Rolle rückwärts! Und zwar zum wiederholten Male. Die EU-Kommission möchte nun doch freies Auslandsroaming verankern – und rückt von erst kürzlich bekanntgegebenen Plänen ab.
Zunächst hieß es, ab Mitte 2017 sollten EU-Bürger europaweit telefonieren können, ohne exorbitant hohe Roaming-Gebühren für den Auslandsaufenthalt zu zahlen. Davon rückte die EU-Kommission vor einigen Wochen ab. Nur noch 90 Tage im Jahr – und davon auch nur 30 Tage am Stück – sollten vom Roaming befreit werden. Was mit Grenzgängern und -pendler passiert, das war ebenso unklar wie auch die weitere Öffnung des Marktes, etwa für günstige Auslandsverträge, die dann in der Heimat genutzt würden.
Nachdem kurz nach Bekanntwerden der EU-Pläne viele Magazine und auch Nutzer Sturm gelaufen waren, vollzieht Kommissionspräsident Juncker und seine Kommission die Rolle rückwärts. So wurden die ursprünglichen Pläne wieder hergestellt. Heißt: Ab Mitte 2017 können Nutzer auch im Ausland ohne Gebührenaufschlag telefonieren. Und zwar so lange und so oft sie wollen. Selbiges gilt dann auch für Datentarife.
Dennoch: Durch die unterschiedlichen Preissegmente der Tarife will EU-Kommissar für Digitales, Günther Oettinger, die Märkte nicht ganz freigeben. Es werde noch darüber geredet, wie ein Vertrag, der beispielsweise im günstigen Lettland, abgeschlossen werde, nicht in einem teureren Land, Oettinger nennt Irland, genutzt werden kann – „ohne jemals am Ort dieses Gebührenmarktes zu sein“. Für einen solchen Fall würden Providern Werkzeuge an die Hand gegeben, mit denen sie ihre Kunden abmahnen und den Vertrag gegebenenfalls kündigen können. Ob die das aber machen? Steht auf einem anderen Blatt.
Es bleibt abzuwarten, ob die EU ihr Versprechen diesmal wirklich hält – oder ob doch wieder mit Einschränkungen beim Auslandstelefonat zu rechnen ist. Im Dezember soll der Entwurf verabschiedet werden.
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