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Veröffentlicht am Android-Themen · Hardware · Features 8 Min. Lesezeit

Eine kleine Hommage an das iPhone 6 oder warum ich trotzdem bei Android bleibe!

Was hat das iPhone 6 in einem Android-Magazin zu suchen? Ganz einfach: Dass Apple mit seinem neuen Flaggschiff technisch gesehen doch tatsächlich mal in die Nähe einiger gut ausgestatteter Android-Handys rudert, bietet Anlass genug, ausnahmsweise auch mal den Innovationen der neuen Apfel-Geräte Tribut zu zollen.

In der Redaktion wurde heute Morgen bereits folgendes Bild zum Thema iPhone 6 in der Facebook Chronik des Magazins gepostet, das Ron Amadeo auf seiner Google+ Seite veröffentlichte:

iPhone 6 versus Google Nexus 5 (Bild: Ron Amadeo)

Igitt, wie garstig! Eine derart böse Einschätzung ist natürlich nicht angebracht, denn immerhin sind iPhone 6 und 6 Plus ja nun mittlerweile auf den NFC-Zug aufgesprungen. Was für Android-Nutzer mit kompatiblen Smartphones schon seit ein paar Jahren möglich ist, kann man nun auch mit dem neuesten Apple-Sprössling: An entsprechenden Terminals bargeldlos zahlen. Zwar zunächst nur in den USA bei MC Donalds, Subway und Co., aber wen juckt das, wenn zumindest schon mal das technische Merkmal im Datenblatt des Vorzeige-Gerätes auftaucht und als innovativ beworben werden kann.

Realistisch betrachtet: Insgesamt sieht es mit der Bezahlmöglichkeit via NFC in Deutschland bislang sowieso noch eher mager aus – Android-Handy, Windows Phone oder iPhone 6 hin oder her. Da könnte es sich auch für Android-User durchaus positiv auswirken, wenn Apple für seine Neugerät-Käufer ein paar Ocken locker macht und den einen oder anderen Konzern dazu bewegt, die Nahfunktechnologie als Bezahlmethode einzuführen – denkbar wäre das. Kann sich allerdings noch ein paar Jahre hinziehen. Wie? Ihr wisst nicht, wie Ihr die Zeit bis dahin überbrücken sollt? Ja, dann fragt halt die Apple-Nutzer, die kennen sich schließlich mit Warten aus, da könnten sich neuerungsverwöhnte Android-Nerds noch eine Scheibe von abschneiden!

iPhone 6

Der Autor besaß ebenfalls einmal ein iPhone

Gleich mal vorweg (oder zumindest in der Mitte des Artikels): Der Autor besaß bereits dreimal ein iPhone und mochte die Modelle iPhone, iPhone 3G und 3Gs. Ja, wirklich! Also, bis auf einen leicht schief verbauten Home-Button beim 3G und das etwas schräg eingesetzte Displayglas des 3Gs und diversen Empfangsproblemen der 3er Serie (trotz derzeit noch Kunststoffrückseite) im 3G-Netz. Aber schließlich war der Autor damals mit seinen Problemen nicht alleine, und im (Apple-Jünger) Kollektiv jammert es sich ja noch mal so schön. Der Autor hatte alle drei iPhones damals relativ günstig gebraucht gekauft. Es stellt sich immer wieder die Frage, was an einem Gerät so faszinierend sein kann, dass man dafür, im Falle eines Neukaufes, derart tief in die Tasche greift und in langen Schlangen ansteht – vom Prestige-Faktor mal abgesehen. Das Ganze soll nun genauer betrachtet werden:

