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n-droid.de
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Hintergrund: Die Geschichte hinter Android 4.4 (KitKat)

Nach der Anfrage von Google stimmte Nestlé dem Android 4.4 KitKat-Deal innerhalb von einer Stunde zu.

Dass Google die kommende Android-Version KitKat nennen wird, ist wohl eine der größten Überraschungen des Jahres. Der Online-Riese kooperiert dafür mit dem schweizerischen Lebensmittel-Multi Nestlé, einem der größten Lebensmittelkonzerne der Welt.

Ungwöhnlich daran ist zweierlei: Zum einen ging alle Welt von Key Lime Pie als Namen für die nächste Android-Iteration aus. Google selbst hat ihn niemals offiziell bestätigt, den Namen aber im Rahmen der diesjährigen Google I/O angeteastert. Zum anderen, dass mit KitKat erstmals ein konkreter Markenname als Namenspate für eine Android-Version herhalten wird.

Klassisches Kooperationsmarketing
Die Strategie dahinter ist klar: Es handelt sich um klassisches Kooperationsmarketing. Die eine Marke wirbt für eine andere und umgekehrt – und der Nutzer hat auch noch was davon. Win-Win-Win-Situation nennt man das in Marketingdeutsch.

Eine Bericht der BBC erhellt die Hintergründe zu dem überraschenden Coup etwas. Demnach fiel die Entscheidung zugunsten von KitKat bereits im November 2012. Wie John Lagerling, bei Android zuständig für globale Partnerschaften, sagt, wurde festgestellt, dass Limettenkuchen einfach zu wenig Leuten bekannt sei. Auf den Namen Kitkat sei die Idee dann in der Arbeitsküche entstanden und bei Nestlé angerufen worden.

Die dortige Marketingabteilung fackelte offenbar nicht lange. Direkt am nächsten Tag wurden alle Beteiligten zu einer Videokonferenz eingeladen, um die Kooperation festzumachen. Gegenüber der BBC sagte Patrice Bula, Marketing-Chef bei Nestlé: “Ehrlich gesagt haben wir innerhalb von einer Stunde gesagt: Wir machen das!” Letzter Vereinbarungen wurden dann auf dem diesjährigen MWC in Barcelona getroffen.

Absolute Geheimhaltung
Dabei achtete Google auf absolute Geheimhaltung, um den größtmöglichen Effekt zu erzielen. Nur ein kleines Team wusste von der Entscheidung. Nach außen wurde der K-Release weiterhin Key Lime Pie genannt. Die meisten Google-Mitarbeiter dürften von der Enthüllung ebenso überrascht worden sein wie die Android-Gemeinde.

Beide Firmen hoffen darauf, dass die Kooperation die Marken Android und KitKat nützt. Das Publikum ist jedenfalls da: Google verkündete am Dienstag eine Milliarde aktivierte Android-Geräte weltweit, Nestlé plant die Produktion von 50 Millionen KitKat-Riegel mit dem Android-Maskottchen auf der Verpackung, die in 19 Ländern vertrieben werden sollen. Auch hier herrschte höchste Geheimhaltung: Die Verpackungen mussten zwei Monate im Voraus produziert werden.

Zusätzlich darf Nestlé erwarten, dass Blogger, Journalisten und Android-Nutzer Blogs und Foren in den kommenden mit dem Namen KitKat fluten. Los geht es sofort: Das erste Bild des nächsten Nexus-Smartphones, das als KitKat-Referenzgerät  dienen dürfte, ist bereits geleakt – dank Google selbst. Das ist mit Sicherheit kein Zufall, sondern präzise PR-Arbeit, die sich clever der vorherrschenden Netzmechanismus bedient.

Bemerkenswert ist dabei sicherlich auch, dass im Rahmen der Kooperation kein Geld fließt. Keine Seite bezahlt die andere, beide wollen nur vom anderen profitieren. Lagerling: “Die Idee war, etwas lustiges und unerwartetes zu tun”. Es bleibt nur zu hoffen, dass Nestlé nicht so bald wieder in einen Lebensmittelskandal die Hauptrolle spielt. Der Konzern ist wegen seiner Geschäftspraktiken sehr umstritten.

Im Raum bleibt außerdem die Frage, wann mit dem nächsten großen Versionssprung für Android zu rechnen ist.