Der Dolphin Browser ist Android-Usern als HD- und Mini-Version schon lange ein Begriff. Bekannt für seine komfortable Bedienbarkeit hat er einen festen Platz im Handy-Browser-Segment eingenommen. Nun haben die Entwickler in einer neuen Dolphin-Version, die vorerst noch im Beta-Status ist, voll auf Speed gesetzt und bewerben den Dolphin Browser Engine (Beta) als derzeit schnellsten HTML5 Mobile Browser. Die Testversion wurde heruntergeladen und einem Test unterzogen.
Funktionsumfang
Der Dolphin Browser Engine (Beta) präsentiert sich, wie auch die anderen Dolphin-Versionen, in aufgeräumter in Optik: Mit URL-Eingabeleiste am oberen Bildschirmrand und Buttons zum Hinzufügen von Lesezeichen, Aktualisieren und Hinzufügen neuer Tabs. Auf einer Speed Dial-Seite kann der Nutzer Schnellzugriffe auf seine zehn liebsten Webseiten anlegen, um sich lange Eintipptiraden in der URL-Eingabeleiste zu ersparen.
Themes und Add-ons per Fingerwisch
Ein Fingerwisch nach links öffnet eine Side-Bar für Add-ons und Themes. Außer dem voreingestellten Theme in grau-grüner Optik gibt es Themes in Purple, Red und Orange. Die Liste der Add-ons ist sehr umfangreich und stattet den Browser auf Wunsch mit zahlreichen Funktionen aus, für die ansonsten die Installation zusätzlicher Apps notwendig wäre.
So sind beispielsweise ein Wetter-Widget, Battery Saver, Box, Dolphin Reader, Password Manager, sämtliche Google Services oder ein Tab-Switcher in der Liste zu finden, um nur einige zu nennen.
Lesezeichen und Dolphin Sonar
Das Öffnen der Lesezeichenliste ist durch einen Fingerwisch nach rechts möglich. Der Clou des Browsers ist das Dolphin Sonar, welches sich über das Schütteln des Handys öffnet. Nach dem Aussprechen eines Begriffes startet automatisch die Google-Suche. Das klappte im Test ganz hervorragend.
Ein weiteres Bonbon stellt das schnelle Öffnen zuvor festgelegter Webseiten über das Zeichnen einer Geste auf dem Bildschirm dar, also beispielsweise das Starten von Facebook über die Eingabe eines „F“.
Jede Menge Einstellungsoptionen
Die Menütaste öffnet weitere Einstellungsmöglichkeiten. Hier findet man unter dem Menüpunkt „More“ unter anderem die Settings zur Einstellung der Startseite sowie der privaten Daten zum Verwalten von Cache, Verlauf, HTML5-Daten, Cookies, Formulardaten, Passwörtern und Standortzugriffen und eine Option zur Synchronisation der Bookmarks mit anderen Geräten.
YouTube-Videos öffnen sich über ein Browser-Plugin im Mediaplayer.
Dass Dolphin Browser Engine (Beta) der momentan schnellste HTML5 Mobile Browser sein soll, wie seine Entwickler vollmundig verkünden, scheint nicht geprahlt. Im Test auf einem LG Optimus Black P970 mit Android 2.3.4 öffnete sich die N-Droid-Seite, welche im Stock-Android-Browser 16 Sekunden zum Öffnen brauchte, binnen acht Sekunden. Bei sehr ladeintensiven Webseiten in klassischer Ansicht mit vielen Werbeeinblendungen und Bildern gab es im Vergleich etwa ein Drittel Zeitersparnis.
Bedienbarkeit
Als praktisch erweist sich das Öffnen von Lesezeichen oder Add-Ons über Wischgesten. Auch die Möglichkeit, mehrere Tabs gleichzeitig zu öffnen und somit schnell von einer Webseite zur anderen springen zu können, ist prima. Gut gefallen haben ebenfalls der Dolphin Sonar und das Öffnen von Webseiten über die Gestenzeichnung.
Als etwas zu lang erweist sich der Weg zu den privaten Einstellungen, für den das Anklicken von Menütaste > More > Settings > Privacy & Personal Data nötig ist. Im Test gab es insgesamt zwei Abstürze des Dolphin Browser Engine, was eventuell noch dem Beta-Status zugerechnet werden darf.
Devices mit Android 3.0+ unterstützt der Browser derzeit noch nicht. Auf einem MID-A13 Tablet mit Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) funktionierte der Dolphin Browser Engine, allerdings ließ sich die Google Sprachsuche nicht installieren, so dass Dolphin Sonar nicht nutzbar war.
Fazit
Schnell ist sie wirklich, die Beta-Version des Dolphin Browser Engine. So überholte sie im Test locker den Standard-Android Browser beim Öffnen von Websites in mobiler oder klassischer Ansicht. Die Steuerungsmöglichkeiten über Sprachbefehle, Wischgesten oder Gestenzeichnungen machen Laune und sind sehr praktisch.
Ein kleiner Wermutstropfen stellten Browser-Abstürze im Test auf einem LG Optimus Black P970 mit Android 2.3.4 (Gingerbread) und die nicht funktionierende Sonar-Funktion auf einem MID-A13 Tablet mit Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) dar. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich die App derzeit noch im Beta-Status befindet, in dem Fehler bekanntlich noch ausgemerzt werden sollten.
Wer den Dolphin Browser Engine (Beta) selber testen möchte, findet hier eine apk-Datei zum kostenlosen Download und weitere Entwickler-Infos. Für Dolphin Sonar funktioniert, muss eine kompatible Version der Google Sprachsuche installiert sein.
| Während der Installation verlangt der Dolphin Browser Engine (Beta) Zugriff auf: | |
| Standort: | Genauer (GPS-) Standort, ungefährer (netzwerkbasierter) Standort |
| Persönliche Informationen: | Browserverlauf und Lesezeichen lesen/schreiben, System-Protokolldateien lesen |
| Netzwerkkommunikation: | Uneingeschränkter Internetzugriff, Netzwerkstatus anzeigen, Wi-Fi Status anzeigen |
| Speicher: | Speicherkarten-Inhalt ändern/löschen |
| Hardware-Steuerelemente | Audiodatei aufnehmen, Fotos aufnehmen, Vibrationsalarm steuern |
| System-Tools: | Standby-Modus deaktivieren, als Hintergrund, automatisch nach dem Booten starten |