Mit seinen Events der jungen Vergangenheit hat sich Samsung eine Sexismus-Debatte eingebrockt.
Sexismus in Werbung ist nichts Neues. Weil es unterm Strich um eine simple Botschaft geht, bemüht sie oft traditionelle Rollenbilder bzw. bricht bewusst mit ihnen – und bezieht sich damit eben auch wieder auf sie. Im PR-Alltag sind diese althergebrachten Stereotypen regelmäßig anzutreffen. Samsung hat bereits Erfahrung darin: Soll eine heile Familienwelt gezeigt werden, arbeitet der Mann, und die Frau umsorgt die Kinder. Ein Spot zum Galaxy S III ist hier zu sehen:
In Südafrika scheint Samsung den Bogen nun aber etwas überspannt zu haben. Beim Launchevent zum Samsung Galaxy S 4, bei dem Samsung Schauspielerinnen als überzeichnete, hochzeitsvernarrte Bachelorettes mit Sekt und frisch lackierten Fingernägeln über die Bühne giggeln ließ, hatte sich das Unternehmen bereits Beschwerden eingehandelt. Molly Wood von Cnet nannte das Event “erschreckend sexistisch”.
Zuvor hatte Samsung in Südafrika aber einige neue Haushaltsgeräte vorgestellt. Während des Events teilten Damen im Bikini Wasserflaschen aus, anschließend gab es eine Tanzeinlage zu sehen, ebenfalls von nur knapp beschürzten Damen. Daraufhin schrieb die südafrikanische Seite Girl Guides einen offenen Brief an Samsung und beschwerte sich über das “halbnackte Eye-candy”.
Auch der S 4-Launch kommt in dem Brief schlecht weg. Zwar seien die dort präsentierten Damen angezogen, ihre Rolle allerdings bezeichnend gewesen: “Oohing, aahing, cooing about their weight, shopping, cooking, and men.”
Samsung Südafrika sah sich nun gezwungen, zu reagieren – und entschuldigte sich für die Präsentation. Verfasser Michelle Potgieter, Head of Corporate Marketing bei Samsung Südafrika, schreibt, keineswegs habe man die Kundinnen mit den Events belidigen wollen: “Deshalb möchten wir uns hiermit für den in dieser Angelegenheit entstandenen Ärger entschuldigen und Ihnen versichern, dass wir ihre diesbezügliche Meinung wertschätzen.”
Etwas merkwürdig mutet dabei an, dass Potgieter darauf hinweist, künftig stärker das Samsung Hauptquartier einbeziehen zu wollen. Wie Cnets Chris Matyszczyk dabei feststellt, sei der Galaxy S 4-Launch doch ohnehin Chefsache gewesen. The Verge hatte in diesem Zusammenhang berichtet. In diesem Fall scheint die Problematik also von der Führungsebene auszugehen.

