Videobearbeitung inklusive Schnitt und Musikuntermalung in nur wenig mehr als einem Arbeitsschritt ist nicht möglich? Doch, ist es, sogar für Laien. Zumindest, wenn man die App Magisto-Magischer Video Editor auf dem Android-Smartphone installiert hat. Wirklich magisch oder fauler Zauber? Die geheimnisvoll anmutende Anwendung wurde einer genaueren Betrachtung unterzogen.
Funktionsumfang
Wer über Magisto einen Film bearbeiten will, hat die Wahl, auf ein bereits aufgenommenes Video aus der Android-Galerie zurückzugreifen oder einen Minifilm neu aufzunehmen. In den Einstellungsoptionen lassen sich hierfür die Videoqualitäten “High” für eine hohe Auflösung oder “Faster Upload” für ein niedriger aufgelöstes Video einstellen.
Ein hochgeladener Clip sollte möglichst länger als 45 Sekunden sein, damit genügend Video-Material zum optimalen Zurechtscheiden und Aneinanderfügen von Filmsequenzen da ist. Vor dem ersten Upload ist jedoch die Registrierung bei Magisto oder ein Login über einen Facebook-Account nötig.
Musikuntermalung und Effekte
Um dem Video die richtige Atmosphäre zu verleihen, kann der Nutzer entweder eigene Musik oder eines von vielen vorgegebenen Stücken aus den Rubriken Dance & Electro, Love, Latin & Spanish, Birthday, Kids, Travel, Rock & Pop, Hip Hop oder Background Music auswählen. Danach muss das Video nur noch benannt werden, und ab geht es in die Cloud zur Bearbeitung. Gut Ding will Weile haben – so ist es auch bei Magisto, denn die Videobearbeitung auf dem Server dauerte im Test zwischen ein paar Minuten und einer halben Stunde.
Zur Bearbeitung der Videos nutzt Magisto eine Technologie mit künstlicher Intelligenz, welche automatisch die besten Video-Sequenzen herausschneidet, neu zusammensetzt und mit Effekten versieht. Wie genau das funktioniert und wie die Technologie entstand, ist hier nachzulesen. Ein fertig bearbeitetes Video ist 45 Sekunden lang. Bis zu 10 Filme dieser Länge lassen sich gleichzeitig auf dem Nutzer-Account speichern.
Kein Download von Videos auf das Handy möglich
Hört sich alles sehr gut an, doch hier kommt der Haken: Zwar können die fertig bearbeiteten Filme online über die App auf dem Handy oder auch auf dem PC angeschaut werden – das Speichern der Videos auf dem Smartphone ist bislang jedoch nicht möglich.
Über einen kleinen Umweg kommt man dennoch an eine Kopie seines Videos: Da das Sharing der Filme auf Facebook, Twitter und YouTube über die Anwendung möglich ist, lassen sich diese über den Free YouTube Download natürlich auch von YouTube aus auf dem heimischen PC speichern. Allerdings verlangt Magisto beim Hochladen des Videos auf YouTube den Zugriff auf den Google-Account des Nutzers (siehe Screenshot). Das, und die Tatsache, dass nicht so recht klar ist, wo die Privatvideos online tatsächlich landen könnten, ist sicherlich nicht jedermanns Sache.
Davon einmal abgesehen, funktionierte im Test die Bearbeitung der Videos über Magisto prima. Die Videoergebnisse konnten sich wirklich sehen lassen. Filmsequenzen wurden gut mit der Hintergrundmusik sowie Ein- und Ausblendeffekten abgeglichen, was tolle Effekte erzeugte. Wünschenwert wäre dennoch eine Möglichkeit, Einfluss auf die Effektgestaltung nehmen zu können.

Bedienbarkeit
Magisto-Magischer Video Editor ist sehr einfach und intuitiv bedienbar. Zwar sind die Kurzhinweise, die immer mal wieder eingeblendet werden, durchgängig englischsprachig, aber auch ohne sie erklären sich die Anwendungsschritte quasi von selbst. Im unteren Bildschirmrand sind drei Menübuttons zum Aufrufen der bereits bearbeiteten Videos, Erstellen eines neuen Filmes und das Einstellungsmenü platziert. Außerdem gibt es eine Leiste mit Beispielvideos und eine Extraschaltfläche zum Senden eines Feedbacks an Magisto. Auf einem THL V11 mit Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) lief die Android-App im Test ohne Abstürze.
Fazit
Im Test über die Magisto-App erstellte Videos gelangen sehr effektvoll und witzig. Die Auswahl an lizensierter Musik, mit der die Filme untermalt werden können, ist groß und die automatisch eingefügten Effekte waren meistens passend. Eine Möglichkeit selber bei der Wahl der Effekte mitzuwirken, gibt es allerdings nicht.
Der gute erste Eindruck wird leider getrübt, wenn man darauf hofft, das nach dem Upload bearbeitete Video wieder auf das Handy zu laden und von dort aus nutzen zu können: Das fertige Video behält Magisto zur Betrachtung nämlich leider auf seinem Server – und nur dorthin. Ein Upload auf YouTube ist zwar möglich, aber dieser lässt sich nur über die App durchführen – natürlich erst nach der Erteilung einer Zugriffsberechtigung an Magisto auf den Google-Account des Nutzers.
Zu viele Zugriffsrechte und zu wenig Transparenz für ein Videobearbeitungsprogramm, dies wird als Kritikpunkt betrachtet. Schade, denn im Punkto Videoergebnisse hätte Magisto-Magischer Video Editor sicherlich eine höhere Punktzahl verdient.
Magisto-Magischer Video Editor gibt es zum kostenlosen Download im Google Play Store.
| Magisto-Magischer Video Editor verlangt bei der Installation Zugriff auf: | |
| Netzkommunikation | uneingeschränkter Internetzugriff |
| Speicher | Inhalt des USB-Speichers und der SD-Karte ändern/löschen |
| Hardware-Steuerelemente | Audio aufnehmen, Bilder und Videos aufnehmen |
| Netzkommunikation | Netzwerkstatus anzeigen, Daten aus dem Internet abrufen, uneingeschränkter Internetzugriff |
| Telefonanrufe | Telefonstatus lesen und identifizieren |
| System-Tools | Tastensperre deaktivieren, Standbymodus des Tablets/Telefons deaktivieren, Netzwerkkonnektivität ändern |