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n-droid.de
Veröffentlicht am Android Tarife · Features 5 Min. Lesezeit

Mobiltarife, Teil 1: Alles kostenlos?

Ist der Smartphone-Vertrag zu teuer und soll Geld gespart werden? Dann wäre eine kostenlose SIM-Karte genau das Richtige für Nutzer. Wobei „kostenlos“ ein dehnbarer Begriff ist…

Alles gratis? Nein!

Bevor sich auf die Angebote gängiger Provider wie Vodafone, yourfone, o2 oder WhatsApp gestürzt wird, lohnt ein Blick darauf, was überhaupt gratis ist. In den meisten Fällen die SIM-Karte selbst, Datenvolumen oder Freivolumen sind in der Regel nicht inklusive. Ein Blick auf die Details lohnt deshalb: o2 etwa bietet eine gratis SIM-Karte an, die ohne Guthaben oder Vertragsbindung daher kommt. Klingt super? Geht so: Ausdrücklich weist o2 darauf hin, dass die Daten der Nutzer für „Vertragszwecke, Marktforschung und Briefwerbung für Produkte von o2 genutzt werden können“. Daneben, so heißt es weiter, „empfehlen wir Ihnen per E-Mail und SMS/MMS Produkte von o2, bei denen wir Ihr Interesse aufgrund von Ähnlichkeit zu Ihren bereits bestellten Produkten annehmen dürfen.“ Zwar könne der Kunde dem widersprechen, die Kontaktdaten sind aber etwas versteckt.

WhatsApp und E-Plus: Fehlgeleitete Werbung und mieser Tarif

WhatsApp bietet eine kostenlose SIM-Karte – und einen intransparenten Tarif. (Bild: N-Droid.de)

Etwas anders liegt der Fall bei WhatsApp: Der Messenger-Dienst bietet in Kooperation mit E-Plus ebenfalls eine kostenlose SIM-Karte an – die mit 10 Euro ins Portmonee schlägt. Zwar erhalte der Kunde 15 Euro Startguthaben, macht also 5 Euro „Gewinn“, doch wofür die Gebühr überhaupt entrichtet wird und welche Leistungen WhatsApp/E-Plus erbringt bleibt schleierhaft. Erst auf einer weiteren Seite wird klar, was konkret inklusive ist: „600 flexible Einheiten“ (MB, SMS und Gesprächsminuten) pro Monat, außerdem 180 MB weiteres Highspeed-Volumen für WhatsApp, sollten die Einheiten bereits aufgebraucht sein. Danach wird es teuer: 9 Cents pro Gesprächsminute oder SMS möchte WhatsApp nach Nutzung der Inklusiv-Einheiten, pro Megabyte der mobilen Datennutzung gar 24 Cents! Das ist fast schon Wucher.

Yourfone: Transparenter Tarif, hohe Anfangsinvestition in die „kostenlose“ SIM-Karte

Ebenfalls als „kostenlos“ führt yourfone seine SIM-Karte im Prepaid-Segment. Wie auch bei o2 oder WhatsApp werden erst einmal 10 Euronen fällig – weitere 9,95 Euro fallen für die einmalige Anschlussgebühr an. Zwanzig Euro sind etwas zu viel für eine kostenlose SIM-Karte,l wobei der yourfone-Tarif auch seine Vorzüge hat: Die Laufzeit ist mit einem Tag die kürzeste aller angebotenen SIM-Karten und der Tarif mit 8 Cents pro SMS, Minute oder MB transparent. Die Anschlussgebühr und die anfallenden Tarifkosten werden per Lastschrift eingezogen, alternativ kann auch Prepaid-Guthaben gekauft werden. Prima: Eine Rufnummer-Mitnahme ist kostenfrei möglich, dann verzögert sich jedoch die Lieferung der SIM-Karte.

Vodafones CallYa-Karte: Kostenlose Karte, heftige Tarife

Ein Mobilfunk-Klassiker sind Vodafones CallYa-Angebote. Obgleich der Name in vielen Gehörgängen wohlig klingt, sind die Angebote suboptimal. Ja, die SIM-Karte gibt es gratis, der englische Anbieter verkauft dafür entweder einen überteuerten Tarif (9 Cents pro Minute oder SMS, mobiles Internet muss hinzugebucht werden) oder zu Paketpreisen von 9,99 € (750 MB Volumen, 200 Minuten oder SMS in alle Netze, kostenlose Anrufe im Vodafone-Netz) bzw. 25 € (1 GB Volumen, SMS- und Telefonflat in alle Netze) – kündbar zum Ende jeden Monats.

