Das innovative Nova-Display das LG Optimus Black soll in Sachen Leuchtkraft nicht nur das Retina-Display des iPhone 4, sondern auch Samsungs AMOLED-Screens in den Schatten stellen. Bei einer genaueren Betrachtung des Optimus Black zeigte sich: Beim ersten Blick auf den vier Zoll großen Touchscreen leuchteten das Display und sorgten für Begeisterung.
Die wichtigsten Spezifikationen des LG Optimus Black im Überblick:
- Betriebssystem: Android 2.2 (Froyo), Update auf Android 2.3 (Gingerbread) ist angekündigt
- Prozessor: 1 GHz TI OMAP 3630 Single-Core Prozessor
- Display: kapazitiv, 4 Zoll, IPS Nova, WVGA (480 x 800 Pixel), 16,7 Millionen Farben
- Arbeitsspeicher: 512 MB
- Interner Speicher: 1 GB
- Speicherkarte: MicroSD (bis 32 GB)
- Kamera: 5 Megapixel (2592 x 1944 Pixel), Autofokus, Fotoleuchte
- Frontkamera: 2 Megapixel
- Videoaufnahme: 1280 x 720 Pixel
- Konnektivität: WiFi 802.11 b/g/n, WiFi-Direct, DLNA, Bluetooth 2.1
- Netzwerke: UMTS, HSDPA 7,2 MBit/s, HSUPA 5,76 MBit/s
- Schnittstellen: 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB
- Ortung: A-GPS
- Sensoren: Bewegungssensor, Näherungssensor, Helligkeitssensor
- Akku: 1.500 mAh Li-Ion
- Maße: 122 x 64 x 9.2 mm
- Gewicht: 109 g
LG Optimus Black Product Movie:
httpv://www.youtube.com/watch?v=tqIFDF08Ils
Design & Verarbeitung
Das schlichte, nüchtern gestaltete Cover des Smartphones bildet einen gelungenen Rahmen für das leuchtende Display. Die Kunststoff-Rückseite präsentiert sich in mattem Schwarz, während die gesamte Front von einer glänzenden Oberfläche überzogen ist, die sich in der Praxis als ziemlich anfällig für Fingerabdrücke erweist. Über dem Display lässt sich die Linse der 2 Megapixel-Frontkamera ausmachen. Daneben liegen fast unsichtbar die Näherungs- und Helligkeitkeitssensoren. Unter dem Monitor befinden sich Sensortasten zur Anwahl von Menü-, Homescreen-, Zurück- und Suchfunktion. Die Symbole auf den Sensorfeldern sind bei aktiviertem Display weiß beleuchtet – tippt man sie an, leuchten sie blau.
Auf der Oberkante sind die 3,5 mm Klinken-Buchse und die Ein-/Aus-/Sperrtaste angesiedelt. Dazwischen befindet sich, gut geschützt durch eine Schiebeabdeckung, der MicroUSB-Steckplatz. Eine Besonderheit stellt die so genannte „3D Gesture-Taste” dar, die sich unter der Wipptaste zur Lautstärkeregulierung am linken Handyrand befindet: Drückt man diese, lassen sich durch Neigen, Schütteln oder Antippen des Handys Funktionen aktivieren. So kann man beispielsweise bei gehaltener G-Taste durch Kippen des Telefons zwischen den Startseiten wechseln oder durch Schütteln des Handys einen Anruf entgegennehmen oder beenden.
Die Kameralinse befindet sich zwar ungeschützt auf der Rückseite, ist aber leicht ins Gehäuse eingelassen, so dass beim Ablegen des Smartphones keine Kratzer auf dem Linsenglas entstehen dürften. An der Unterkante des Rückcovers ist eine kleine Rille zu sehen, in die zum Entfernen des Covers mit dem Fingernagel gehakt werden kann. Die Abdeckung sitzt sehr fest in ihren Verankerungen, so dass man ein Stück weit mit dem Daumennagel unter dem Cover entlangziehen muss, um diese abzubekommen. Die Steckplätze für die Sim- und MicroSD-Karte liegen über der Einbuchtung für den Akku.
