Das ist Logik, die sich nicht so recht erschließt: Smartphone-Verschlüsselung soll zu Kindstoden führen! Das behauptet das Justizministerium der US-Regierung in einer abenteuerlichen Argumentation.

Datensicherheit ist ein hohes Gut auf dem Smartphone. (Bild: howtogeek.com)
Aber von vorne. Seit den Snowden-Enthüllungen 2013 hat sich viel getan im Bewusstsein der Smartphone-Nutzer, die nun Fremdzugriffen vorbeugen wollen. Verschlüsselung ist eine Möglichkeit, sich zu schützen. Und das mittels einer frei verfügbaren Technologie, die auch von Google angeboten wird. Was die Nutzer freut, ärgert den Stellvertreter von US-Justizminister Holder, der sich im Wall Street Journal mit wenig bedachten Worten äußerte. So sei die Verschlüsselungstechnologie eine große Gefahr im Falle einer Kindesentführung, da die Polizei nicht auf das Smartphone eines Verdächtigen zugreifen könne, wenn der nicht das Passwort oder die PIN rausrückt. Infolge dessen würde das entführte Kind sterben.
Apple, immerhin die Erfinder der verwendeten Verschlüsselungstechnolgie, sollen sich daraufhin mit dem Justizministerium auseinandergesetzt und dem Offiziellen hetzerisches Verhalten vorgeworfen haben. So sei es möglich, auch abseits des Direktzugriffs auf das Handy an wichtige Indizien zu gelangen und den Entführer zu überführen wie auch das Kind zu orten und zu retten.
Das hochemotionale Thema “Kindesentführung” ist derweil Kalkül der US-Behörden – diese sehen sich einer breiten Front von Technologieunternehmen gegenüber, welche die Zusammenarbeit ohne spezifische Verdachtsmomente verweigern und auf die Datensicherheit und Privatsphäre ihrer Kunden konzentrieren. Die von ihnen geführten Reformbemühungen rund um den US-Geheimdienst NSA scheiterten im Senat – und der Kampf geht weiter. Notfalls mit Totschlagargumenten wie einer Kindesentführung.