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Veröffentlicht am Android-Themen · Hardware · Samsung 5 Min. Lesezeit

Das Samsung Galaxy Gio im Test – Schlicht und alltagstauglich

Nicht jeder braucht ein Oberklasse-Smartphone wie das Galaxy S2. Auch in den niedrigeren Preissegmenten gibt es gute Androiden, die den Alltagsansprüchen voll genügen. Zum Beispiel das Samsung Galaxy Gio.

Die wichtigsten Details zur Ausstattung des Galaxy Gio im Überblick:

  • Betriebssystem: Android 2.2 inkl. TouchWiz-UI
  • Prozessor: 800MHz (MSM7227-1 Turbo)
  • Display: 3.2 HVGA TFT (320×480 Pixel), kapazitiv
  • Arbeitsspeicher: 258 MB RAM
  • interner Speicher: 150 MB
  • Kamera: 3.2 Megapixel
  • Konnektivität: WiFi 802.11 (b/g/n), Bluetooth
  • Netzwerke: HSDPA 7,2 Mbps, EDGE/GPRS
  • Schnittstellen: MicroUSB, 3,5 mm Klinkenbuchse
  • Ortung: A-GPS
  • Sensoren: Kompass, Accelerometer, Annäherungssensor
  • Akku: 1350 mAh
  • Maße: 57,5 x 110,5 x 12,15 mm
  • Gewicht: 102 Gramm

Samsungs Werbespot zur Galaxy-Familie (Galaxy Gio ab 1:40)

Design & Verarbeitung

Das Samsung Galaxy Gio ist optisch in erster Linie eines: Schlicht und unauffällig. Die mattschwarze Rückseite wurde mit winzigen Einbuchtungen versehen, um das Handy rutschfest zu machen. Auch die Gerätefront präsentiert sich in dezentem Schwarz. Ein titanfarbener Rahmen rund um die Vorderseite verleiht dem ansonsten eher minimalistische Äußeren des Androiden einen leicht edlen Anstrich.

Samsung Galaxy Gio (Bild: Samsung)

Unter dem Touchscreen sind zwei Sensortasten zu sehen, dazwischen prangt die flache mechanische Startbildschirmtaste. Die Lautstärke wird über eine Wipptaste an der linken Geräteseite geregelt und das Ein- und Ausschalten sowie Sperren des Bildschirms funktioniert über einen Drücker an der rechten Außenseite. Darunter befindet sich der MicroSD-Kartenslot, gut geschützt von einer Plastikabdeckung. Auf Abdeckungen verzichtet wurde beim MicroUSB-Steckplatz am unteren und bei der 3.5 Millimeter Klinkenbuchse am oberen Rand des Handys. Die Kameralinse auf der Rückseite ist plan im Gehäuse verbaut.

Pluspunkte sammelt das Gio mit seiner soliden Verarbeitung. Selbst bei festerem Zugreifen knarzt nichts, und auch über die gering ausfallenden, gleichmäßigen Spaltmaße lässt sich nicht meckern.
Hosentaschentauglich zeigt es sich mit seinen Außenmaßen von 111 x 58 x 12,2 Millimetern und einem Fliegengewicht von 102 Gramm inklusive Akku.

Um den Akkudeckel zu entfernen sind etwas längere Fingernägel von Vorteil, denn dieser löst sich erst aus seiner Verankerung, wenn mit dem Nagel ein Stück weit zu beiden Seiten unter der Abdeckung entlanggezogen wird.

Ausstattung

Die Ausstattung des Samsung Galaxy Gio beinhaltet zwar keine echten Highlights, dafür funktionierte beim Testgerät alles sehr zuverlässig. Beim Display handelt es sich um einen kapazitiven 3,2 Zoll großen TFT-Touchscreen, der bis zu 16 Millionen Farben darstellt und mit 320 x 480 Bildpunkten auflöst. Um Pixel auf dem hell ausgeleuchteten Bildschirm zu entdecken, muss man schon recht genau hinsehen. Das Display reagiert angenehm sensibel auf die Fingereingabe und unterstützt Multitouch.

Ein Lagesensor bringt die Displaydarstellung sowohl beim Links- als auch beim Rechtsdreh verzögerungsfrei vom Portrait- in den Landscape-Modus.

Nicht ganz so prickelnd schnitt im Test die 3.2 Megapixel-Kamera mit Autofokus und Digitalzoom ab. Zwar verfügt diese über sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, jedoch weisen selbst bei optimalen Lichtverhältnissen geknipste Fotos leichte Unschärfen und relativ matte Farben auf. Mangels LED-Leuchte oder Blitzlicht zeigen bei Dämmerlicht geschossene Aufnahmen ein deutliches Bildrauschen. Leichte Korrekturen lassen sich über die Einstellungsoptionen der Kamera erzielen.

Auch die Videoaufnahmen mit einer maximalen Auflösung von 320 x 240 Pixeln sind zweite Klasse. Auf dem Handydisplay noch ganz ordentlich, präsentieren sie sich auf einem großen PC-Monitor leicht verschwommen.

