Lenovo und Google wollen im Sommer die Früchte ihrer neuen Zusammenarbeit ernten und kündigten im Rahmen der CES 2016 an, im Sommer das erste Gerät des „Project Tango“ auf den Markt zu bringen.
„Project Tango“ ist aus technischer Sicht eines der spannendsten Google-Projekte. Nur mit Hilfe eines speziellen Smartphones (ausgestattet mit 3D-Kameras, Tiefensensor und angepassten Apps) sollen Nutzer in Echtzeit ihre Umgebung als virtuelles und sehr detailliertes Abbild erfassen können. Auch der umgekehrte Weg, das heruntergeladen von 3D-Modellen zur exakten Navigation durch Innenräume und Gebäude, soll ermöglicht werden. Und – der dritte Aspekt – Augmented-Reality-Spiele sollen ebenfalls davon profitieren, etwa mit der Einbettung von Spielfiguren in die Raumarchitektur.
Auf der CES 2016 zeigte Lenovo Designstudien wie das Project-Tango-Smartphone aussehen könnte. Bild: Lenovo)
Dass Lenovo (neuerdings unter der Knute von Motorola) als Partner auserkoren wird, gilt in Fachkreisen nicht unbedingt als Überraschung. Die rasche Implementierung neuer Technologie in marktreife Produkte war ein Markenzeichen der chinesischen Firma, die vielmehr mit miesen Werbekampagnen und unspektakulären Designs kämpfte. Die Kollegen von Golem konnten einige technische Eckdaten und den gesteckten Preisrahmen in Erfahrung bringen: Das Project-Tango-Smartphone wird mit einem Display zwischen 6 und 6,5 Zoll ausgestattet, eine Qualcomm-CPU wird das Herzstück des Telefons sein, welches zu einem Preis von etwa 500 US-Dollar (plus Steuern) angeboten werden soll.
Für Nutzer bzw. Entwickler, welche konkrete Ideen für eine Project-Tango-App haben, werden ermutigt, bis zum 15. Februar 2016 Vorschläge einzureichen – einige der Ideen könnten dann als Apps realisiert werden, auch stellen Google und Lenovo eine Vorab-Finanzierung in Aussicht, um Entwickler bei der Umsetzung ihres Vorhabens zu unterstützen.
Ein Video der letztjährigen Google I/O ist übrigens sehr empfehlenswert, in welchem Johnny Lee (bekannt geworden durch dieses kleine Projekt) in aller Ausführlichkeit Project Tango vorstellt:
(via)