Zum Inhalt
n-droid.de
Veröffentlicht am Android-Themen · News 2 Min. Lesezeit

Google: Warum es genial war, Android 4.3 nicht vorzustellen

Google hat auf der Google I/O keine neue Android-Version vorgestellt – und damit ein mächtiges Signal in Richung Konkurrenz ausgesandt.

Viele waren enttäuscht darüber, dass Google am Mittwoch im Rahmen der Keynote zur Eröffnung der hauseigenen Entwicklerkonferenz keine neue Android-Version und keine neue Hardware vorgestellt hat. Aber keine Sorge: Wie aktuelle Gerüchte zu Android 4.3 nahe legen, liefert Google ja in einigen Wochen noch einmal ordentlich nach. Doch wie es heißt, bringt Android 4.3 (Jelly Bean) nur kleine Änderungen. Warum?

Natürlich spielt die Android-Fragmentierung eine Rolle. Die Hersteller haben nicht soviel Arbeit, die neue Version für ihre Geräte anzupassen. Der Anteil von Geräten, die mit Jelly Bean laufen, könnte so merklich erhöht werden. Doch Googles Strategie hat sich geändert und zielt noch auf etwas anderes ab, wie Xataka Android richtig anmerkt.

Auf der Google I/O hat Google sein Ecosystem um eine Menge neue Features und Dienste ergänzt. Hangouts, Google Play Music All Access, Maps, Search: Der Konzern hat fast alle seine Geschäftsbereiche komfortabler gemacht, optimiert und weiter auf die Nutzer hin ausgerichtet. Ein Versionssprung war dafür nicht notwendig, weil sich alle Änderungen bequem über Aktualisierungen der jeweiligen Apps im Google  Play Store implementieren lassen.

Das mächtige Signal an die Konkurrenz, vor allem Amazon, Facebook  – und vielleicht auch ein wenig an Samsung, dessen Dominanz im Android-Geschäft das erste Quartal 2013 noch einmal eindrucksvoll untermauert hat: Google kann Android verbessern, ohne eine neue Android-Version kreieren zu müssen. Stattdessen gibt es neue Apps und Dienste, die man nur nutzen kann, wenn man sich innerhalb von Googles Ecosystem bewegt.

Google baut aktiv das aus, was die Konkurrenz nicht zu bieten hat – und so schnell nicht bieten kann.

Klar, Amazon verkauft auch Musik, Bücher oder Filme,  mit einem Google+, Google Now oder einem Kartendienst kann es aber nicht aufwarten. Es mag auch Nutzer geben, die Facebook Home tatsächlich ernsthaft nutzen und zufrieden sind. Eine Million Mal wurde er schließlich schon heruntergeladen.

Weil Facebooks Launcher aber den direkten Zugriff auf Googles Dienste verbaut, ist er jetzt noch ein Stücken unattraktiver geworden. Vielleicht liegt hierin der Grund dafür, dass sich Sundar Pichai im Interview kürzlich so entspannt in Bezug auf Facebook Home gegeben hat: Das Problem wird sich von selbst erledigen. Und Amazon kann all die in seinem Angebot fehlenden Teile nicht mal eben so nachbauen.

Es ist seine Offenheit, die Android weltweit zur dominierenden mobilen Plattform gemacht haben. Für die Hersteller ist es attraktiv, Android zu benutzen, weil sie ein tolles Betriebssystem mit vielen attraktiven (und verbreiteten) Zusatzdiensten auf dem Tablet serviert bekommen. Und Google geht jetzt den einzig richtigen Weg: Hersteller und Nutzer mit attraktiven Angeboten und Diensten stärker an das von Google bereitgestellte Softwareangebot zu binden.

Android Logo (Bild: Google Developers)