Über 50 Milliarden Apps wurden mittlerweile im Google Play Store heruntergeladen. Ein großes Problem bleibt aber die geringe Zahlungsbereitschaft der Nutzer.
Google CEO Larry Page nutzte die Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das zweite Quartal, um einen Meilenstein für Google Play bekannt zu geben. 50 Milliarden Apps wurden mittlerweile von Googles Content-Plattform heruntergeladen. Im Mai waren hatte die Zahl noch bei 48 Milliarden gelegen. Page betonte außerdem, dass im ersten Halbjahr mehr Geld an die App-Entwickler geflossen sei als im Vorjahreszeitraum.
Überraschen können die Zahlen angesichts der großen Android-Verbreitung nicht. Auch wenn Larry Page noch einmal die alte Zahl (von der Google I/O im Mai) von 900 Millionen aktivierten Geräten nannte, die Milliarde ist in Sichtweite. Allein vom Samsung Galaxy S 4 wurden seit Mai mehr als 20 Millionen Stück verkauft.
Die große Zahl der App-Downloads darf jedoch nicht über einen anderen Umstand hinwegtäuschen: Google verdient nicht genug am Google Play Store. Nicht umsonst will Google den Netzbetreibern für App-Käufe weniger Geld zahlen und mehr selbst behalten. Und nicht für die hohle Hand arbeitet Google daran, die Google Play-Guthabenkarten flächendeckend anzubieten.
Nach dem alten Verteilungsschlüssel verdiente Google im Mai 17,5 Millionen US-Dollar am Google Play Store. Das macht aufs Jahr hochgerechnet rund 210 Millionen, Apple verdient mit iTunes geschätzte zwei Milliarden Dollar im Jahr. Allerdings weltweit: Im Gegensatz dazu sind alle Contentbereiche des Google Play Store bis jetzt ja nur in wenigen Märkten verfügbar.
Grundsätzlich wollen viele Android-Nutzer Inhalte aber weiterhin umsonst, wie Flurry in einer Analyse herausstellt. Sie sind sehr viel weniger bereit, für Apps Geld zu bezahlen als iOS-Nutzer. Stattdessen nehmen sie lieber Werbung innerhalb der App in Kauf.
Die Erkenntnis ist allerdings nicht neu. Und zweifellos haben die vielen Umsonst-Apps in Kombination mit günstigen Geräten viel zum Erfolg und der Verbreitung Androids beigetragen. Trotzdem wird sich Google weiter um eine Antwort auf die Frage bemühen müssen, wie sich seine Plattform noch besser monetarisieren lässt.