In den Game-Charts aller Plattformen hat König Fußball ein Abo auf die Top-Positionen. Nicht anders beim Android OS, für das Gamelofts beliebtes „Real Football“ zu den heißesten Anwärtern auf das Bolzspiel des Jahres zählt. Der Test verrät, ob Real Football 2011 seinen Namen verdient.
Gameplay
Insgesamt stehen 245 Teams und neun Ligen aus aller Welt zur Auswahl, mitsamt der echten Spielernamen. Die Lizenzen erstrecken sich aber leider nicht auf Trikots und Symbolik der Vereine. Und weil auch die Meisterschaften nicht lizensiert sind, sehen die Trophäen ihren Originalen nur entfernt ähnlich.
Folgende Spielmodi bietet Real Football 2011:
Testspiel: „schnelles Spiel“; zwei Mannschaften, Stadion und Trikots auswählen und los geht’s
Season Club Master: Der User spielt eine Saison als Mannschaftsboss. Drei Titelwettkämpfe stehen zur Auswahl: Liga, Cup und Meisterschaft
RF League: Der Spieler tritt gegen alle verfügbaren computergesteuerten Mannschaften an, um in der Online-Bestenliste aufzusteigen.
Geschichte: In diesem Modus werden historische Spiele mit der Originalbesetzung nachgespielt, zum Beispiel das WM-Spiel 2006 zwischen Spanien und Frankreich
Training: Tutorials zur Steuerung
Enter the Legend: Die Karriere eines einzelnen Spielers wird nachvollzogen, der User spielt mit diesem Spieler. Alle anderen sind computergesteuert
Cup: Verschiedene Meisterschaften (International, Europa, Amerika, Afrika, Asien)
Liga: Verschiedene Ligen (Bundesliga, Französische, Spanische, Portugiesische, Argentinische, Brasilianische, US-Amerikanische, Japanische, Nationalliga)
Elfmeter
Versuche, sich online für die RF League anzumelden, schlugen samt und sonders fehl. Ein von Gamelofts Telefon-Support versprochener Rückruf ist nicht erfolgt, eine Bewertung des Features deshalb nicht möglich. Online-Matches würde der Spielmodus aber ohnehin nicht erlauben. Laut Real Football 2011-Beschreibung ist allerdings die Möglichkeit integriert, Matches über Bluetooth auszutragen. Eine Funktion, die beim Test schlicht und ergreifend nicht auffindbar war.
Vor dem Spiel können Wetter und Spielstätte ausgewählt werden, natürlich lassen sich auch Kader und Formation nach Wunsch zusammenstellen. Unter dem Menüpunkt “Editor” befinden sich weitere Änderungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Spielertransfers.
Gute Grafik
Schon beim Start des Games fällt die gute Grafik ins Auge: Das Intro-Video ist sehr ansehnlich und auch der Soundtrack gefällt. Wenn es dann nach einer etwas langatmigen Ladezeit endlich losgeht, klappt einem beim ersten Mal die Kinnlade runter: Feuerwerk im Stadion, Nahaufnahmen von Zuschauern, zum Aufmarsch der Spieler schallt die Begrüßung des englischsprachigen Kommentators. Soviel Atmosphäre hat ein Handy-Spiel selten gehabt.
Auch beim Spielen ist die Grafik sehr schick. Während des Spiels sieht man das Spielfeld wie gewohnt von schräg oben, aber der Ausschnitt ist natürlich kleiner als bei Referenz-Titeln auf Konsolen. Bei Freistößen, Einwürfen, Elfmetern usw. wechselt die Perspektive in den Third-Person-Modus, und auch Torschüsse wiederholt Real Football aus verschiedenen Blickwinkeln. Wiederholungen können gespeichert werden.
Bedienbarkeit
Die schlechte Nachricht zuerst: RF11 ist nicht App2SD-fähig und belegt nach der Installation insgesamt knappe 26 Megabyte des internen Telefonspeichers. Bleibt zu hoffen, dass sich daran bei künftigen Spielversionen noch etwas ändert.
Zur Steuerung: Lauf- und Schussrichtung werden wie so oft über einen virtuellen Stick gesteuert, für alles andere reichen ein A- und ein B-Button sowie situationsabhängig ein Sprint-Knopf. Passen und Abwehren auf B, Schießen und Grätschen auf A. Für Pässe in den Lauf und andere Manöver müssen die Buttons lange gedrückt oder darüber gewischt werden.
Avatare überfordert
Übersteiger und andere Tänzeleien führt man über festgelegte Gesten (Tippen, Wischen, Kreisen, usw.) aus. Die Steuerung wird unter Training nach dem Learning by Doing-Prinzip erklärt. Einsehbar ist sie außerdem über das kleine Ausrufezeichen im Hauptmenü.
Die Künstliche Intelligenz gehört zu den wichtigsten Elementen bei allen Arten von Videospielen, bei Fußball aber ganz besonders. Bei Real Football 2011 hakt es an dieser Stelle ab und an. Überhaupt sind die computergesteuerten Avatare bezüglich Laufwegen und logischem Verhalten etwas überfordert. Viel zu oft stehen Mitspieler im Weg rum, anstatt sich im freien Raum zum Anspiel anzubieten.
Bedienung nicht ohne
Die Klasse der Computer-Gegner ist dabei zwar regelbar, aber bereits das Niveau „Junior“ ist für blutige Anfänger nicht ohne. Wer nicht als Meister vom Himmel gefallen ist, muss einstecken können. Aber bereits nach einigen Minuten Aufwärm-Phase fallen dann auch schon die ersten eigenen Tore. Kleiner Tipp: Wer in der Defensive nicht so recht weiß, wo er hin soll, hält B gedrückt.
Fazit
Real Football 2011 setzt vor allem optisch Maßstäbe, in dieser Hinsicht sind mobile Geräte den Konsolen wieder ein Stück näher gerückt. Leider ist die Kluft zu den Vorbildern auf größeren Bildschirmen in Sachen Intelligenz der computergesteuerten Spieler noch recht groß. Nach einer Eingewöhnungsphase zeigt sich Real Football 2011 aber durchaus als veritabler Langeweile-Killer. Ob der Mehrspieler-Modus per Patch nachgeliefert wird oder ein Mythos bleibt, gilt es abzuwarten.
Real Football 2011 kostet 3 € und ist im Gameloft-Shop auf www.gameloft.de erhältlich. Als Testgerät kam ein HTC Desire (Android 2.2) zum Einsatz.