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Schlechter Film: So kann Google Glass den Kinoabend versauen

In den USA bekam ein Filmfan die volle Macht der Behörden zu spüren – weil er Google Glass im Kino trug.

In den letzten Tagen landete Google Glass wegen der verschiedensten Dinge in den Schlagzeilen. Sei es diese Sex-App, diese Glass-App für Feuerwehrmänner oder die Fahrerin, die in Kalifornien für das Autofahren mit dem netzfähigen Android-Nasenfahrrad freigesprochen wurde: Unsicherheit und Neugier im Umgang mit Google Glass sind allenthalben spürbar. Neu in der Reihe: der Filmfan, der stundenlang verhört wurde, weil er Google Glass im Kino trug.

Was ist passiert? In Columbus/Ohio endete ein Kinoabend für ein Paar gemeinsam mit Agenten verschiedener US-Behörden, u.a. angeblich vom FBI, im Verhörzimmer. Der Vorwurf: Piraterie. Das berichtet die Seite The Gadgeteer, deren Redaktion der Betroffene über den Vorfall in Kenntnis setzte. Zwei Wochen zuvor hatte der Mann sein Google Glass-Exemplar für Brillenträger erhalten, das er seitdem als ständigen Brillenersatz nutzte. Im Kino war das Gerät abgeschaltet, betonte er.

Während des Films setzte sich nach einer Stunde ein Mann neben das Paar und forderte es auf, sofort mit ihm nach draußen zu kommen. Draußen warteten diverse Polizisten. Es folgte ein stundenlanges Verhör “auf freiwilliger Basis”, allerdings unter obligatorischen Androhung “schlimmer Dinge” bei Nicht-Kooperation. Erst als sich die Beamten mit einem Laptop durch die auf dem Gerät gespeicherten Daten geklickt hatten, waren sie überzeugt. Auf die Idee kamen sie – nach über dreieinhalb Stunden.

The Verge veröffentlichte ein Statement der MPAA (Motion Picture Association Of America) zu dem Vorfall: “Google Glass is an incredible innovation in the mobile sphere, and we have seen no proof that it is currently a significant threat that could result in content theft. The MPAA works closely with theaters all over the country to curb camcording and theater-originated piracy, and in this particular case, no such activity was discovered.”

Der Betroffene erhielt von der Betreibergesellschaft vier Kinogutscheine als Entschädigung.

Google Glass für Brillenträger

(via)