Google investiert hohe Summen, um der Fragmentierung von Android entgegen zu wirken. Was steckt hinter der Bezeichnung Android Silver? Und wird das Ende von Nexus eingeläutet?
Bereits seit einigen Tagen macht die Bezeichnung Android Silver die Runde. Das Portal The Information hat nun konkrete Details parat, was hinter dem Konzept von Google steckt. So möchte man weiter der Fragmentierung des hauseigenen Android entgegenwirken, indem man ein möglichst pures Android auf Smartphones diverser Hersteller installieren lässt. Ziel sei es, dass Produzenten und Netzbetreiber nicht mehr eigene Android-Fassungen mitsamt schlechter Update-Politik einsetzen, sondern eine unveränderte und von Google vorgegebene Version.
Android Silver ist eine Art Programm, das Hersteller dazu verpflichte, möglichst wenige Apps vorab auf neue Telefone und Tablets zu installieren, die nicht von Google selbst stammen. Als Gegenleistung möchte man gemeinsame Werbekampagnen starten und dafür sogar eine Milliarde US-Dollar in die Hand nehmen. In erster Linie hat man zu Beginn Highend-Smartphones geplant, die womöglich den Zusatznamen „Silver“ tragen könnten. Zugleich – und auch das ist nicht neu – verabschiedet man sich von dem Nexus-Brand.
The Information will weiter erfahren haben, dass man bereits mit LG und Motorola Partner gefunden habe, zu Beginn seien Sony, HTC und Samsung nicht mit von der Partie. Die speziellen Smartphones sollen unter anderem über T-Mobile, Telefonica, Sprint, Telstra und Softbank in den USA, Japan und Deutschland angeboten werden.
Welchen Vorteil hat Android Silver für Kunden? Hier heißt es, dass Besitzer eines entsprechenden Telefons schneller Updates erhalten. Und mit Hangout Assistant könnte man sofort in Kontakt mit Mitarbeitern bei Google stehen – bei Fragen und Problemen.
Letztlich passen diese Infos zu den Gerüchten der letzten Monate: Nexus soll schon seit geraumer Zeit „verschwinden“, die Fragmentierung ist unverändert ein Problem. Und nicht ohne Grund lagert Google nach und nach mehr Android-Dienste in separate Apps aus – siehe Google Maps, Google Mail, Google Hangouts, Google Drive usw. In jedem Fall dürfte es durchaus von Vorteil sein, wenn zukünftig Google die Auslieferung neuer Android-Versionen für einen Großteil der Telefone (und Tablets) vorantreibt. Oder könnte der Ansatz auch Nachteile mit sich bringen?