Android Mini PCs werden immer noch gerne als HDMI- oder TV-Stick deklariert, dabei können sie aufgrund immer besserer Hardware inzwischen viel mehr. Der Nova Q mit Android 4.2.2 und verschiedenen Nutzeroberflächen wurde einmal genauer unter die Lupe genommen.
Grundsätzliches zur Ausstattung
Wer den Nova Q nutzt, hat die Wahl, ihn mit einer Moui-, einer Standard-Android Oberfläche oder dem XBMC Media Center zu starten. Ein Wechsel zwischen den Oberfläche ist auch im laufenden Betrieb jederzeit möglich.
Der hier vorgestellte Nova Q handelt es sich schon um die dritte Generation der Nova Sticks von Motioncoding. Der Android Mini PC ist mit einer 1,8 Gigahertz Quad-Core Rockchip RK3188 CPU, 2 Gigabyte RAM sowie einem 6 Gigabyte großen internen Speicher ausgestattet.


Im Zubehörkarton des Nova Q befinden sich außer dem Stick ein MicroUSB-Kabel, ein Netzteiladapter, ein HDMI-Verlängerungskabel sowie eine Quickstart-Anleitung. Der Nova Q besteht aus schwarzem Kunststoff und macht insgesamt einen relativ soliden Eindruck.
Anschlüsse und Steuerung
Der HDMI-Anschluss des Nova Q wird von einer abziehbaren Plastikkappe geschützt. Über das mitgelieferte HDMI-Kabel lässt sich der Stick an einem kompatiblen Monitor oder Fernseher anschließen. Ein Manko (wenn man es denn so nennen will), ist die Tatsache, dass die Darstellung bislang nur für Breitbild-Monitore (16:9) optimiert ist. So lässt sich zwar zwischen 1280 x 720p und 720 x 480p auswählen, die Darstellung erfolgt auf einem 4:3 Monitor dann jedoch nicht als Streifen (wie man es bei der 16:9 Einstellung auf einem 4:3 Format Fernseher kennt, der diese Umschaltfunktion besitzt), sondern wird nach oben und unten hin in die Länge gezogen, was Eierköpfe in Videos und ovale App-Icons zur Folge hat. Wer also über einen 4:3-Format Monitor ohne Umschaltmöglichkeit verfügt, muss wohl oder übel mit dieser Darstellung leben oder sich einen Breitbild-Monitor zulegen.

Am der Seite des Sticks befindet sich ein Slot für die MicroSD-Karte sowie ein MicroUSB-Anschluss für das Datenkabel. Ein weiterer MicroUSB-Steckplatz, der für den Stromanschluss genutzt werden kann sowie ein USB 2.0 Slot, sind an der schmalen Seite angesiedelt. Da auch der Anschluss eines aktiven USB-Hub möglich ist, ergeben sich durch diese Kombi zahlreiche Möglichkeiten, USB-Mäuse, Tastaturen oder andere Peripheriegeräte zu nutzen. Außerdem ist durch die verbaute Bluetooth 4.0 Schnittstelle die Kopplung mit weiteren Geräten wie beispielsweise einer Bluetooth-Tastatur möglich, was im Test reibungslos funktionierte. Über WLAN gelangt man ins Internet.
Über die Android-App moui control lässt sich das Smartphone kabellos mit dem Nova Q verbinden und als Fernbedienung mit Sprach-, Keyboard- oder Maus-Eingabe nutzen. Diese Funktion ist grundsätzlich super, aufgrund einiger Bugs jedoch noch ausbaufähig: So funktionierte die Texteingabe sowohl bei Nutzung der App mit einem Nexus 4 als auch eines Wiko Darkmoon teilweise mitten im Satz nicht mehr, und der Mauszeiger ließ sich auf dem Touchscreen nur über das Vier-Richtungs-Touchpad, nicht aber im reinen Maus-Modus steuern.


