Während andere Hersteller bei ihren Top-Geräten mit Dual- oder sogar Quad-Core-Prozessoren aufwarten, setzt Motorola beim Razr i auf eine Intel-Atom Single-Core CPU. Diese arbeitet jedoch gleich mit bis zu zwei Gigahertz. Der 4,3 Zoll-Androide wurde unter die Lupe genommen.
Design und Verarbeitung
Die Front des Razr i wird fast komplett vom großen Display bestimmt. Auf Funktionstasten unterhalb des Screens wurde zugunsten der Displaygröße verzichtet. Über dem Touchscreen sind die Linse der VGA-Frontkamera und der Motorola-Schriftzug zu sehen, welcher in ein silbernes Metallplättchen eingeprägt ist, das zugleich den Lautsprecher verbirgt. Links neben dem Schriftzug befinden sich nur bei Gegenlicht sichtbare Sensoren und eine Status-LED.
Der Gehäuserahmen besteht aus aus Flugzeugaluminium. Sichtbare Schrauben am Handyrand unterstreichen den robusten Eindruck, den das Razr i auf den ersten Blick macht. Unter einer langen Abdeckung an der linken Handy-Seite befinden sich Steckplätze für die MicroSim- und die MicroSD-Karte. Darunter ist der nicht abgedeckte MicroUSB-Steckplatz angebracht.

Eine silberne Ein/-Aus/-Sperrtaste, eine schwarze Wipptaste zur Lautstärke-Regulierung sowie die Kamerataste sind an der rechten Gehäuseseite zu sehen. Die Kamerataste wurde ins Gehäuse versenkt, um ein versehentliches Aktivieren der Knipse zu vermeiden. Eine 3,5 Millimeter Klinkenbuchse ist am oberen Rand verbaut.
Die leicht gummierte Rückseite ist durch Dupont Kevlar Faern verstärkt. In ihrem oberen Drittel befinden sich die Kameralinse nebst LED-Blitz und der Außenlautsprecher. Laut Motorola soll die Oberfläche des Handys wasserabweisend sein. Das 112.5 x 60.9 x 8.3 Millimeter messende Gehäuse macht einen sehr stabilen Eindruck und knarzt auch bei festerem Zugreifen nicht. Als Staubfänger dürfte sich allerdings eine Rille erweisen, die zwischen dem ins Gehäuse eingelassenen Display und dem leicht hochstehenden Rand des Metallrahmens entsteht.
Ausstattung
Das 4,3 Zoll große Super AMOLED Advanced Display des Motorola Razr i verfügt über eine Auflösung von 540 x 960 Pixel. Der Kontrast ist sehr hoch, allerdings lässt sich bei genauem Hinschauen eine leichte Treppchenbildung in der Darstellung erkennen. Farben kommen AMOLED-typisch fast schon etwas zu kräftig rüber. Schwarz wirkt sehr satt und dunkel, weiße Flächen aber leicht gelbstichig.
Auf Eingaben reagiert der Touchscreen angenehm sensibel und präzise. Bildschirminhalte sind auch bei Draufsicht aus einem engen Seitenwinkel noch gut erkennbar. Überzogen ist das Display mit kratzfestem Corning Gorilla Glas. Die Oberfläche spiegelt bei direkter Sonneneinstrahlung stark, was die Ablesbarkeit deutlich erschwert. Beim Drehen des Handy passt ein Bewegungssensor die Displayansicht in drei Richtungen an.
Die wichtigsten Specs des Motorola Razr i im Überblick:
| Betriebssystem: | Android 4.0.4 (ICS) Update auf Android 4.1 (JB) angekündigt |
| Prozessor: | 2 GHz Intel Atom Z2460 Single-Core |
| Display: | kapazitiv, 4.3 Zoll, Super AMOLED Advanced ( 540 x 960 Pixel) |
| Arbeitsspeicher: | 1 GB |
| Interner Speicher: | 8 GB (4,9 für Nutzer verfügbar) |
| MicroSD | bis 32 GB |
| Kamera: | 8 Megapixel, LED-Blitz |
| Videoaufnahme: | 1.080p@30fps |
| Frontkamera: | 0,3 MP (VGA-Videoaufnahme) |
| Konnektivität: | WiFi 802.11 a/b/g/n, 3G Mobile Hotspot, Bluetooth 2.1+EDR, DLNA, NFC |
| Netzwerke: | 3G |
| Schnittstellen: | 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB |
| Ortung: | A-GPS |
| Sensoren: | Näherungssensor, Umgebungslicht, eCompass, Akkutemperatur, Beschleunigung |
| Akku: | 2.000 mAh Li-Ion |
| Maße: | 122.5 x 60.9 x 8.3 mm |
| Gewicht: | 126 g |
8 Megapixel-Kamera mit Schnellaktivierung
Die 8 Megapixel-Kamera auf der Rückseite hat neben einem LED-Blitz einige interessante Funktionen wie Breitbild-Modus (Bilder mit 6 Megapixel, an das Display angepasst), Serienbildfunktion, HDR, Selbstauslöser, Effekte und Schnellaktivierung zu bieten. Diese erlaubt optional das Einschalten der Kamera über die seitlich angebrachte Kamerataste, ohne bei ausgeschaltetem Display zuvor über den Lockscreen gehen zu müssen. Der LED-Blitz leuchtet einen mittelgroßen Raum gut aus.
Besonders Nahaufnahmen gelingen mit der Kamera sehr gut. Hierbei lässt sich ein nahegelegenes Objekt durch Fingertipp fokussieren, so dass dieses scharf, der Hintergrund jedoch verschwommen dargestellt wird. Auch bei optimalen Lichtverhältnissen aufgenommene Landschaftsaufnahmen wirken, auf einem PC-Monitor betrachtet, farbgetreu und kontrastreich. Auch in HD+ mit 1080p aufgenommene Videos können durch kräftige Farben, scharfe Darstellung und eine ruckelfreie Wiedergabe überzeugen. Lediglich ein leichtes Bildwabern macht sich bei schnelleren Kameraschwenks bemerkbar.

