„Endlich“, ließe sich sagen, hat Samsung sein Galaxy S7 auf dem Mobile World Congress vorgestellt. Das Flaggschiff der Südkoreaner ist keine Revolution – und doch ein Maßstab für viele künftige Android-Telefone.
Das Altbekannte
Ein erster Blick auf das Galaxy S7 genügt, um es als Mitglied der Galaxy-Familie einordnen zu können. Linienführung, Silhouette des Gehäuses, die Anordnung der wichtigsten Elemente und der Homebutton unter dem Display – dies ist bereits von den zahlreichen Vorgängern bekannt. Ein Blick auf die Rückseite entlarvt es ebenfalls als typisches Designstück Samsungs: Die Kamera, die beim S6 noch enorm herausragte, wird nun wieder im Gehäuse versenkt und lugt nur noch minimal hervor. Das Unibody-Gehäuse aus Metall kleidet das S7, ein designtechnisches Wagnis bleibt dennoch aus.
Die Werte
Aber gut, Design ist das eine, Leistung das andere. Und hier trumpft das Galaxy S7 mit seinen Prozessoren auf. Der Plural ist gewählt, da Samsung sein Smartphone mit zwei grundverschiedenen Rechenknechten ausstattet. In den meisten Teilen der Welt und auch hierzulande wird das Gerät von einem Eynos 8890 befeuert, der mit acht Kernen und einer Taktrate von 2,3 GHz auftrumpft. Die USA und die VR China hingegen erhalten „nur“ einen Vierkerner – den trotz alledem starken Snapdragon 820. Mit 4 GB Arbeitsspeicher stehen dem Galaxy S7 ungeahnte Ressourcen zu Verfügung – der Performance dürfte ein solch üppiges Speicherangebot zuträglich sein.
Je nach Modell stehen 32 oder 64 GB Flashspeicher zur Verfügung. Eine Überraschung am Rande: Samsung hörte auf die Kritik an den Vorgängermodellen und integrierte einen microSD-Slot, mit dem der Speicher um bis zu 200 GB erweitert werden kann. Das Display mit 5,1 Zoll Diagonale bietet eine Auflösung von 2.560 mal 1.440 Pixeln. Auf diesem dürften Fotos gut zur Geltung kommen, denn obwohl die rückseitige Kamera lediglich mit 12 Megapixeln auslöst, hat Samsung an der Linse und dem Sensor selbst gearbeitet und greift hiermit Branchenprimus Sony an, deren nächste Xperia-Geräte sich vor allem über die Fotoqualität verkaufen sollen. Ein Akku mit 3.000 mAh (S7 Edge) bzw. 3.600 mAh, Schnellladefunktion, Fingerabdrucksensor, optionales Dual-SIM und NFC sowie die Unterstützung aller gängigen Funkstandards gehören zum Inventar des S7 und S7 Edge.
Die Neuerungen?
Innovationen ohne Ende: Diese Dame arbeitet aktiv am papierlosen Büro. Unterstützt wird sie – natüröich – vom wasserdichten Galaxy S7 und ihrem ebenso wasserabweisenden Oberteil. (Foto: Samsung)
Vom microSD-Slot wurde bereits etwas weiter oben geschrieben. Daneben wird das Galaxy S7 wasserdicht sein. Das Always-On-Display ist tatsächlich etwas Altbewährtes und wird durch kleinere Tricks beim Paneldesign erreicht: Lediglich ein kleinerer Bereich des Bildschirms bleibt permanent eingeschalten, zum Ablesen der Uhrzeit oder entgangener Anrufe wie Nachrichten. Das waren auch schon die großen „Neuerungen“, mit denen Samsung lediglich den anderen etablierten Herstellern nacheifert. Kein USB-C, kein Force Touch, kein „echtes“ Always-On-Display. Vom Samsung Galaxy S7 und seinem Edge-Pendant wären mehr Neuerungen erwartet worden. Amazon listet das S7 und S7 Edge bereits – zum Preis von 700 bzw. 800 Euro. Diverse Vertragsangebote werden in den kommenden Tagen von allen großen Providern aufgenommen.
Der Ersteindruck: Ein stabiles und leistungsfähiges, aber an Innovationen armes Smartphone. Für echte Innovationen scheinen andere Firmen geeigneter zu sein.
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