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Veröffentlicht am Features 3 Min. Lesezeit

Galaxy-Schwemme: Samsungs Gerätepolitik zerstört die eigene Marke

Samsungs Galaxy-Marke kann sichtbare Erfolge verbuchen. Nicht umsonst verkaufte Samsung 2012 mehr Geräte als je zuvor. Aber zerstört sich Samsung durch die momentane Gerätepolitik nicht die Glaubwürdigkeit der „Galaxy“ Marke?

Samsung Galaxy S II, Samsung Galaxy S III und nun das Samsung Galaxy S 4, die Galaxy Flaggschiff-Geräte sind Garanten für moderne Technik und eine andauernde Update-Pflege durch Samsung. Galaxy wird in Verbindung mit diesen Eigenschaften gebracht.

Natürlich nutzt Samsung diesen Galaxy-Hype aus, das ist wirtschaftlich nur allzu verständlich. Die neuesten Früchte aus Samsungs Entwicklerlaboren: Galaxy Win, Galaxy Pocket Neo, Galaxy Star, Galaxy Trend II, Galaxy Trend Duos II – und in ein paar Wochen dann unter Umständen Galaxy Ace 3 und Galaxy Mega. Das Rezept: Breit streuen, viel ausprobieren, das fortführen, das Erfolg hat.

2013 will Samsung 500 Millionen Smartphones verkaufen. Das Gros davon? Galaxys! Man bekommt jedoch den Eindruck, dass Samsung es nun zu sehr Spitze treibt und die Bezeichnung Galaxy immer mehr an „Wert“ verliert. HTC hat diesen Weg ebenfalls schon einmal ausprobiert und ist mit einer sehr breiten Produktpalette kläglich gescheitert.

Breite Auswahl
Geht man heute in ein Geschäft, hat man eine breite Auswahl an Smartphones, viele davon von Samsung. Der Kunde hörte irgendwo in der Werbung einmal etwas von einem Samsung Galaxy und was das alles kann. Natürlich weiß der Kunde nicht genau, welches Galaxy-Modell denn da beworben wurde. Dem Verkäufer wird es in diesem Fall ziemlich leicht gemacht, das passende Gerät für jeden Kunden zu finden. Galaxy steht immer drauf, die Preise bewegen sich zwischen 100 und 700 Euro. Eine perfekte Sache.

Auch wenn man sich Samsungs Smartphone Produktseite betrachtet, fällt die Häufung von Galaxy Geräten auf. 34 von 41 Geräten tragen die Bezeichnung Galaxy. Als neuestes Gerät sieht man das Galaxy Pocket Plus. Dieses Gerät kommt mit einem 2,8 Zoll Display (320 x 240 Pixel) und einem 850 Mhz Prozessor. Darf so ein Gerät in die gleiche Familie gesteckt werden wie ein Galaxy S 4?

Enttäuschung beim Auspacken?
Was ist, wenn oben angenommener Kunde, der alles andere als techaffin ist, in der Werbung ein Galaxy S III gesehen hat und aus irgendwelchen Gründen vom Verkäufer ein Galaxy Pocket Plus bekommt? Immerhin ist es ja Galaxy, kann also nicht schlecht sein. Und günstig ist es obendrein. Die Enttäuschung kommt dann spätestens beim Auspacken des Gerätes.

Wie bereits erwähnt, marktwirtschaftlich ist Samsungs Vorgehen verständlich, dennoch birgt es die Gefahr, eine Marke zu zerstören. Das passiert natürlich nicht über Nacht. Wenn der Käufer aber erst einmal innerhalb einer Produktkategorie auf die Suche nach dem passenden Modell gehen muss, ist es nicht mehr bequem. Bei weitem nicht so bequem wie nach einem Galaxy-Smartphone zu fragen und ein ordentlich ausgestattetes Smartphone zu erhalten. Für den Moment mag dies für eine weite Verbreitung sorgen, auf Dauer kann diese Strategie aber nicht von Erfolg gekrönt sein.

Auch diese Woche wurden wieder neue Galaxy-Smartphones vorgestellt. Was dem Leser, der sich mit der Thematik beschäftigt, langsam zum Hals heraushängt, sorgt bei Samsung für volle Kassen. So ist wenigstens die Entwicklung des nächsten Galaxy-Smartphones gesichert.

Was haltet Ihr von Samsungs Strategie, den Markt mit Galaxy Geräten zu überschwemmen? Wofür steht die Marke Galaxy für Euch?