Connectivity und Navigation
Die Nahfunktechnologie NFC hat das 3G und GSM-Quadband-Smartphone ebenso mit an Bord wie WiFi 802.11 a/b/g/n, eine WiFi-Hotspot-Funktion, DLNA, Bluetooth 2.1 und einen MicroUSB-Anschluss. Wird das Gerät per USB-Kabel mit dem PC gekoppelt, erscheint es, je nach Einstellung, als Kamera oder als Mediengerät im Arbeitsplatz. Beim ersten Anschluss als Mediengerät öffnet sich ein Installationsfenster für den Motorola Device Manager auf dem PC-Monitor.
Dieser erlaubt das Verschieben von Bildern, Videos, Musik oder anderen Dateien zwischen den Geräten, das Aktualisieren der Gerätesoftware sowie die Installation aller benötigten Treiber. Angesichts der guten HD-Kamera-Qualität wird der eine oder andere Nutzer sicherlich den fehlenden HDMI-Anschluss schmerzlich vermissen.
Zur Navigation ist Google Maps Navigation auf dem Razr i vorinstalliert. Der Sat-Fix bei aktiviertem GPS erfolgte im Test unter freiem Himmel innerhalb von vier Sekunden, in denen sieben sichtbare Satelliten gefunden wurden (siehe Galeriebilder). Auch im Gebäude wurde noch ein guter GPS-Empfang registriert.
Zubehör
Neben dem Smartphone liegen ein MicroUSB-Datenkabel mit passendem Netzteil, ein Stereo-Headset, Kurzanleitungen und Serviceheftchen sowie ein kleiner Chip zum leichteren Entfernen von MicroSim- und MicroSD-Karte im Zubehörkarton.

Software und Alltagstauglichkeit
Das Testgerät lief mit Android in der Version 4.0.4 (Ice Cream Sandwich), das Motorola mit einer eigenen Benutzeroberfläche ausgestattet hat. Ein Upgrade auf Android 4.1 (Jelly Bean) ist angekündigt. Das User-Interface beinhaltet einen eigenen Lockscreen sowie einen sehr flexibel gestaltbaren, mehrseitigen Startscreen, dem weitere Seiten hinzugefügt werden können.
Von der normalen ICS-Oberfläche hebt sich der Homescreen insbesondere dadurch ab, dass durch einen Rechtswisch mit dem Finger ein Schnelleinstellungsmenü zur Konfiguration von beispielsweise Klingeltönen, Funkverbindungen oder der Telefonsperre ins Bild gezogen werden kann. Außerdem gibt es die gewohnte Pull-Down-Statusbar sowie eine Menüleiste mit den wichtigsten Handy-Funktionen.
Das App-Menü ist nach App-Favoriten, Apps und Widgets gegliedert. Da beim Razr i auf Funktionstasten verzichtet wurde, befindet sich auf der Menü-Ebene eine virtuelle Leiste mit der Zurück-, der Homescreen- und der Taskmanager-Funktion am unteren Bildschirmrand. Das Einstellungsmenü kommt mit farbigen Symbolen vor den Listeneinträgen daher.

