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Veröffentlicht am Android-Apps · Spiele · Teaser Top Spiele 6 Min. Lesezeit

“Pflanzen gegen Zombies” für Android im Test – Pflanz um Dein Leben!

Auf PC und iPhone kämpfen bereits Millionen mit ihrem Grünzeug gegen Zombie-Horden, die durch den Garten ins Haus schlurfen wollen. Jetzt gibt es das Spiel endlich auch für Android. Die Version aus dem Amazon Appstore (die bei der Installation übrigens automatisch auf deutsch umspringt) wurde vorab getestet. Nach Ablauf der exklusiven Amazon-Phase kommt Pflanzen gegen Zombies auch offiziell in den Android Market.

Wann erscheint Pflanzen gegen Zombies im Android Market?

Gute Frage, nächste Frage. Auf Nachfrage ließ Entwicklerschmiede PopCap folgenden, nichtssagenden PR-Textbaustein zukommen: “As for Google Market, no defined dates or plans at this time, but we’re working on getting the games in as many channels as possible after the exclusivity period is over, as we want to reach the widest possible audience. We have built our initial Android games with initial support for EFIGS+ Russian+ Traditional Chinese +Simplified Chinese so our plans are to bring the games to the rest of the world. And of course we’ll continue to look at additional languages as it makes sense.”

Bei Twitter ging es am Tag der Veröffentlichung in Amazons Appstore aber doch noch etwas genauer. Zwei Wochen beträgt demnach die Appstore-Exklusivität. Das war am 31. Mai. Wie wäre es also mit bald?

Gameplay

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Es gilt, die durch den Garten anrückenden Zombies vom Haus fernzuhalten, Tower Defense wie aus dem Katalog. Zur Verteidigung steht dem Spieler ein Arsenal wehrhafter Pflanzen zur Verfügung. Los geht es mit Sonnenblumen und einer Erbsenkanone, nach erfolgreich absolviertem Level kommt dann jeweils eine weitere Pflanze hinzu, wie zum Beispiel explosive Kirschen oder ein Pilz, der den Feind mit seinen Sporen beschießt. Vor dem Start der einzelnen Level wählt der Spieler die sieben Pflanzen aus, mit denen er den Kampf gegen die Zombies aufnehmen möchte.

Zombies endgültig in den Hades schicken
Alle Pflanzen müssen per Fingerwisch strategisch so auf der Rasenfläche angeordnet werden, dass es die anrückenden Zombies mit Sack und Pack in den Hades zurückversetzt. Auftrag also an den Spieler: pflanzen, bis der Spaten glüht. Jedes Gewächs kostet jedoch Punkte: Schlägt eine Erbsenkanone zum Beispiel mit 100 Punkten zu Buche, kosten die explosiven Kirschen 150 Punkte. Und es geht noch weit teurer.

Zum Auffüllen des Punktekontos dienen die Sonnenblumen, die in regelmäßigen Abständen Sonnen absondern, die per Fingertipp eingesammelt werden und dem Spieler als Punktelieferanten dienen. Leider sind sie den Angriffen der lebenden Toten völlig wehrlos ausgesetzt. Bekommen sie es direkt mit einem Zombie zu tun, landen sie nach einigem Nagen, Knacken und Schaben in dessen Magen.

Verteidigungsreihe aus Erbsen, Rüben und Kirschen
Erbsen- und Pilzkanonen bomben dabei also nicht nur die Zombies zu Klump, sondern schützen gleichzeitig die Sonnenblumen. Es empfiehlt sich also der Aufbau einer Verteidigungsphalanx aus Erbsen, Pilzen, Rüben und Kirschen, hinter der man sich der Zucht von Sonnenblumen widmet. Je mehr Sonnenblumen man pflanzt, desto mehr Sonnen lassen sich natürlich ernten – gleichzeitig reduziert sich natürlich der Platz, der für die Verteidigung zur Verfügung steht.

Aber auch die Zombies lernen dazu. Sind die ersten Zombiewellen abgewehrt, schützen sie sich mit Sicherheitshelmen oder Eimern und stecken auf diese Weise sehr viel mehr Erbsentreffer weg. Schließlich tauchen sogar Exemplare auf, die mit einem Stock über das erste Hindernis hinweg springen, mit Rasenmähertraktoren hantieren oder mit Taucherausrüstung ausgerüstet sind.