Insgesamt macht das Optimus Black einen sehr sauber verarbeiteten und stabilen Eindruck. Der in einigen Foren bemängelte knarrende Akkudeckel konnte beim Testgerät nicht bestätigt werden. Mit seinen Außenmaßen von 122 x 64 x 9.2 mm fällt das Optimus Black zwar nicht gerade klein aus, liegt aber dank seines geringen Gewichts von 109 Gramm sehr angenehm in der Hand.
Ausstattung
Ultrahelles Nova-Display
In Sachen Display hebt sich das LG Optimus Black deutlich von anderen Smartphones ab: Das stromsparende Nova Display ist eine Weiterentwicklung des IPS (In Plane Switching)-LCD, das im iPhone 4 verbaut wurde und sorgt für starke Kontraste und leuchtende Farben. Laut LG bringt das Nova Display 700 Candela (Basiseinheit der Lichtstärke) pro Quadratmeter, während sich das Retina Display des iPhone 4 mit etwa 500 Candela bescheiden muss.
In der Praxis scheint das Display förmlich von innen heraus zu leuchten. Schwarzwert-Freaks dürften dennoch etwas zu meckern haben: Schwarze Bildschirmdarstellungen erschienen bei genauem Hinsehen auf dem Testgerät nie ganz tiefschwarz, sondern eher dunkelgrau. Sogar bei direkter Sonneneinstrahlung lässt sich die 480 x 800 Pixel-Darstellung immer noch einigermaßen ablesen, vorausgesetzt es befinden sich keine Fingerabdrücker auf dem multitouchfähigen kapazitiven Display.
Bewegungssensor
Der Bewegungssensor passt die Bildschirmdarstellung beim Drehen des Handys in drei Richtungen an, wenn man sich beispielsweise im Browser oder in der Galerie befindet – dieser reagierte beim Testgerät verzögerungsfrei. Der Sensor kann unabhängig von der G-Taste zur Gestensteuerung genutzt werden, indem sich Klingeltöne oder Alarme stummschalten lassen, wenn das Handy auf die Displayseite gedreht wird.
5 Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED-Fotoleuchte
Um wirklich gute Fotos in den Kasten zu bekommen, sollte bei der 5 Megapixel-Kamera darauf geachtet werden, dass beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen auch wirklich der Landschaftsmodus und bei Nahaufnahmen der Makromodus gewählt wird. Im reinen Automatikmodus geschossene Bilder sind nämlich teilweise leicht verwaschen. Mangels Kamerataste muss der Auslöser über einen Button auf dem Display betätigt werden, welcher auch den Autofokus startet.
Nicht gegeizt wurde bei der Ausstattung mit Einstellungsoptionen: Neben Farbeffekten, Smile Shot, Cartoon-Shot oder Geo-Tagging bietet das Optimus Black dem Hobby-Fotograf noch viele weitere Konfigurationsmöglichkeiten. Auch Videoclips in 720p gelingen bis auf leichte Verzerrungen passabel, sind aber leicht ruckelig, ambitionierten Filmfreunden wird das nicht ausreichen. Die Fotoleuchte leuchtet einen kleinen Raum gut aus.
Connectivity und Navigation
Ins Internet gelangt man mit dem LG Optimus Black über WiFi 802.11 b/g/n oder UMTS mit HSDPA, 7.2 MBit/s und HSUPA, 5.76 MBit/s. Außerdem soll über WiFi-Direct der Datenaustausch mit anderen WiFi-fähigen Geräten ohne externen Access Point möglich sein. Darüber, ob zur Kopplung beide Geräte WiFi-Direct unterstützen müssen, gibt es abweichende Aussagen – die Verbindung zu einem WLAN-fähigen ZTE Blade, das kein WiFi-Direct unterstützt, klappte im Test leider nicht.
Dank SmartShare können auf dem Optimus Black gespeicherte Multimediainhalte auf anderen DLNA-fähigen Geräten wiedergegeben werden. Die Verbindung mit anderen Geräten erfolgt darüber hinaus über das MicroUSB-Datenkabel oder über Bluetooth 2.1. Der Austausch von Fotos zwischen PC und Optimus Black via Bluetooth funktioniert erfreulicherweise ohne die Installation einer Zusatzsoftware.
Die Ermittlung des eigenen Standortes über den GPS-Empfänger erfolgte im Test blitzschnell und punktgenau. Zur Navigation ist Google Maps Navigation auf dem Smartphone vorinstalliert. Dieses unterstützt die sprachgeführte Fußgänger- und Fahrzeug-Navigation.
