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Veröffentlicht am Android-Themen · News 3 Min. Lesezeit

Mobilfunkstandard 4G: Was ist eigentlich…Long Term Evolution (LTE)?

LTE ist der Mobilfunkstandard, der die kommenden Jahre bestimmen wird -  sobald ihn sich jeder leisten kann und die Netze komplett ausgebaut wurden.

Vor zwei Tagen sorgte ein Artikel über 5G für Aufsehen. Samsung hatte bekannt gegeben, erfolgreich ein 5G-Netz getestet zu haben. 5G ermöglicht sehr viel schnellere Datenübermittlung als Long Term Evolution alias 4G: Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1.056 Gbit/s sind möglich. Ein HD-Film ließe sich auf diese Weise in weniger als einer Sekunde herunterladen, wie Samsung wissen ließ. Vor 2020 wird das jedoch nichts: Erst dann soll 5G reif für den Massenmarkt sein. Bis dahin ist der neue Standard ohnehin Zukunftsmusik.

Und viele Verbraucher kommen vermutlich erst sehr viel später in den Genuss der schnellen Datenverbindungen. Der Ausbau der Netze ist sehr aufwändig, weil ein Vielfaches an Basistationen benötigt wird, um die Möglichkeiten von 5G wirklich nutzen zu können.

Golem zitiert in diesem Zusammenhang Thorsten Robrecht, Head of Network Systems Product Manager bei Nokia Siemens Networks: “Drei zentrale Ziele müssen erreicht werden: Als Erstes muss das Zehnfache an mobiler Bandbreite bereitgestellt werden. Zweitens muss diese Bandbreite innerhalb der Netze im Vergleich zu den bestehenden Breitbandtechnologien zehnmal effizienter ausgeschöpft werden. Drittens werden die Netze das Zehnfache an Basisstationen benötigen.”

LTE ermöglicht Videotelefonie unterwegs
Bis dahin hat LTE Zeit, sich als Standard in Szene zu setzen. Long Term Evolution (4G) nutzt in Deutschland die Frequenzbereiche 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz.  Mit LTE sind Downloadraten bis zu 300 Megabit pro Sekunde (UMTS: 42 Megabit / s mit HSPA+) möglich. Damit erlaubt LTE erstmals auch unterwegs datenintensive Funktionen wie Videotelefonie, Online-Gaming, HD-Radio, Online Streaming oder das Versenden und den Download großer Dateien. In Regionen, in denen kein Festnetz-Breitband verfügbar ist, wird LTE als DSL-Ersatz genutzt. Weitere Informationen bieten Seiten wie lte-vergleich.net.

Aber noch ist das mobile Breitband in Deutschland noch nicht richtig auf dem Markt angekommen. Zwar gibt es seit 2011 erste LTE-Tarife, noch ist seine Nutzung aber zu teuer, und auch die Netz-Abdeckung muss sich noch verbessern, wie diese NRW-Karte beispielhaft zeigt. Wie ein Netztest von Chip vor einem Jahr ergab, decken nur das Telekom- und das Vodafone-Netz über 90 Prozent des getesteten Gebiets ab. Telefónica O2 konnte da nicht mithalten: Auf 85 Prozent der Teststrecke war das Netz zu schwach oder nicht verfügbar. Ob sich das mittlerweile gebessert hat, muss sich in neuen Tests erweisen.

Industrie braucht Zeit
Aber natürlich muss man LTE auch etwas Zeit geben, um sich durchzusetzen. Ein Rückblick zeigt: 1992 kamen die ersten GSM-Telefone auf den Markt, nach der Versteigerung der UMTS-Lizenzen (3G) im Jahr 2000 benötigte die Industrie vier Jahre, um die ersten UMTS-Telefone in die Läden zu bringen. Ähnlich wird sich die Situation bei LTE darstellen. Der Branchenverband Bitkom erwartet im Jahr 2016 hierzulande bereits 34 Millionen Anschlüsse ans mobile Breitbandnetz. Deutschland nähme damit in Europa eine Spitzenposition ein.

Einen Vorgeschmack bietet ein Blick nach Asien: In Ländern wie Taiwan oder Südkorea ist LTE bereits viel weiter verbreitet als in Deutschland. Das erste in Deutschland verfügbare LTE-Telefon kam Anfang 2012 heraus. Das HTC Velocity 4G war eine Gemeinschaftsproduktion von HTC und Vodafone. Erst jetzt ein Jahr später erscheinen zumindest neue Android-Flaggschiffe wie das HTC One, das Galaxy S 4 oder das Xperia Z standardmäßig mit LTE-Modem.