Im Appstore ist Gun Bros. zum Top-Game avanciert, mittlerweile ist der 3D-Shooter auch im Android Market erhältlich. Die Story des Games ist schnell erzählt: Schulter an Schulter ballern sich die Gebrüder Gun durch die Spielebenen, um den Weltraum von den fiesen “Tyrannical Oppressors Of Life” (T.O.O.L) zu befreien. Dabei reizt das Spiel das grafische Potenzial aktueller Android-Modelle der Oberklasse voll aus. Umso schöner, dass auch der Spielspaß nicht zu kurz kommt.
Installation
Die App verlangt Zugriff auf:
- Netzwerkkommunikation: Uneingeschränkter Internetzugriff
- Telefonanrufe: Telefonstatus lesen und identifizieren
- Speicher: Inhalt des USB-Speichers und der SD-Karte ändern/löschen
- System-Tools: Standby-Modus deaktivieren
Gameplay
Hauptdarsteller des Spiels sind Percy und Francis Gun, Brüder und die einzigen Mitglieder des F.R.A.G.G.E.D. (Freakishly Rugged Advanced Genetics Galactic Enforcement Division )-Teams. Ihr Auftrag: das Weltall zu schützen und von den T.O.O.L.-Schergen zu befreien. Als Schauplätze der wilden Shoot-outs dienen verschiedene Planeten. Absolviert man einige Level erfolgreich, werden nach und nach neue unbekannte Planeten freigeschaltet, auf denen aufgeräumt werden muss. Im Klartext: Auf denen alles exekutiert werden muss, was sich einem in den Weg stellt.
Großes Waffenarsenal
Die Gegner fahren dabei verschiedene Taktiken auf, um die Gun-Brüder kaltzustellen. Da gibt es Gegner, die sich auf einen stürzen und sich in die Luft jagen, Feuer werfende Roboter oder hirnhungrige Zombies. Einen zusätzlichen Reiz des Games bilden aber die zur Verfügung stehenden Waffen. Das Wummen-Arsenal ist ziemlich ansehnlich: Laserkanonen, Doppel- und Dreifachkanonen und verschiedene Flinten sind nur einige Beispiele. Um sich die verschiedenen Ballermänner umhängen zu können, braucht es allerdings einiges Kleingeld – und das muss man sich verdienen.
Nach jedem Kampf gibt es für die ins Jenseits beförderten Gegner Xplodiums, Edelsteine, die in Geld (Coins) umgewandelt werden und zum Kauf von größeren Waffen berechtigen. Alternativ lassen sich auch mit so genannten „Warbucks“ Gegenstände erwerben. Sie bekommt man entweder durch die Installation anderer Apps, die jedoch nichts mit dem eigentlichen Spiel zu tun haben, oder über das integrierte In-App Billing.
Um möglichst lange auf dem Schlachtfeld zu bleiben, kann das verdiente Geld auch für Schutzkleidung und Power-ups auf den Kopf gehauen werden. Gegner erscheinen immer in Wellen, jede überstandene Welle bringt den Spieler auf dem Planeten eine Stufe weiter. Das Stufen-Prinzip ist von Angry Birds oder Stupid Zombies bekannt: Erfahrungspunkte, die man auf dem Schlachtfeld sammelt, führen zum Aufstieg in den Leveln. Gleichzeitig werden neue Planeten oder Waffen freigeschaltet.
Durchschnittliche Updatepolitik
Hier und da hakt es bei aber noch: Einige Planteten lassen sich noch nicht freischalten, da die Entwickler dies noch per Update integrieren müssen. Genauso verhält es sich mit dem Online Modus („Brotherhood“) oder den verschiedenen Raffinerien, die man benötigt, um Xplodium in Geld umzuwandeln. Das Problem ist Android-spezifisch, bei der iOS-Version sind alle Funktionen verfügbar.
Die Schutzkleidung gewährt Schutz – und verleiht ihrem Träger ein ziemlich wildes Aussehen (Rastas oder Flattops). Überhaupt schlägt das Spiel immer wieder einen ironischen Unterton an. Das gilt zum Beispiel für die Tipps, die während den Ladezeiten eingeblendet werden. Oft sind es mit einem Augenzwinkern präsentierte Ratschläge. Humor verdient standardmäßig ein Kompliement. Kompliment also.
Der offizielle Trailer von GluMobile:
Bedienbarkeit
Die Steuerung der Spielfigur läuft über Steuerfelder: Das eine ist oben links am Bildschirm platziert und dient der Fortbewegung, das zweite ist zum Zielen gedacht und findet sich unten rechts. In den ersten Leveln ist das noch komfortabel, je weiter man jedoch ist, desto mehr führt das zu Problemen. Mit dem Finger verdeckt man nämlich einen Teil des Bildschirms, was umso fataler wird, je mehr Gegner sich den Gun-Brüdern entgegen stellen. Die Version fürs iPod und iPhone kennt das Problem nicht: Dort befinden sich beide Steuerfelder in den unteren Displayecken.
Nach kurzer Eingewöhnung bekommt man ein Gefühl für die Steuerung. Stellen sich den Spielfiguren vioele Gegner in den Weg, reagierte die Steuerung einige Male etwas langsam. Zudem sind die Symbole für die verschiedenen App-Bereiche wie „Play“, „Bros“, „Store“ etc. zu klein geraten. Angenehmer dürfte Gun Bros mit Sicherheit auf einen Tablet zu spielen sein.
Penetrant ist allerdings die permanente Werbung, die zur Installation von Drittapps aufruft, um Warbucks zu bekommen, oder das In-App-Billing zu nutzen. Das gesamte Spiel ist durchzogen mit Werbe-Angeboten zum Geld ausgeben oder dem Download von Dritt-Anwendungen. Da bestimmte Items nur über den Download einer zusätzlichen App zu bekommen sind, ist die Strategie nicht einmal besonders subtil, sondern in erster Linie ärgerlich – zumal einige der Appangebote dann nicht einmal im Market verfügbar sind.
Von einigen Rucklern einmal abgesehen lief das Spiel flüssig, Abstürze gab es keine. Ältere Geräte mit schwachem Prozessor könnten aber Probleme bekommen.
Fazit
Trotz einiger Defizite ist Gun Bros zu empfehlen. Die Grafik des Spieles ist sehr gelungen und auch der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz. Die Auswahl der (regulär) erspielbaren Waffen ist ebenfalls sehr ordentlich. Vor allem ist der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Level so angesetzt, dass das Spiel weder Anfängern noch Profizockern allzu schnell langweilig wird.
Für das nervige In-App Billing gibt es aber Abzüge, das lässt sich eleganter lösen. So wie Entwickler Glu Mobile es integriert, nimmt die Werbung doch überhand. Dass einige Funktionen noch immer nicht freigeschaltet wurden, fällt auch negativ auf.
Doch fest steht: Bei aller Kritik ist Gun Bros ein sehr gutes Spiel. Nur gibt es diverse Stellen, an denen sich noch Optimierungspotenzial böte.
Als Testgerät kam ein HTC Desire zum Einsatz. Gun Bros ist kostenlos und kann im Android Market heruntergeladen werden.