Die Zeichen verdichten sich, dass Google mit zwei seiner ambitioniertesten Projekte auf die Zielgerade eingebogen ist. Einem gut informierten Blogger zufolge lassen Project Tango und Ara nicht mehr lange auf sich warten.

Ein Smartphone aus Modulen? Einfach und genial. (Bild: Google)
In den letzten Wochen wurde mehrfach über Project Ara, das aus dem Konzept der Phonebloks hervorgegangen ist, berichtet. Die Idee eines modularen Smartphones, bei dem einzelne Komponenten ausgetauscht werden können, statt das ganze Gerät zu ersetzen, war zunächst als Blödsinn abgetan - Google bewies aber das Gegenteil und soll verschiedenen Quellen zufolge bereits Details zur Art der Veröffentlichung festgelegt haben. Ein Online-Store soll sämtliche Bausteine führen – über Preise und Umfang der Palette kann derzeit nur spekuliert werden. Der Redakteur Artem Russakovskii von Android Police berichtet nun auf seinem Google-Plus-Account, dass Ara im nächsten Februar starten soll.
Während Ara das Verständnis von Smartphones grundlegend ändern will, dient Project Tango nichts anderem als der Vermessung der Welt. Die Android-Devices verfügen über Tiefensensoren und -kameras, die während das Gebrauchs die Umwelt scannen und gleichzeitig kartografieren. Eine ähnliche Technik, wenn auch nicht so komplex, wurde in Microsofts Kinect verbaut, das den User in der Tiefe des Raums erfasst und seine Bewegungen in ein Spiel überträgt. Auch in der Photogrammetrie kommt ein solches Verfahren zum Einsatz. Für Google scheint dies nicht nur ein Spiel zu sein, sondern ernst. Dreidimensionale Raumvermesseung in Echtzeit – und das mit kleinen Geräten statt aufwendiger Ausrüstung – wäre für viele Anwendungen denkbar und sinnvoll. Beispielsweise zum Einrichten der eigenen Wohnung, zur Vermessung historischer Stätten, zur 3D-Erfassung von Alltagsgegenständen.Federführend für die Tango-Entwicklung zeichnet sich u.a. der Informatiker Chung Lee verantwortlich, der vor einigen Jahren mit der Wii-Fernbedienung tolle Techdemos (Video hier) erstellte.
Was (noch) nach Science-Fiction klingt, soll Russakovskii zufolge bereits im November erscheinen. Die erste Charge sei bereits gefertigt und der Verkaufspreis im Fenster zwischen 50 und 1.000 US-Dollar festgesetzt.
Ob das nun stimmt, wird sich in wenigen Tagen zeigen – oder nicht. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
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