Einen Klinkenanschluss für das Headset gibt es nicht, so dass Nutzer zum Musikhören gegebenenfalls auf ein Bluetooth-Headset zurückgreifen müssen. Der WiFi-Empfang des Sticks erwies sich im Test als gut.
… und wie funktioniert der Nova Q?
Vor dem Testen der Software erfolgte ein Update auf Moui 8.5. Ein Tutorial dafür gibt es HIER!
Beim Anschluss des Stromkabels fährt der Nova Q automatisch hoch, was etwa eine halbe Minute dauert. Herunterfahren lässt er sich über ein Symbol in der Menüleiste am unteren Bildschirmrand. Die übrige Aufteilung dieser Leiste entspricht in etwa jener vom Stock-Android auf Tablets, ebenso wie das Einstellungmenü, das über ein App-Icon oder eine Pull-Up-Statusbar am rechten unteren Displayrand anwählbar ist.
Die Moui 8.5 Oberfläche beinhaltet einen Homescreen mit einer Menüleiste, über die sich das App-Menü, der Google Play Store, die Galerie, ein Music-Player sowie das TV-Programm öffnen lassen. Dank Play Store lässt sich der Stick beliebig mit Android-Apps bestücken.

Mit der Moui 8.5 Software ist der Nova Q bereits gerootet und hat Superuser vorinstalliert. Außerdem sind neben den üblichen Google Apps bereits weitere Anwendungen wie beispielseweise ein Terminal Emulator, eine Game-Controlsetting-App, der Adobe Flash Player 11.1, ein Mailprogramm, ein Browser oder ein Dateimanager installiert (siehe auch Screenshots). Bei angeschlossener Tastatur und Maus und entsprechend installierten Programmen taugt der Nova Q durchaus als PC-Ersatz.


An der Performance ließ sich im Test kaum etwas kritisieren – Apps öffneten sich zügig und Ruckler gab es kaum. Auch anspruchsvollere Spiele ließen sich problemlos zocken.
Ein Bug zeigte sich in puncto Tastatur: Zur Texteingabe fährt eine große Soft-Tastatur ins Bild, die sich mit der Maus oder via Touchscreen bedienen lässt. Diese sollte bei angeschlossener echter Tastatur eigentlich automatisch deaktiviert werden, was jedoch sowohl bei der Kopplung mit einer Bluetooth- als auch bei einer USB-Tastatur nicht funktionierte, so dass das auf Dauer doch ziemlich nervige virtuelle Tastenfeld trotzdem aufpoppte und einen Großteil des Bildes verdeckte.

Die TV-App listet zwar viele Sender, im Test ließ sich jedoch keiner so richtig öffnen, was weniger an der App als an den inzwischen recht strikten Vorgaben der Sender liegen dürfte. Nutzen lässt sich der Stick jedoch recht gut für Streaming-Dienste wie Watchever oder dailyme. Möchte man lieber XBMC zur Medienwiedergabe nutzen, kann man über einen Start-Manager im laufenden Betrieb darauf umschalten.

Fazit
Wer den Nova Q nutzen möchte, um Fotos oder Videos aus dem Internet auf seinen Fernseher zu streamen, ist mit diesem Android Mini PC gut bedient. Die Moui-Benutzeroberfläche erwies sich im Test als sehr übersichtlich und anwenderfreundlich. Auch als PC-Ersatz (mit ein paar Einschränkungen) und zum Gaming am großen TV-Monitor eignet sich der HDMI-Stick recht gut. Die Kombi aus Quad-Core CPU und 2 GB RAM beschert dem Nova Q eine flüssige Performance.
Allerdings sollte man derzeit noch kein absolut fehlerfrei laufendes System erwarten, denn der eine oder andere Bug, wie beispielsweise das nicht funktionierende Streaming von Fotos und Musik über die moui control-App (zumindest beim Testmodell) ist schon noch vorhanden.
Auch die Auswahl an funktionierenden Fernsehsendern hält sich, trotz großer Sender-Auswahl in der vorinstallierten Anwendung, sehr in Grenzen.
Den Nova Q Mini Android PC gibt es für 79 Euro im Motioncoding Company Store – zum Testzeitpunkt war er dort allerdings gerade ausverkauft. (Stand 10. Februar 2014)