Von LTE und sonstigen Empfangsproblemen

Mehrere LTE-Frequenzen unterstützen die 6er iPhones ja nun erfreulicherweise. Zugegeben, das iPhone 5 hatte auch schon LTE, das sich in Europa allerdings nur im 1800 Megahertz Frequenzbereich und in Deutschland somit lediglich in den Netzen der Deutschen Telekom nutzen ließ. So richtig schien das dann auch den iPhone-Nutzern nicht geschmeckt zu haben, denn beim 5s und 5c legte Apple mit einem neuen Transceiver nach, der weitere Frequenzbänder unterstützte. Realistisch betrachtet: Wer beschwert sich schon über schlechten LTE-Empfang, wenn das Handy bereits im besser ausgebauten 3G-Netz Probleme hat (und das nicht erst seit der 5er Generation)? Großzügigerweise reichte Apple beim iPhone 4 eine kostenlose Schutzhülle nach, die das Empfangsproblem beheben sollte – eine kostenlose Hülle, ganz gratis! Dies wurde als bemerkenswert betrachtet! Notfalls half der iPhone-Besitzer eben per Installation der entsprechenden Signal Booster App nach. Allerdings muss man das Phone zuvor jailbreaken (da es entsprechende App nur im Cydia-Market gibt), wobei die Garantie verlustiert geht. Hach, irgend etwas ist aber auch immer!

iPhone 6 Kamera

Damit wird die leidige Preisfrage thematisiert …

Was kostet es denn nun, das iPhone 6? Das 128 GB Modell soll in Deutschland für 899 Euro erhältlich sein, das 64 GB Modell gibt es für 799 Euro. Da wirkt das 16 GB Modell (Speicher nicht erweiterbar!) mit seinen 699 Euro doch geradezu wie ein echtes Schnäppchen! Es kostet damit genau so viel wie das Samsung Galaxy S5, das mit einer UVP von 699 Euro zu Buche schlägt (Straßenpreis liegt bereits weit darunter), dafür aber ein 5,1 Zoll großes Display mit 1.920 x 1.080 Pixel-Auflösung anstatt eines 4,7 Zoll Screens mit 720p, einen erweiterbaren internen Speicher, einen wechselbaren Akku, einen Herzfrequenz- sowie einen Fingerabdruckssensor und eine 16 Megapixel-Kamera anstatt einer 8 Megapixel-Knipse zu bieten hat. Die Anzahl der Megapixel sagt bekanntlich nichts über die Bildqualität aus, und es ist nicht alles zu haben, schon gar nicht für die 899 Euro, die das teuerste iPhone 6 kostet. Wasser- und Staubdichtigkeit, beim Galaxy S5 vorhanden, beim iPhone 6 allerdings nicht, wird vermutlich ohnehin überbewertet. Auf den flotten Metall-Look des Apple-Phone muss man beim Samsung-Phone freilich verzichten, kann andererseits aber auch zum HTC One (M8) greifen, wenn es denn nun unbedingt ein namenhafter High-End Androide mit Alu-Korpus sein soll. Das bekommt man inzwischen auch schon für um die 500 Euro - Die Frage nach der Qualität eines solchen Gerätes könnte aufkommen.

Wo man gern wartet, weil man gut wartet

Überhaupt gibt es das iPhone für Freunde größerer Smartphones ja nun auch als Plus-Modell mit einem 5,5 Zoll Retina HD-Display und 1.920 x 1.080 Pixel Auflösung, der Fairness halber sei erwähnt! Das kostet dann

Elephone P2000

799 Euro in der 16 GB Variante, 899 Euro in der 64 GB- und 999 Euro in der 128 GB Version. Es drängt sich der Vergleich mit dem Elephone P2000 für 160 Euro mit seinem 5,5 Screen, NFC, Fingerabdrucksensor, Octa-Core CPU  und 2 GB RAM – seines Zeichens Androide – auf. Gut, das kann kein LTE, dafür aber mit zwei Simkarten gleichzeitig funken. Oder vielleicht das Teca G88B mit 3 GB RAM und 4.000 mAh-Akku für 211 Euro? Aber bei diesen Geräten wird man sich (im Gegensatz zum iPhone 6) nach der Bestellung nicht eine gefühlte halbe Ewigkeit gedulden müssen, bis endlich die eigene Ticketnummer dran ist und man glücklich das begehrte Stück Technik in den Händen halten darf. Pädagogen behaupten ja, man wisse etwas mehr zu schätzen, wenn man es sich erkämpfen oder eine Weile darauf warten muss. Vielleicht ist das iPhone eben aus diesem Grund “alle (paar) Jahre wieder” so interessant, dass die Leute dafür Schlange stehen. Könnte ja sein.

