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Veröffentlicht am Android Tablets · Pearl · Teaser Top Tablets 4 Min. Lesezeit

Pearl Touchlet 7″ X7Gs im Praxistest – Ernüchternd, unkomfortabel, schlecht

Der Markt für Einsteiger-Tablets im 7-Zoll-Format wird heiß umkämpft, vor allem, seitdem Google mit dem Nexus 7 selber ein Referenztablet im Angebot hat. Der Onlineversandhändler pearl.de mischt ebenfalls im Tablet-Markt mit. Das Touchlet 7″ X7Gs  wurde einem Test unterzogen, um zu ermitteln, wie sich das Gerät in vier typischen Anwendungsfällen schlägt.

Das Hauptaugenmerk lag nicht auf Benchmarks oder Spec-Geprotze, hier könnte das Pearl-Tablet ohnehin nicht mithalten. Von daher wurde das Tablet einfach mal als Verbraucher genutzt, wie der Durchschnittsuser es tun würde: zum Surfen, Lesen, Spielen und Arbeiten. Dementsprechend erfolgt auch die Bewertung des Geräts. Ein paar Eindrücke des Tablets und wie es sich im Vergleich mit anderen Einsteiger-Tablets schlägt, sind im Folgenden zu lesen.

1. Surfen

Was macht man in der Regel am häufigsten mit einem Tablet? Genau, Surfen im Internet. Der Seitenaufbau ging sich während des gesamten Tests etwas langsam vonstatten – trotz schneller Internetverbindung. Auch mit alternativen Browsern, etwa dem Opera-Browser, war es nicht viel schneller. Auffällig war jedoch, dass trotz geladener Seite der Bildschirm gelegentlich gänzlich weiß blieb. Beheben ließ sich dieses Problem nur durch Berühren des Displays.

Das blieb leider keine Ausnahme, sondern trat regelmäßig auf. Komfortables Surfen war kaum möglich. Aber um fair zu bleiben: Wer Geduld hat und wen die gelegentlichen Aussetzer nicht stören, dürfte auf der Couch seinen Spaß mit dem Gerät haben.

Touchlet 7“ X7Gs (Bild: n-droid.de)

2. Lesen

Sowohl Smartphones als auch Tablets zeichnen sich durch immer bessere und hochauflösendere Displays aus. Oft wirkt die Kritik an angeblich nicht so gelungenen Displays wie Gejammer auf hohem Niveau. Die Darstellung auf dem Pearl-Touchlet ist alles andere als hochauflösend. Das Schwarz auf weißem Hintergrund ist bleich und unscharf, beim Zoomen wird die Schrift schnell körnig. Bei einer Auflösung von 800×480 Pixeln ist das nicht allzu verwunderlich.

Wer hohe Erwartungen an ein Display hat, darf nicht in die Nähe des Touchlets kommen. Ein klares Display mit satten Farben und scharfer Darstellung? Das Touchlet kann damit leider nicht aufwarten.

Touchlet 7“ X7Gs (Bild: n-droid.de)

3. Spielen

Unter den mittlerweile über 600.000 Apps im Google Play Store tummeln sich natürlich eine Menge Spiele. Viele Games kommen auf einem Tablet deutlich besser rüber als auf einem kleineren Smartphone. Diesen Vorteil will man selbstverständlich nutzen. Als Einstieg wurde das kostenpflichtige GTA 3 gewählt, welches kompatibel sein sollte. Nach Download und Start des Spiels blieb die App jedoch immer schon beim Laden hängen. Erst dutzende Versuche und Neuinstallationen später wurde die Erkenntnis gewonnen, dass das Spiel nicht auf dem Touchlet laufen würde.

Dann sollte es ein Massenerfolg richten: Angry Birds ist auf zig Millionen Android Geräten installiert. Und siehe da, das Spiel lässt sich starten und lädt auch. Doch bereits auf dem Startbildschirm kommt es zu Aussetzern und Rucklern. Schlussendlich lässt sich das Spiel zwar spielen, rund läuft die Choose aber nicht. Eigentlich sollte ein 1 GHz-Prozessor zumindest Angry Birds halbwegs flüssig laufen lassen. Nicht so auf dem Touchlet.

Fakt: Die Auswahl kompatibler Spielen ist ohnehin recht dünn. Da ist es doppelt ärgerlich, wenn die wenigen Spiele nicht so laufen, wie sie sollen.

Touchlet 7“ X7Gs (Bild: n-droid.de)

4. Arbeiten

Die unscharfe Darstellung beim Display macht sich auch beim Arbeiten bemerkbar. Die Darstellung von Dokumenten, etwa im PDF-Format sind beim Vergrößern leicht unscharf. Nach längerer Arbeitszeit manifestiert sich das schlechte Display in Augenschmerzen. Office-Programme laufen zwar auf dem Tablet, aber das Bearbeiten dauert seine Zeit.

Die 1 GHz-CPU in Kombination mit dem 512 MB Arbeitsspeicher reicht nicht aus, um die Programme flüssig laufen zu lassen. Das Switchen zwischen Internet und anderen geöffneten Apps funktioniert nur mit mehreren Sekunden Bedenkzeit. Komfortables Arbeiten ist unmöglich. Mehr Rechenleistung wären hier von Vorteil.

Fazit

Das Pearl Touchlet 7″ X7Gs kann unterm Strich in keinem Punkt überzeugen. Der Nutzer muss mit zu vielen Einschränkungen leben, sei es das schlechte Display, sei es die geringe Auswahl an Apps oder die langsame Performance. Was auf dem Papier noch halbwegs zufriedenstellend klingt, ist in der Praxis ernüchternd. Nicht einmal zum Surfen taugt das Tablet wirklich.

Natürlich handelt es sich hier um ein Einsteigermodell, mit Einschränkungen muss man rechnen. Allerdings hat es mit einem Preis von 149,90 € keine Chance gegen die Mitbewerber. Zur Erinnerung: Die günstigste Variante des Nexus 7 kostet 199 Euro, mit dem Amazon Kindle Fire HD steht ein weiterer Platzhirsch vor dem Markstart.

Die technische Ausstattung des Pearl Touchlet 7“ X7G im Überblick:

Betriebssystem: Android 4.0 (Ice Cream Sandwich)
 Prozessor: 1 GHz Single-Core Cortex A8
 Display: kapazitiv, 7 Zoll (800 x 480)
 Arbeitsspeicher: 512 MB
 Interner Speicher: 1 GB
 MicroSD: 32 GB
 Kamera: VGA 640 x 480
 Konnektivität: WiFi 802.11 b/g/n,Bluetooth 2.0, Micro-USB
 Schnittstellen:  3,5 mm Klinkenanschluss
 Ortung: GPS
 Sensoren: G-Beschleunigungssensor
 Akku: 2.000 mAh
 Maße: 200 x 124 x 12,5 mm
 Gewicht: 382 g