Zubehör
Ausgeliefert wird das LG Optimus Black in einem edlen schwarzen Karton, der von einer Banderole mit Aufdruck des Smartphones verziert wird. Im Zubehörkarton befinden sich neben dem Handy ein USB-Datenkabel mit Netzadapter, ein Stereo-Headset, der 1.500 mAh Li-Ion-Akku, eine Kurzanleitung und ein etwas ausführlicheres Benutzerhandbuch. Die 2GB MicroSD-Speicherkarte steckte beim Testgerät bereits im Kartenslot.
Software und Alltagstauglichkeit
Bei Auslieferung läuft auf dem LG Optimus Black Android 2.2.2 (Froyo), ein Update auf 2.3 (Gingerbread) ist laut Hersteller in Planung. LG hat die Firmware mit seiner Optimus UI 2.0 Benutzeroberfläche überzogen, welche einen eigenen Lockscreen und einen siebenseitigen Homescreen bietet, die nach eigenem Gusto mit Widgets oder Programmicons bestückt werden kann.
Unter der Pull-Down-Statusbar auf der Startseite befindet sich eine nett anzuschauende Uhr- und Wetteranzeige. Im ausgezogenen Zustand offenbart die Statusbar Ereignisanzeigen, eine Energiesteuerungsleiste und den Schnellzugriff auf den Music-Player. Praktisch ist, dass sich das App-Menü in verschiedene Kategorien wie beispielsweise Anwendungen oder Downloads einteilen lässt. Witziges Feature hierbei: Durch das Zusammenführen zweier Finger auf dem Touchscreen öffnet sich ein Einstellungsmenü zum Verwalten der Apps und Kategorien.
Google Apps und mehr
Neben den Google-eigenen Anwendungen wie Android Market, Kalender, Kontakte, Google Mail, Sprachsuche, Google Maps, Google Talk, Latitude und Google Maps Navigation ist das Optimus Black werkseitig mit Extra-Software wie News und Wetter, Finanznachrichten, einem LG App Advisor, RemoteCall, YouTube und Social Network-Programmen wie Twitter for LG, Myspace for LG und Facebook for LG ausgestattet.
Das Office-Programm Polaris-Office ermöglicht das Öffnen und Bearbeiten von Texten, Tabellen und Präsentationen. Natürlich sind auch klassische Anwendungen wie ein Taschenrechner, Sprachmemo- und Notizfunktion sowie ein Wecker, Timer, eine Weltzeit- und eine Stoppuhr auf dem Smartphone zu finden. Weitere Apps können sowohl aus dem Android Market als auch über LG World auf das Handy geladen werden.
Tippen und Telefonieren
Nachrichten und E-Mails lassen sich über ein virtuelles LG-eigenes QWERTZ-Tastaturfeld eintippen. Die einzelnen Tasten werden sogar im Hochformat so groß dargestellt, dass sie mit normal dicken Fingern gut bedienbar sind. Noch komfortabler geht es über die große Tastaturdarstellung im Querformat. Hin und wieder reagierte die Tastatur im Test etwas unsensibel, so dass Tasten, obwohl die Eingabe durch ein Klickgeräusch und Aufleuchten der jeweiligen Drücker quittiert wurde, ein zweites Mal angetippt werden mussten. Mangels echter Tasten für das Anrufmanagement gibt es zur Eingabe von Rufnummern eine angenehm große Nummerntastatur.
In Punkto Empfangsstärke erwies sich das Testgerät als sehr gut sowohl in O2-, als auch in D- und E+-Netzen. An der Sprachqualität ließ sich im Test sowohl auf Handy- als auch auf Festnetzseite nichts kritisieren. Der Freisprecher dürfte allerdings gerne etwas lauter sein – auch klingt die Stimme des Gesprächspartners auf der Festnetzseite über die Freisprecheinrichtung verzerrt.
Webkit-Browser
Internet-Surfen macht über das große Display des LG Optimus Black richtig Spaß. Im Test benötigte der Webkit-Browser gerade mal fünf Sekunden, um die Androidapptests-Startseite in mobiler Ansicht zu öffnen. Das Betrachten von YouTube-Videos ist über ein Browser-Plugin oder die vorinstallierte YouTube-App möglich. Beim Scrollen bewährt sich die Gestensteuerungs-Taste: Wird diese gehalten und das Handy nach vorne oder hinten gekippt, bewegt sich die Seitenansicht sehr flüssig nach oben oder unten. Alternativ kann durch die klassischen Wischbewegungen gescrollt oder durch Multitouch gezoomt werden.