Schnelles Surfen ist über WLAN und UMTS mit HSDPA gewährleistet. Der Webkit-Browser benötigte im Test gerade mal 4 Sekunden, um die mobile Ansicht der  Androidapptest.com – Startseite zu öffnen. Über Bluetooth 2.1 lässt sich das Gio mit anderen bluetoothfähigen Geräten koppeln. Sicher unterwegs ist man dank eines GPS-Empfängers, der den eigenen Standort im Test in Sekundenschnelle ermittelte. Mit Google Maps Navigation (Beta) ist die Navisoftware auch gleich mit an Bord.

Nicht riesig ist der 150 MB große interne Speicher – immerhin lässt er sich über MicroSD-Speicherkarten um bis zu 32 GB erweitern.

Software & Alltagstauglichkeit

Auf dem Samsung Galaxy Gio läuft Android in der Version 2.2.1 (Froyo). Als Benutzeroberfläche kommt TouchWiz 3.0 zum Einsatz. Der werkseitig auf drei Seiten eingestellte Homescreen lässt sich auf bis zu sieben Seiten erweitern und mit Widgets und Programm-Icons bestücken. Das Hauptmenü zeigt sich nicht wie gewohnt als fortlaufende Seite, sondern ist auf mehrere nebeneinander liegende Seiten aufgeteilt.

Vorinstalliert ist neben dem Mediaplayer und einem UKW-Radio natürlich auch Google Maps. Als sehr praktisch erweist sich ein Social Hub, der alle Mail-Konten, Nachrichten- und Social Network-Programme unter einen Hut bringt. „ThinkFree Office“ ermöglicht nicht nur das Öffnen, sondern auch die Bearbeitung von Office-Dokumenten. Über die Software „AllShare“ können auf dem PC oder Smartphone gespeicherte Medieninhalte über WLAN-Verbindung auf einem anderen Gerät wiedergegeben werden.

Tippen geht auf der virtuellen Tastatur leicht von der Hand. Mit „Swype“ lassen sich ganze Wörter ohne Absetzen des Fingers über die QWERTZ-Tastatur eingeben – Fehler korrigiert die Software automatisch.
Die Gesprächsqualität des Androiden ist gut, die Freisprechfunktion dürfte allerdings gerne deutlich leistungsfähiger sein.

Obwohl die Hardwareausstattung des Gio in Punkto Prozessor und Arbeitsspeicher längst nicht an Highend-Geräte heranreicht, erweist es sich jedoch beim Navigieren durch Menüs und Browsen im Internet als recht flinker Flitzer. Auch Videos laufen ruckelfrei. YouTube-Videos können direkt über einen Client im Webkit-Browser oder eine YouTube-App abgespielt werden.

Prozessor, Arbeitsspeicher, Akku

Das Galaxy Gio ist mit einem 800 Mhz Single-Core Prozessor ausgestattet – recht ordentlich für diese Preisklasse. Nicht ganz so viel Eindruck macht es mit seinen 258 MB Arbeitsspeicher in Sachen Geschwindigkeit. Anspruchsvolle Spiele stemmt das Galaxy Gio damit nicht, beim Surfen im Internet oder der Nutzung gängiger Apps macht sich die schlappe RAM-Ausstattung jedoch kaum bemerkbar.

Als verhältnismäßig ausdauernd präsentierte sich im Test der noch untrainierte 1350 mAh Li-Ion-Akku. Immerhin hielt er bei dauerhaft aktiviertem WLAN, moderater Nutzung von Bluetooth, MP3-Player und Kamera und einer halben Stunde Gesprächszeit drei Tage durch, bis er wieder ans Netz musste.

Fazit

Das Samsung Galaxy Gio ist das optimale Android-Smartphone für alle, die keine Unsummen für ein Handy ausgeben wollen, aber dennoch einen zuverlässigen Begleiter suchen, der alles an Bord hat, was man im Alltag so braucht.

In Punkto Verarbeitung und Bedienbarkeit präsentierte sich das Galaxy Gio im Test sehr gut. Als weniger gut, aber immerhin noch für Schnappschüsse geeignet, erwies sich die Qualität der 3.2 Megapixel-Kamera. Der Touchscreen überzeugte durch schnelle und präzise Reaktion.

Zum Zubehör hätte dem Androiden neben dem Akku, dem Netzteil, einem USB-Kabel, einer 2 GB MicroSD-Speicherkarte mit Adapter und der Kurzanleitung gerne noch ein Headset spendiert werden dürfen.

Das System des Smartphones läuft sehr stabil und überraschend schnell, angesichts der eher mittelmäßigen Ausstattung mit einem 258 MB Arbeitsspeicher und 800 Mhz Single-Core Prozessor. WLAN und UMTS sorgen für viel Schwung beim Surfen über den Webkit-Browser.

Insgesamt hinterlässt das Gio einen guten und soliden Eindruck.

Das Samsung Galaxy Gio ist derzeit für 189,57 Euro (Stand 13.April 2011) bei Amazon.de zu haben.

Hier geht es zur Produktseite des Samsung Galaxy Gio.