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Veröffentlicht am News 3 Min. Lesezeit

Kein Android 4.1 mehr für HTC One V und Desire C: HTCs fatales Signal

HTC hat bekannt gegeben, welche Smartphones nicht mehr mit einem Android 4.1-Update rechnen dürfen.

HTCs Update-Politik ist nicht besonders schwer nachvollziehbar. Im Prinzip legen die Taiwaner ihr die gleichen Kriterien wie Motorola zu Grunde. Das heißt: Die User-Performance steht im Mittelpunkt. Läuft ein Telefon flüssiger mit einer alten Android-Version, darf sein Besitzer nicht mit einem Update rechnen. Dass HTC sich da auch von viel Community-Protest nicht erweichen lässt, hat der Hersteller beim HTC Desire HD schon einmal vorgemacht.

Dieses Mal dürfte es weniger Protest geben, obwohl die beiden Smartphones, HTC nicht mehr mit Android 4.1 bedenken will, erst in diesem Jahr auf den Markt gekommen sind. Wie HTC in einem FAQ bekannt gegeben hat, bekommen Geräte mit 512 MB Arbeitsspeicher oder weniger neue Firmware mehr, sondern bleiben bei der Version stehen, mit der sie auch aus den Fertigungshallen gerollt wurden.

Resourcenfresser HTC Sense?
Als Grund ist jedoch nicht der Ressourcenhunger von Android 4.1 anzusehen, HTCs eigene Bedienoberfläche ist es, die an der Performance nagt. Um welche Geräte es geht? Das HTC One V und das Desire C – Modelle aus diesem Jahr. Beide werden kein Android 4.1-Update bekommen.

Android 4.1 (Jelly Bean) Statue vor der Google-Zentrale

Das Problem ist dabei nicht die Begründung, auch dass HTC seine One-Serie, die doch eigentlich für Smartphone-Kunst der ersten Reihe stehen soll, damit etwas entwertet, wiegt nicht so schwer. Warum hat HTC das Gerät nochmal mit so wenig Arbeitsspeicher auf den Markt gebracht? Klar: Es legen nicht alle Wert darauf, dass die neueste Android-Version auf ihrem Smartphone läuft. Die wichtigsten Apps funktionieren doch, das reicht. Ganz so, wie es Android-Mitgründer Rich Miner kürzlich im Interview zu Protokoll gab.

Updates nur noch in der Oberklasse?
Doch kristallisiert sich auch heraus: Wer bei HTC mit der aktuellen Entwicklung von Android Schritt halten und all die neuen Features wie Google Now oder Photosphere nutzen will, muss zur teuren Oberklasse greifen, sonst darf er zwar mit Software-Updates und Bugfixes rechnen, nicht jedoch mit neuen Android-Versionen.

Zudem schafft HTC erneut einen Präzedenzfall, an den erinnert werden wird. Blogger, News-Redakteure, Schreiberlinge aller Coleur, die sich über HTC und Android-Updates zu Wort melden, haben nun nach dem Desire HD ein weiteres Negativ-Beispiel, das in Texten angeführt werden kann, sodass die HTC-Berichterstattung Gefahr läuft, stets von einem kritischen Unterton begleitet zu sein. Einen Unterton, den auch alle jene wahrnehmen, deren Tageslaune nicht direkt von Updates abhängt.

Schlechte Verkäufe?
Dass das Android 4.1-Update für One X und One S bis jetzt noch nicht ausgeliefert wurde, hilft natürlich ebenfalls nicht: Angekündigt war es mal bis Ende Oktober. Der Umkehrschluss ist ebensowenig schmeichelhaft für HTC: Unter Umständen hat der Hersteller ja auch wirtschaftlich entschieden. Ob sich das One V und das Desire C so schlecht verkauft haben, dass die Mühe eines Updates nicht lohnt – für die paar Kunden?

Vielleicht wäre es eine Lösung, direkt bei der Markteinführung darauf hinzuweisen, ob ein Gerät noch ein Update zu erwarten hat oder nicht. Auch wenn in der Unter- und Mittelklasse der Android-Modelle mittlerweile ohnehin davon ausgegangen werden darf, dass es keine neue Firmware geben wird. HTC will noch testen, welche Smartphones der 2011er Serie sich für ein Update noch anbieten.

Es wäre keine Überraschung, wenn dem One V und dem Desire C noch einige Geräte folgten. Soweit ist es schon, fatal, fatal. Es bleibt nur zu hoffen, dass das HTC DLX hält, was es verspricht. Und wenigstens wird HTC die Schlagzeilen in den kommenden nicht mehr mit Patentverfahren gegen Apple bereichern. Das ist doch auch schon mal was.

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