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Veröffentlicht am Android-Apps · Kostenlose Apps · Navigation Reisen 4 Min. Lesezeit

Naviki in Deutschland – Routenplaner für Pedalritter

Sommerzeit ist Radelzeit. Wie schön, wenn man sich da auf einen kompetenten Radführer verlassen kann, der einem den richtigen Weg weist. Die Android-App Naviki in Deutschland bietet Routenplanung und verbindet die Wege aller Nutzer zu einem zusammenhängenden Streckennetz.

Konfiguration

Zur Inbetriebnahme der App ist die Registrierung bei Naviki mit Angabe von Nutzername, Passwort und E-Mail nötig. Die Registrierung ist nur auf der Naviki Webseite, nicht aber über die App möglich.

Die Anwendung verlangt Zugriff auf:

  • Netzwerkkommunikation: Uneingeschränkter Internetzugriff
  • Speicher: SD-Karten-Inhalt ändern/löschen
  • Anrufe: Telefonstatus lesen und identifizieren
  • Ihren Standort: Genauer (GPS-) Standort
  • Ihre persönlichen Informationen: Kontaktdaten lesen

Wissenswertes zu Naviki:

Ende Juni 2009 wurde Naviki von der Fachhochschule Münster ins Leben gerufen. Zunächst nur für die Routenberechnung über den PC-Browser konzipiert, hielt die App mittlerweile auch auf Android-Handys und iPhones Einzug.

Als Kartenmaterial verwendet Naviki Google Maps, ergänzt durch OpenStreetMap und ein Naviki-eigenes Straßennetz. Dieses entsteht durch den Naviki-Nutzer, dessen Handy GPS-Daten während einer Fahrradtour über die App aufzeichnet, die dann ins Streckennetz auf dem Naviki-Server hochgeladen werden können. Auf diese Weise entsteht ein immer größer werdendes Netz fahrradtauglicher Strecken. Bei der Android-App Naviki für Deutschland handelt es sich um eine Beta-Version.

Funktionsumfang

Die Startseite der App präsentiert sich mit ihren vier Menü-Buttons sehr übersichtlich: Route berechnen, Weg aufzeichnen, Wege und Einstellungen. Die Einstellungen dienen lediglich der Speicherung von Nutzername und Passwort, über die sich die App bei jedem Start automatisch auf dem Naviki-Server einloggt. Die Berechnung der Route geschieht entweder über die GPS-Ermittlung des eigenen Standortes und Eingabe eines Zielortes oder die rein manuelle Eingabe.

Wahlweise berechnet Naviki eine fahrradfreundliche oder die kürzeste Strecke. Zur berechneten Route zeigt die App Zusatz-Daten wie Userbewertungen, Länge, Fahrzeit bei 15 km/h, niedrigster Punkt, höchster Punkt, Höhenmeter aufwärts, maximale Steigung und eine grafische Darstellung des Höhenprofils an. Eine Detailauflistung der einzelnen Streckenabschnitte mit Kilometer- und Richtungsangaben gab es bei der Test-App leider nicht.

Routing mit Hindernissen
Auf einer Karte, wahlweise in Gelände- oder Satelliten-Ansicht, wird die berechnete Strecke angezeigt und kann nunmehr zum Routing verwendet werden. Durch die kleine Google Maps-Ansicht ist die Route auch bei höchster Zoom-Einstellung während des Fahrens leider nur schlecht zu erkennen. Beim Routing werden neben der Kartenansicht die eigene Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke und durchschnittliche Geschwindigkeit angegeben. Eine sprachgeführte Navigation gibt es nicht.

Im Test brach die GPS-Ortung häufig ab, wo andere GPS-basierte Apps ohne Probleme eine Verbindung bekamen, so dass trotz gefahrener Strecke die Anzeige der zurückgelegten Kilometer oder die durchschnittliche Geschwindigkeit auf Null blieb.

Automatische Speicherung berechneter Routen
Die fehlerhaften Verbindungen machten sich genauso in der Option „Weg aufzeichnen“ bemerkbar, in der eine gefahrene Strecke von der App mit Geschwindigkeit, zurückgelegten Kilometern und durchschnittlicher Geschwindigkeit festgehalten und zum Ausbau des Streckennetzes auf den Server hochgeladen werden kann. Vor dem Hochladen sind die gefahrenen Strecken mit Detailangaben wie beispielsweise Eignung (Rennrad, Mountainbike, Kinder etc.), Umfeld, Oberfläche und Verkehrsdichte zu versehen.

Aufgezeichnete und selbst berechnete Routen lassen sich über den Menübutton „Wege“ wieder abrufen. Allerdings funktionierte dieses im Test nur bei den manuell berechneten, nicht aber bei den über GPS-automatisch aufgezeichneten Routen.

Die von der App berechneten Routen waren allesamt fahrradtauglich. Umgehungsstraßen oder Autobahnen wurden bei der Berechnung umgangen. Ob auch immer die schönste und nicht nur die praktischste Strecke berechnet wird, hängt in erster Linie davon ab, inwieweit der Streckenbereich schon von anderen Nutzern abgefahren und bewertet wurde.

Bedienbarkeit

Die Android-App Naviki präsentiert sich sehr übersichtlich und intuitiv bedienbar, da sie im Wesentlichen über die vier Hauptmenüpunkte zu bedienen ist und komplizierte Untermenüs weglässt.
Während einer Verschnaufpause beim Routing kann die App gestoppt werden. Wünschenswert wäre, dass bei der Routenplanung Zwischenstopps an bestimmten Standorten von vornherein einbezogen werden könnten – das funktioniert bislang nur direkt über die Naviki-Webseite, nicht aber über die App.

Auch wäre von Vorteil, wenn es Kilometerangaben und Richtungswechsel zu einzelnen Streckenabschnitten in Listenansicht gäbe. Aufgrund häufiger Verbindungsprobleme gleicht die effektive Nutzbarkeit der App leider eher einem Roulettespiel.

Hier eine grundlegende Einführung in die Naviki-Features:

Fazit

Naviki in Deutschland ist eine Android-App mit Potential und einer guten Grundidee, die jedoch an einigen Stellen noch nicht ganz ausgereift ist und an anderen Stellen im Test schlichtweg nicht funktioniert hat.

Sehr positiv präsentiert sich die übersichtliche Bedienoberfläche.  Auch die Möglichkeit, gefahrene Strecken mit Detailangaben zu versehen, auf den Server hochzuladen und somit das Naviki-Streckennetz mit auszubauen, ist prima. Wünschenswert für das richtige Navi-Feeling wäre die Einbeziehung von Zwischenstopps und eine Option, Steckendetails als Liste direkt in der App angezeigt zu bekommen.

Gar nicht hinnehmbar waren im Test immer wieder auftretende Verbindungsprobleme zum Server und die teilweise schlechte GPS-Ortung an Stellen, wo vergleichbare Android-Apps zeitgleich keine Probleme aufwiesen. Bleibt zu hoffen, dass bestehende Fehler behoben sind, wenn die Entwicklung der App den Beta-Status verlässt.

Als Testgerät kam ein ZTE Blade (Android 2.3.4) zum Einsatz. Die Android-App Naviki in Deutschland ist kostenlos im Android Market erhältlich.