Ein wirklich flottes Design – aber nicht allein!

Auf Einzelheiten soll an dieser Stelle nicht groß eingegangen werden, denn schick ist das iPhone 6 zugegebenermaßen wirklich, und für richtig edle Schmuckstücke zahlt man ja schließlich ebenfalls eine Menge Geld. Obwohl, ein ganz ähnliches Gerät wurde neulich für rund 70 Euro gesichtet. Ein Beispiel dafür ist das Elephone P6i, das unter diesem Link zu finden ist. Gut, das Elephone P6i kann nun tatsächlich nicht so viel wie das iPhone 6 und ist genau genommen auch nur ein Vorab-Clone, falls es sowas gibt. Was wäre denn aber nun so ein richtig preisgünstiges Vergleichsmodell der IST-Zeit, also nicht 2012? Es empfiehlt sich, noch einmal das obige Bild von Ron Amadeo und die Spezifikationen des iPhone 6 zu betrachten und nach dem vermutlich günstigsten Androiden mit ähnlichen inneren Werten zu suchen.

Elephone P6i

Die Android-Alternative mit NFC und LTE

Also, NFC sollte der Androide können, LTE auch, einen guten Prozessor und mindestens eine 8 Megapixel-Kamera haben. Als spontanes Beispiel bietet sich das InFocus M512 an. Das kostet bei Focalprice 138 Euro + 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer und hat dafür besagte Eigenschaften und noch dazu eine Speichererweiterungsmöglichkeit zu bieten. Die Optik wird ebenfalls als schick bewertet, aber die Bewertung der Optik ist ja bekanntermaßen eher subjektiv. Gut, den Prestige-Bonus hat es jetzt nicht gerade. Andererseits: Wer sich das M512 anstelle des “günstigsten” iPhone 6 kauft, hätte sogar noch rund 544 Euro übrig, von denen er sich dann locker die iWatch, äääh, Apple Watch kaufen könnte, wenn er denn wollte. Die soll Anfang 2015 auf den Markt kommen und um die 349 US-Dollar kosten.

Obwohl … auch bei den Smart-Watches gibt es eine ganze Reihe guter Android-Alternativen. Eine weitere Ausführung würde hier jedoch den Rahmen sprengen.

InFocus M512 (Bild: InFocus)

Das durchaus übersichtliche iOS Betriebssystem als Argument

Das iOS ist zweifelsohne einfach und intuitiv zu bedienen. Aber rechtfertigt das alleine einen so hohen Preis? Schließlich gibt es ja auch für Android bereits übersichtliche Oberflächen, wie MIUI zum Beispiel, und sogar unter den sogenannten billigen China-Phones findet man mittlerweile welche mit einer super Optik und Verarbeitung sowie einem vernünftigen Support in Deutschland. Würde der hohe Preis der Apple Geräte in gute Arbeitsbedingungen für Apple-Mitarbeiter umgesetzt, würde sich jede Kritik verkneifen lassen. Schaut man sich allerdings die entsprechenden Schlagzeilen der letzten Jahre an, scheint das weniger der Fall zu sein. Da nehmen sie sich wohl alle nicht so viel, die großen Elektronik-Konzerne (Ausnahmen bestätigen die Regel), egal ob dort Apple-, Android- oder Windows Phone-Geräte vom Band laufen.

Fazit

Aller Kritik zum Trotz: Ein iPhone ist und bleibt eben nun mal ein iPhone und für viele Nutzer ein wichtiger Lebensbestandteil. Jedem das Seine. Der Autor empfand die Apple-Phones seinerzeit auch als toll, nicht aus Prestige-Gründen, sondern weil das iPhone damals technisch eine gewisse Vorreiter-Rolle in der Smartphone-Welt inne hatte. In der Jetzt-Zeit wird sich jedoch auch weiterhin munter in der bunten Android-Welt umgesehen und für die Leser nach interessanten Geräten gesucht – Apple hat zweifellos auch ohne den Autor genug Käufer – keine Frage!