„Rechnerisch kostenlos“ als bessere Alternative

Rechnerisch das beste Angebot: T-Mobile/Deutsche Telekom bietet mit MagentaMobil Start einen sehr guten Einsteiger-Tarif. (Bild: N-Droid.de)

Mit der „Kostenlos“-Angabe ist das also so eine Sache. Wirklich gratis gibt es von den Providern nicht, weshalb die rechnerisch kostenlosen Handykarten mit Startguthaben eine transparentere und bessere Alternative darstellen. Die Hosen runter lassen Angebote wie jenes von Lycamobile: Die SIM-Karte gibt es auch hier gratis dazu, jedoch ist die Entscheidung für eines der angebotenen Pakete erforderlich. Schon für 3,99 € sind Anrufe und SMS an alle anderen Lycamobile-Kunden ohne weitere Gebühren. Prima für Nutzer eines Dual-SIM-Handys, die telefonieren oder simsen wollen – bei Datenpaketen hingegen ist Lycamobile vergleichsweise teuer und verdient sich seine Brötchen durch extra zugebuchte Optionen.

In Zeiten des mobilen Internets haben die verschiedenen Prepaid-Anbieter eben jene Datenpakete als El Dorado ausgemacht: blau.de bewirbt seine SIM-Karte (Einmalpreis: 9,99 €) als „Mittel zum Zweck“ und gewährt milderweise 10 MB (!) pro Monat. Wer mehr benötigt, muss zwischen 9,99 € (300 MB) und 19,99 € (600 MB) pro Monat bezahlen.

Ähnlich verfährt auch klarmobil.de. Die SIM-Karte ist hier zwar wieder kostenfrei, für einen Tarif ist die zwingende Entscheidung jedoch erforderlich. Klarmobil.de bewirbt aggressiv seine Internet-Flats, von denen jene mit 9,95 Euro pro Monat (500 MB Highspeed-Volumen, danach gedrosselt so viel surfen wie gewünscht; erster Monat kostenlos) für reine Internet-Nutzer eine tolle Option ist. Für SMS oder Gesprächsminuten wird erneut zur Kasse gebeten. Eine Allnet-Flat mit Inklusiv-Minuten, -SMS und 500 MB Volumen für 14,85 € dürfte in der Summe deshalb billiger sein.

Ein Blick auf den Mobilfunk-Platzhirsch Deutsche Telekom lohnt deshalb auch. Schon für 2,95 €/Monat ist die SIM-Karte im MagentaMobil-Tarif erhältlich. Inklusive sind Gespräche und SMS ins gesamte Telekom-Netz, für weitere Gespräche werden 9 Cents/Minute berechnet, eine SMS kostet genauso viel. Wird ein mobiles Datenvolumen benötigt, kann dieses in Paketen zu 0,99 € (25 MB für 24 Stunden), 2 € (100 MB/Monat) oder 7 € (500 MB/Monat) flexibel dazu gebucht werden. Die einmalige Gebühr von 9,95 € wird mit 10 Euro Startguthaben aufgewogen. Das Telekom-Angebot ist perfekt, um den Nachwuchs an die Nutzung eines Smartphones heranzuführen. Das Angebot ist hier zu finden.

Fazit: Kostenlos gibt es nichts – dafür günstige Angebote

Unterm Strich lässt sich feststellen, dass viele kostenlose Angebote lediglich den Schlüssel zu mehr Umsatz für den Provider liefern: Eine SIM-Karte ist schließlich eine Notwendigkeit, um den potentielle Kunden überhaupt zur Nutzung anzuregen. Womit der Kunde bei einem solch „kostenlosen Angebot“ bezahlt, sind zunächst seine Daten für Forschungs- und Marketingzwecke und im Nachgang noch hohe Gebühren für die reguläre Nutzung des Telefons. Wirklich fair sind die Anbieter dann, wenn sie ihre Tarife und Leistungen transparent gestalten und eine rechnerisch kostenlose Handykarte anbieten. Hier ist das Angebot von T-Mobile/der Deutschen Telekom vorn dabei, weil selbst der kombinierte Paketpreis von 10,95 €/Monat für Gespräche und SMS in alle Telekom-Netze und 500 MB Internetvolumen