ihr in englischer Sprache in diesem Blogpost des Tor Projektes.

Fazit:

Schaut man sich das Projekt genauer an, dann kann es nicht mehr sein Anregung. Die Hardware ist extrem eingeschränkt, die Installation komplex, die Grundlage des Systems, OrWall, ist völlig veraltet und wird nicht mehr weiterentwickelt, die Smartphone-Funktionen sind so sehr eingeschränkt, dass zumindest das ‚phone‘ aus Smartphone verschwindet und trotz allem ist die Sicherheit absolut nicht garantiert, da zum Beispiel der Play Store und die Play Services closed source sind und mit Google immer im Kontakt stehen.

Trotzdem ist es sicher gut, dass es Menschen gibt, die versuchen, die Entwicklung hin zu mehr Privatsphäre und Sicherheit voran treiben.

(Beitragsbild: The Tor Project, CC)