Ein Rasenmäher pro Rasenbahn
Dringt ein Zombie bis zum Haus vor ist glücklicherweise nicht direkt alles verloren: Vor dem Haus wartet für jede Rasenbahn ein Rasenmäher, Braindead lässt grüßen. Droht ein Zombie ins Haus einzudringen, startet er und mäht das bedrohlich-raunende Geschöpf einfach nieder. Leider funktioniert das auf jeder Bahn nur einmal: Beim zweiten Mal darf sich der Spieler als hirnfreie Zone betrachten.

Im weiteren Spielverlauf wird es dann komplizierter. Zum einen bricht die Nacht an und reduziert den Sonnen-Nachschub. Vorhandene Kräfte müssen also gezielter und strategischer eingesetzt werden. Zum anderen haben die Entwickler in den PopCap-Stuben einige hübsche Geländevariationen hinbekommen.

50 verschiedene Level
Insgesamt warten in der Android-Version 50 verschiedene Level auf den Spieler. Bevölkert werden sie von 26 Zombietypen, die jeweils über besondere Fähigkeiten verfügen. Münzen, die man im Lauf des Spiels anspart, können im Shop des Kauderwelsch sprechenden Spielführers Deppie Dave in zusätzliche Rasenmäher, Rechen und anderes tödliches Gartenequipment investiert werden.

Hier der offizielle Trailer zu Plants vs. Zombies von PopCap:

Bedienbarkeit

Außer sich durch einige Erklärungen zu klicken, eiligen Fingertipps und gezielten Wischgesten hat der Spieler nicht viel zu tun, was viel Hirnschmalz erforderte. Ein Menü, in dem aufwändige Einstellungen vorzunehmen wären, haben sich die Entwickler komplett eingespart. Natürlich: Gerade, wenn vielköpfige Zombiewellen anrollen, sind Übersicht und eine gewisse Schnelligkeit unabdingbar.

Vorbild Disco-Stu?
Sind die ersten Level überstanden, kommen aber auch ungeübte Gamer mit dem Spiel problemlos zurecht. Wohl eines der grundlegenden Geheimnisse für seinen Erfolg. Ein anderes dürfte die Liebe sein, die offenbar in die Programmierung und das comichafte Design des Spiels investiert wurde. In die Grafik baute Pop Cap einige hübsche Details ein, angefangen bei der Gestaltung der Pflanzen bis hin zum Sportdress der mit Sprungstab ausgerüsteten Zombies oder dem Disco-Zombie, der inklusive vier Tänzern und Diskokugel daherkommt und entfernt an Disco-Stu von den Simpsons erinnert.

Aber auch der Sound verdient Beifall. Die Sounddesigner griffen zwar hier und da tief in die B-Movie-Klischeekiste, doch all das Nagen, Scharren, Surren und Raunen sorgt durchweg für unbarmherzige Gruselstimmung. Ein hohes Sirren, das die nächste Zombiewelle ankündigt, während die Verteidigungsreihe noch nicht geschlossen steht, kann für erhöhten Herzschlag sorgen. Chapeau!

Weitgehend flüssige Performance
Nach dem Start benötigt Pflanzen gegen Zombies eine gewisse Zeit, bis es geladen ist. Anschließend lief das Spiel aber weitgehend flüssig. Zweimal blieb die App allerdings hängen, was jeweils einen Neustart erforderlich machte. Highend-Geräte sollten derlei Probleme nicht haben, auf Smartphones aus der Mittelklasse dürfte das Game vermutlich ebenfalls laufen.

Fazit

Pflanzen gegen Zombies ist auf dem iPhone nicht umsonst erfolgreich. Das Spielprinzip ist einfach, und auch auf die Zombies als Feindbild kann sich wohl jeder einlassen. Das gilt natürlich auch für die Android-Version, deren technische Umsetzung vom ersten Klick an überzeugt: Programmierung, Grafik und Sound stimmen. Dass die ersten Level sehr leicht zu bewältigen sind, dürfte auch Anfängern den Einstieg erheblich erleichtern.

Doch, doch: Die Zombieschlacht ist von der ersten Erbsenkanone bis zum letzten explodierten Untoten durchweg ein Spitzenprodukt, mit dem Pop Cap seinen Ruf als tolle Indie-Entwicklerklitsche eindrucksvoll bestätigt. Zweifellos einer der hoffnungsvollsten Kandidaten auf das Android-Game des Jahres.

Zwei Abstürze, bei denen der Prozessor des Testgeräts offenbar in die Knie ging, waren jedoch zu verzeichnen. Machte der Chipsatz keine Mucken, spielte es sich aber ganz ungeniert – auch über längere Zeiträume.

Als Testgerät kam ein HTC Legend zum Einsatz. Da es sich um eine Vorab-Review handelt, gibt es noch keinen Android Market-Link.