Softwareausstattung
Neben den Google-typischen Anwendungen wie beispielsweise Google Mail, Google Play Store, Kalender, Latitude oder Maps sind ein Taschenrechner, eine YouTube-App, ein Movie Studio und eine ausführliche Bedienungsanleitung installiert. Das unbegrenzt kostenlos nutzbare Quickoffice erlaubt die Anzeige und Bearbeitung von Office-Dateien, und mit der App SmartActions können tägliche Aufgaben automatisiert werden. So lassen sich beispielsweise Klingeltöne in Besprechungen automatisch lautlos schalten, Ladeerinnerungen einstellen oder Akkusparfunktionen damit aktivieren. Auch eine Anwendung zur Verwaltung des Handys bei Kopplung mit einem Tisch-Dock ist schon vorinstalliert.
Tippen und Telefonieren
Die Eingabe von Texten kann sowohl über eine virtuelle QWERTZ-Tastatur mit Swype-Unterstützung als auch über Sprache erfolgen. Das Eintippen funktionierte im Test auf den angenehm groß dargestellten Tasten sogar im Hochformat sehr gut, und auch die Spracheingabefunktion erkannte fast alle eingesprochenen Wörter auf Anhieb.
In O2-Netzen zeigte das Razr i im Test durchgehend einen guten bis sehr guten Empfang. Die Klangqualität bei Telefonaten war gut, Stimmen wurden laut und authentisch wiedergegeben. Gesprächspartner im Festnetz klangen über die Freisprechfunktion etwas dumpf.

Browser
Der Internet-Browser des Razr i öffnete die mobile N-Droid-Startseite bei WLAN-Verbindung innerhalb von vier Sekunden. Sehr flüssig ließ sich beim Testgerät durch Seiten scrollen und auch die Vergrößerung von Seiteninhalten über Pinch-to-Zoom funktionierte reibungslos. Neben der Möglichkeit, Lesezeichen zu speichern, bietet der Browser optional eine Desktop-Ansicht, die Option, Seiteninhalten zum Offline-lesen zu speichern, eine Funktion zum Durchsuchen von Seiten sowie Einstellungsmöglichkeiten für Datenschutz und Sicherheit, Bedienungshilfen oder die Bandbreitenverwaltung.
Musikwiedergabe
Die Handylautsprecher geben einen vollen und lauten Klang wieder, der allerdings etwas weniger höhenlastig sein dürfte. Das mitgelieferte Stereo-Headset liefert eine eher mittelmäßige Klangqualität. Zudem sind die Hörstöpsel so groß, dass sie sehr schnell aus der Ohrmuschel fallen. Vielhörer sollten lieber auf ein höherwertiges Headset zurückgreifen.
Prozessor, Arbeitsspeicher, Akku
In Punkto Geschwindigkeit kann die im Razr i verbaute 2 GHz Intel Atom Z2460 Single-Core CPU gefühlt mit manch einem Dual- oder sogar Quad-Core Smartphone mithalten. Auch in den Benchmark-Tests Quadrant Standard und AnTutu Benchmark schnitt das Testgerät gut ab. Im Smartbench 2012 hinkte es jedoch hinter anderen Top-Devices hinterher – daran änderte auch ein zweiter Testdurchlauf nichts (siehe Screenshots).
Unterstützt wird der Prozessor von einer PowerVR SGX540 GPU und einem Gigabyte RAM, so dass auch grafikintensive Spiele und mehrere gleichzeitig geöffnete Apps das Device kaum ausbremsen. Bis auf ab und zu mal einen winzigen Hakler lief das Scrollen durch Startseiten und Menüeinträge sehr flüssig.

Der 2.000 mAh-Akku des Testgerätes hielt erstaunlich lange durch. Nach zwei Tagen bei moderater Kamera-, GPS- und Browser-Nutzung, einer halben Stunde Gaming, dauerhaft aktiviertem WLAN und GPS sowie einem halbstündigen Telefonat, zeigte die Ladestands-Anzeige noch ein Drittel der Akku-Ladung an.
Fazit
Wer ein solides Android-Smartphone mit großem Display sucht, das dennoch hosentaschentauglich ist und auch bei anspruchsvolleren Spielen nicht gleich in die Knie geht, ist mit dem Motorola Razr i gut beraten. Die etwas kantige Alu-Umrandung und das darin eingelassene Super AMOLED-Display sind sicherlich Geschmackssache.
Überzeugen konnten jedoch sowohl die gute Akkulaufzeit als auch die Qualität der 8 Megapixel-Kamera. Ebenso ist die Ausstattung mit der Nahfunktechnologie NFC und einer Speicher-Erweiterungsmöglichkeit durch MicroSD-Karten nicht zu verachten.
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Plus | Minus |
| Gute Performance Robuste Bauweise NFC MicroSD-Erweiterung Gute Kamera-Qualität |
Fest verbauter Akku Rille zwischen Display und kantiger Gehäuseumrandung |