Music-Player
Der Music-Player des Optimus Black sortiert Musik nach Titel, Alben, Interpreten und Playlists. In der Player-Ansicht werden Titel, Interpret, Albumname, die klassischen Bedienelemente und ein großes Cover-Bild angezeigt. Im Test wurden Coverbilder nicht automatisch aus dem Netz geladen, so dass die Bild-Anzeige teilweise leer blieb. Der Handylautsprecher gibt Musik bei höchster Lautsteärkeeinstellung mittellaut und ziemlich höhenlastig wieder. Einen echten Equalizer gibt es nicht – unter dem Namen „Equalizer“ befinden sich vorkonfigurierte Klangeinstellungsmöglichkeiten. Das mitgelieferte Headset liefert einen passablen Klang.
Prozessor, Arbeitsspeicher, Akku
In Punkto Prozessor ist das LG Optimus Black mit seinem 1GHz TI OMAP 3630 Single-Core nicht ganz so gut bestückt wie beispielsweise das Optimus Speed, das über einen Dual-Core CPU verfügt. Die Größe des Arbeitsspeichers beläuft sich auf 512 MB, von denen über eine System-Software 489 MB ausgewiesen wurden. Dennoch läuft das Optimus Black in der Praxis sehr flüssig: Anwendungen werden nahezu verzögerungsfrei geöffnet, das Scrollen durch Menüeinträge geht sehr weich und ohne Ruckler vonstatten und auch anspruchsvollere Games wie Dungeon Defenders lassen sich auf dem brillanten Display reibungslos spielen.
Der interne Speicher beläuft sich laut Hersteller auf 1 GB – in der Systemsoftware wurden 1,1 GB angezeigt. Ist dieser zu klein zum Speichern aller Apps, Musikstücke oder Videos, kann er mit MicroSD-Speicherkarten um bis zu 32 GB aufgerüstet werden.
Nach dem ersten Testtag, in dem ein etwa halbstündiges Telefonat stattfand und Grundfunktionen wie Kamera, Internet und MP3-Player kurz angetestet wurden, musste der Akku des Testgerätes wieder ans Netz. Zwei Tage hielt er im reinen 3G Standby-Betrieb. Bei intensiver Nutzung stromfressender Anwendungen wie Music-Player, Kamera, Internet und Games war nach ca. fünf Stunden Ebbe im Kraftspeicher. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass der Akku noch gänzlich untrainiert war und sich die Akkulaufzeit nach mehreren Ladezyklen deutlich verlängern dürfte.
Fazit
Sowohl preislich als auch in Hinsicht auf Ausstattung und Komfort bewegt sich das LG Optimus Black im gehobenen Mittelklassebereich. Die Verarbeitung ist gut, das Nova Display wirklich grandios in der Darstellung, wenngleich das Schwarz gerne etwas schwärzer ausfallen dürfte. Auch konnte das Testgerät durch eine gute Sprach- und Empfangsqualität überzeugen.
Der 1 GHz Prozessor bringt zusammen mit dem 512 MB Arbeitsspeicher eine für den Alltag und anspruchsvollere Games ausreichende Leistung.
Verbesserungswürdig wäre die Qualität der 5 Megapixel-Kamera: Diese liefert zwar bei optimaler Einstellungskonfiguration passable Bildergebnisse, im Automatikmodus jedoch auch mal das eine oder andere unscharfe Foto.
Insgesamt stimmt das Preis-Leistungsverhältnis beim LG Optimus Black – wer ein großes aber leichtes Android-Handy mit brillantem Display und flüssiger Performance sucht und auf Komfortfunktionen wie HD-Video-Aufnahmefähigkeit oder HDMI-Steckplatz verzichten kann, ist mit dem Nova-Neuling gut bedient.
Pro
- superhelles Nova Display
- gute Sprachqualität, sehr gute Empfangsleistung
- solide Verarbeitung
- flüssige Performance
Contra
- mittelmäßige Kameraqualität im Automatikmodus
- nicht ganz präzise reagierende virtuelle QWERTZ-Tastatur