Der indische Subkontinent ist wirtschaftlich gesehen das neue China. Ein Indiz dafür: Die steigende Smartphone-Produktion des Milliarden-Landes.
Smartphone-Projekte wie Android One beflügeln den indischen Markt. (Bild: Google)
Der indische Telekommunikationsminister Ravi Shankar Prasad meldete sich dieser Tage per Presseaussendung und ließ verkünden, dass Stand Dezember des vergangenen Jahres 15 Produktionszentren in Betrieb gewesen seien. Diese hätten im gesamten Kalenderjahr 2015 über 100 Millionen Telefone hergestellt – während es ein Jahr zuvor „nur“ 68 Millionen gewesen sind. Eine beachtliche Steigerung.
Glaubt ihr nun, dass darunter nur Billigheimer seien, so täuscht ihr euch: Panasonic, Mitsubishi, Samsung, Bosch oder Continental sind die wohlklingenderen Namen unter den Produzenten, während Nidec, Jabil oder Flextronics neben den indischen Firmen hierzulande eher unbekannt sein dürften.
Ein Jobwunder ist die Smartphone-Produktion indes nicht. Die hohen Investitionen des Landes in die Fertigung der Telefone schuf gerade einmal 30.000 neue Jobs im vergangenen. Gemessen an der Gesamtbevölkerung von über 1,2 Milliarden Menschen ein Witz. Zudem kämpft Indien seit Jahren mit einem steilen Lohngefälle, schillernde Reiche wie der Airline- und Rennstall-Besitzer Vijay Mallya stehen einer unüberschaubar großen Zahl an armen Menschen gegenüber. Laut Fischer Weltalmanach 2016 belief sich das Pro-Kopf-Einkommen auf 1.610 US-Dollar. Das könnte sich künftig ändern, denn Indien steht an der Schwelle zu einem goldenen Zeitalter, was das Land vor allem seinen ungeheuren Investitionen in die Telekommunikation zu verdanken hat: 100 Millionen Inder, die letztes Jahr erstmals über einen Internetanschluss verfügten, schrauben die Gesamtzahl an Nutzern auf 400 Millionen hoch.
Ein lukrativer Markt, der dort für schwächelnde Konzerne wie Samsung entsteht – die zudem (noch) von den geringen Löhnen profitieren. Eine nächste Erfolgsmeldung und nochmals höhere Fertigungszahlen in diesem Jahr sind demnach wahrscheinlich.
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