Alternativen zu Google Maps gibt es einige im Market. Die meisten können in ihrem Funktionsumfang nicht mit dem Karten-Platzhirsch konkurrieren – zumal er als fester Bestandteil in Android verankert ist. Wer sich trotzdem mal abseits der Google-Bahnen umsehen möchte, sei hiermit auf MapDroyd hingewiesen.
Funktionsumfang
MapDroyd ist ein Kartendienst, der sich des Materials des OpenStreetMap-Projekts bedient. Es stehen Karten für die ganze Welt zur Verfügung, die sich – einmal heruntergeladen – auch offline einsehen lassen.
Offline-Kartenansicht
Eines der tragenden Pro-Argumente für Mapdroyd ist damit benannt: die Offline-Kartenansicht. Denn das Material ist recht datenintensiv: Allein die Deutschlandkarte kommt auf knapp 500 MB, die komplette Weltkarte schlägt mit ca. 5,7 GB zu Buche.
Natürlich lassen sich die Daten auf die SD-Karte auslagern, wem allerdings erste ganze Welt genug ist, sollte beim externen Speicherplatz nicht geizen, wenn er noch Platz für andere Anwendungen reservieren möchte. Jedoch bleibt es dem User selbst überlassen, welche Karten er herunterlädt. Über die Menütaste gelangt man zur Kartenverwaltung und kann fehlende Karten dort bei Bedarf nachträglich runterladen.
Sehr komfortabel erweist sich zu diesem Zweck die geographische Unterteilung der Weltkarte in handlichere Unterbereiche. So unterteilt die App die einzelnen Kontinente Afrika, Amerika, Asien, Europa, Ozeanien und Andere ( = exotische Inseln) in geografisch überschaubare Regionen. Beispiel: Ost-, Nord-, Süd- und Westeuropa, die in weitere Häppchen aufgeteilt werden – bis man in Deutschland sogar einzelne Bundesländer auswählen kann.
Kein Routenplaner
Die MapDroyd-Karten machen einen äußerst aufgeräumten Eindruck. Wird nah genug gezoomt, zeigen sie zusätzlich die Standorte von Supermärkten, Restaurants oder etwa Cafés an. Weiterführende Informationen, beispielsweise Kontakte und Adressen, werden nicht ausgegeben. Leider wurde auch auf eine Suchfunktion verzichtet, eine Recherche muss über die Karte selbst durchgeführt werden.
Dafür kann man sich bei eingeschaltetem GPS die eigene Position anzeigen lassen. Zur besseren Orientierung in fremder Umgebung wäre zudem die Funktion, Orte mit einer Markierung versehen zu können, nützlich gewesen. Ein Routenplaner fehlt ebenfalls.
Bedienbarkeit
Die MapDroyd-Karten können über Pinch-To-Zoom vergrößert oder verkleinert werden. Wahlweise lässt sich der Ausschnitt auch über die Plus- und Minus-Tasten am unteren Display-Rand verstellen. Als alternatives Prinzip bietet die App über das Einstellungsmenü auch einen „Gummiband“- Modus an. Zieht man mit den Fingern einen Rahmen von links nach rechts, wird im nächsten Schritt der umrahmte Bereich vergrößert.
Darüber hinaus lässt sich die Karte über Buttons auf dem Display drehen. Als Orientierungshilfe dient der integrierte Kompass, der sich in der rechten oberen Ecke befindet und dem Anwender die entsprechende Richtung zeigt. Insgesamt bedient sich die App sehr intuitiv. Ein Grund ist natürlich die spartanische Ausstattung an Funktionen und Einstellungen. Während des Tests lief Mapdroyd schnell und flüssig. Abstürze gab es keine.
Fazit
Mapdroyd hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Denn einerseits kann sie wirklich nicht viel mehr als eine gewöhnliche Papierlandkarte. Das dürfte viele User angesichts des Komforts, den sie von Google Maps gewohnt sind, vom Umstieg abhalten. Dafür sind die Karten aber ohne Internetverbindung nutzbar. Gerade wer häufiger im Ausland ist und keine horrenden Roamingkosten verursachen möchte, kann sich mit MapDroyd einen guten ersten Überblick über die Umgebung verschaffen. Zudem läuft die App sehr flott und ohne Zicken.
MapDroyd ist ein zuverlässiger und spartanischer Stadtplan, der obendrein im Offlinemodus (aber mit GPS) nutzbar ist. Hier erfüllt die App ihren Dienst, auch weil sich das Kartenmaterial wirklich sehen lassen kann. Für alle anderen Funktionen bleibt nur der Schritt zur Konkurrenz.
Als Testgerät kam ein HTC Desire zum Einsatz. Mapdroyd ist kostenlos und kann im Android Market heruntergeladen werden.