Die Android-Adaption von Pro Evolution Soccer hat lange auf sich warten lassen. Doch lässt sich der von der Konsole oder PC gewohnte Spielspaß auf das Smartphone übertragen? Der Test klärt auf.
Installation
Die App verlangt bei der Installation Zugriff auf:
- Speicher: SD-Karten-Inhalt ändern/löschen
- Netzwerkkommunikation: Uneingeschränkter Internetzugriff
- System-Tools: Standby-Modus deaktivieren
Funktionsumfang
PES 2011 bietet eine Vielzahl von Spielmodi an. Diese sind:
- Schnellspiel
- Freundschaftsspiel
- Champions League
- Europa League
- Nationale Ligen
- Pokalwettbewerbe
- Training
Leider findet sich die Bundesliga nicht unter den nationalen Ligen. Dafür gibt es aber zum Beispiel die italienische Serie A, die spanische Primera Division oder aber die französische Ligue 1. Dazu gesellen sich die holländische und die englische Liga.
Zum größten Teil featured das Spiel die Namen der Spieler und Teams, die es auch in Wirklichkeit gibt. Für einige Teams haben die Entwickler aber anscheinend die notwendigen Lizenzen nicht bekommen. Besonders auffällig ist das in der englischen Liga, in alle Teams ausnahmslos unter anderen Namen erscheinen. So heißt etwa Manchester United ‘Man Red’ und Manchester City ‘Man Blue’, also entsprechend ihrer Trikots. Die Namen der Spieler sind aber die echten.
Vor jedem Spiel besteht die Möglichkeit, an den Feinheiten des Teams zu arbeiten. Einfluss kann auf die Mannschaftsaufstellung und das Spielsystem genommen, und auch der Schütze für Standardsituationen kann vorab festgelegt werden. Entsprechende Veränderungen lassen sich speichern und bei Bedarf erneut laden. Um bessere Vergleichsmöglichkeiten mit den Teamkollegen zu haben, zeigt die App die Stärken und Schwächen der Spieler mittels einer Punktewertung an.
Außerdem gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen und die Möglichkeit zur Einstellung der Halbzeitdauer. Bedauerlich ist der Verzicht auf die Option, im Ligamodus Spielertransfers durchzuführen. Das wäre das i-Tüpfelchen gewesen.
Gameplay/Steuerung
Bei der Steuerung hat Konami drei verschiedene Varianten integriert. Zum einen gibt es einen virtuellen Joystick. mit dem die Spieler auf dem Display bewegt werden. Aktionen erfolgen kontextbezogen durch Tippen auf den Bildschirm. Außerdem stellt das Game die klassische Variante mit Steuerungspad und zwei Tasten (A + B ) zum Ausführen von Aktionen zur Verfügung. Dritte Alternative ist die Steuerung via Bewegungssensor. Hierbei wird der Spieler durch Neigen des Gerätes bewegt, Aktionen werden hier ebenfalls durch Tippen auf den Bildschirm kontextbezogen ausgeführt.
Unpräzise Steuerung
Leider ist allen Steuerungen gemein, dass sie nicht präzise reagieren. Die Steuerung via Bewegungssensor wird nicht viele Nutzer begeistern. Dabei neigt sich das Smartphone teilweise so sehr, dass keine ideale Sicht mehr auf den Bildschirm besteht – zumindest bei Tageslicht. Um die Steuerung halbwegs flüssig zu beherrschen, ist viel Übung erforderlich. Insbesondere in brenzligen Spielsituationen war an vernünftige Reaktionen kaum zu denken.
Aber auch die beiden anderen Steuerungsvarianten ließen während des Tests nur bedingt eine flüssige Bedienung zu. Vor allem die klassische Steuerungsvariante mit Joypad und den zwei Aktionstasten hakte desöfteren oder reagierte gar nicht. Insbesondere der Pass aus dem Lauf heraus gelang häufig nicht. An sich lief das Spiel flüssig, nur die Steuerung trübte immer wieder den Spielspaß.
Prunkstück Grafik
Die Grafik ist bei PES 2011 das Prunkstück. Die Spieler, der Rasen und vor allem die Bewegungsabläufe der Avatare sind sehr realistisch ausgefallen. Insbesondere bei der Schusshaltung wird das erkennbar. Die Tribünen hingegen sind kaum mehr als bunte Farbtupfer.
Fazit
Langweilig wird PES 2011 dank der verschiedenen Spielmodi nicht so schnell. Die gute Grafik tut ihr Übriges und erhöht den Spielspaß deutlich. Einzig die Steuerung machte immer wieder Probleme. Zwar haben sich die Entwickler bemüht, dem Spieler möglichst viele verschiedene Steuerungsmöglichkeiten anzubieten, doch geht die Vielfalt auf Kosten der Präzision. Hier wäre eine, aber dafür präzise reagierende Option wünschenswert. So beschert die Steuerung dem Game einen gewaltigen Punktabzug in der Endbewertung.
Die zum Teil fehlenden Namensrechte für die Teams lassen sich hingegen leicht verkraften. Bei der Steuerung muss Konami aber definitiv nachbessern, erst dann steht einem ungetrübten Spielgenuss nichts mehr im Wege.
Als Testgerät kam ein HTC Desire zum Einsatz. PES 2011 kostet 4,99 € und kann im Android Market heruntergeladen werden.





