Google hat mit einem Update seiner Such-App iOS Nutzern Google Now spendiert. Bei genauerer Betrachtung zeigten sich doch einige Unterschiede.
Android und iOS könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Googles Betriebssystem durch Offenheit bekannt ist, können Apps unter iOS nicht sehr tief ins System eingreifen. Google Now für iOS kommt deshalb nur als Bestandteil einer App und funktioniert auch nur so. Die Unterschiede in der Nutzung sind daher auch recht groß, auch wenn man eingestehen muss, dass sich Google Now auf iPhone und Co. teilweise besser bedienen lässt.
Einen Unterschied gibt es bereits bei der Anzahl der zur Verfügung stehenden Karten. Während man auf Android 17 Karten zur Auswahl hat, sind es unter iOS nur 15. Hier fehlen die Aktivitäten-Übersicht und beliebte Orte in der Nähe. Das sind zwar nun nicht die wichtigsten Karten, dennoch komisch, dass diese nicht vorhanden sind.
Doch wie unterscheidet sich die Nutzung auf beiden Systemen. Man stelle sich vor, dass man mit Google Now kurz seine Aktien checken möchte. Die Karte ist ausgewählt, wird also beim Aufruf von Google Now direkt angezeigt. Der Android Nutzer hat es hier sehr einfach. Nach der Aktivierung des Displays, reicht eine Wisch-Geste nach oben, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Der iOS Nutzer, der die Google Such-App auf dem ersten Homescreen abgelegt hat, muss hingegen folgende Schritte ausführen: Home-Button drücken, Wisch-geste zum Entsperren, Google Such-App öffnen, Wisch-Geste nach oben, um die Karten anzuzeigen. In der Praxis heißt dies, dass man unter Android eine Sekunde benötigt, unter iOS ca. die vierfache Zeit.
Ein weiterer Vorteil von Android liegt in den Benachrichtigungen. Google Now erkennt, wo man sich befindet, was man als nächstes vorhat und wie man Termine am effektivsten erledigt. Dies wird durch Benachrichtigungen angezeigt. Die Benachrichtigungen fehlen unter iOS komplett. Dies ist nicht ganz verständlich, denn iOS bietet mit Pushmitteilungen eine solche Funktion. Da Google Now permanent den Standort überwacht, könnte dies sogar mit systeminternen Mitteilungen vollzogen werden. Über Sinn und Unsinn einer Google Now Nutzung ohne Benachrichtigungen lässt sich natürlich streiten, allerdings ist das schon ein sehr gravierender Punkt in der Benutzung.
Befindet man sich bereits innerhalb von Google Now, erreicht man die Einstellungen, wie zum Beispiel das Festlegen der Karten, die man angezeigt haben möchte, unter iOS einfacher und schneller. Ein Tap auf das Einstellungssymbol und schon kann man die einzelnen Karten aktivieren und deaktivieren. Unter Android sind hier drei Schritte nötig. Ein richtiger Vorteil ist dies jedoch für iOS nicht, da mna die Karten vermutlich nicht ständig ändert.
Nutzt man Google Now zur Suche, liegt die iOS Version jedoch klar vorne. Durch die Integration in die Such-App kann man ohne Umwege auch Google Goggles verwenden, einen Suchbegriff eintippen oder per Spracheingabe suchen. Ein Unterschied bei der Spracheingabe war nicht festzustellen, es funktionierte sowohl unter Android, als auch unter iOS problemlos.
Insgesamt lässt sich sagen, dass man bei der Nutzung von Google Now mit einem Android Smartphone deutlich besser dran ist. Das liegt aber nicht an Google, sondern eher am geschlossenen System von iOS. Ob die Integration von Google Now in die iOS Such-App tatsächlich Nutzer dazu bewegen könnte, auf Android umzusteigen, ist allerdings fraglich. Dazu ist der Aufruf von Google Now mit zu vielen Schritten verbunden und das Fehlen der Benachrichtigungen trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei. Hat man Google Now unter iOS erst einmal gestartet, unterscheidet es sich allerdings kaum noch und die Vorteile der Suchintegration werden ausgespielt.