Auch wenn das Xperia T bald vom Xperia Z abgelöst wird, gehört das „Bond-Phone“ noch lange nicht zum alten Eisen. Sony verteilt gerade das Jelly Bean Update für das Xperia T, leider hat es dieses nicht mehr rechtzeitig in den Test geschafft. Die verwendete Android-Version war 4.0.4 (Ice Cream Sandwich). Wie sich das Gerät sonst so im Alltag geschlagen hat, ist im Folgenden zu lesen.
Design und Verarbeitung
Sony und Design, die einen fahren total darauf ab, die anderen wünschen sich öfter einmal etwas Neues. Das Xperia T schlägt die gleiche Linie ein, wie sie damals noch unter Sony Ericsson mit dem Xperia Arc präsentiert wurde. Die konkave Rückseite ist aber nicht nur ein Hingucker, sondern lässt das Smartphone auch perfekt in der Hand liegen. Sony geht also wieder einen Schritt zurück, weg vom 2012er XPERIA-Design, das vor allem durch die transparente LED-Bar auffiel.
Das Unibody Gehäuse ist auf der Rückseite mit einem matten Finish versehen, was ebenfalls dazu beiträgt, dass das Gerät sehr gut in der Hand liegt. Allerdings ist das Material sehr anfällig für Fussel, wie auf den Detailfotos zu sehen ist. Die Front ist geprägt von einer großen Glasfläche. Auf Hardware-Tasten hat Sony bei diesem Modell verzichtet. Genutzt werden die vor allem von Nexus-Geräten bekannten On-Screen-Tasten. Das Displayglas sitzt nicht perfekt im Gehäuse, es sind gewisse Spalten zu erkennen, deren Eindruck durch die werksseitig aufgebrachte Schutzfolie noch verschlimmert wird.
Die einzigen Hardware-Tasten, die sich am Gerät befinden, sind für Lautstärke, Standby und die Kamera. Diese Tasten haben einen klaren Druckpunkt, die Position hätte jedoch nicht schlechter gewählt werden können. Zwei offene Stellen gibt es im Gehäuse, den 3,5mm Anschluss für Headsets und einen Micro USB Port zum Laden oder zur Datenübertragung. Zu guter Letzt befindet sich an der Seite noch eine Klappe. Hinter ihr verbergen sich die Einschübe für die SIM-Karte und eine MicroSD-Karte.
Die Kamera des Xperia T ist leicht erhaben. Das hat den Vorteil, dass die Linsenabdeckung vertieft im Gehäuse sitzt und nicht so anfällig für Kratzer und Schmutz ist wie Smartphone-Kameras, die direkt mit der Rückseite abschließen.
Optisch macht das Xperia T einen eleganten Eindruck. Leider bestätigt sich dieser bei Nutzung des Gerätes nicht. Trotz Unibody Gehäuse kommt es oft vor, dass das Gerät knarzt und die Schutzklappe für den SIM-Karten- und MicroSD-Slot macht ebenfalls keinen sehr stabilen Eindruck. Angesichts der Tatsache, dass kaum täglich die SIM- oder Speicherkarte gewechselt wird, kann dies aber wohl vernachlässigt werden.
Ausstattung
An Ausstattung mangelt es dem Xperia T nicht. Das 4,55 Zoll HD Display (1280 x 720 Pixel) mit Mobile Bravia Engine sorgt für ein gestochen scharfes Bild. Durch 323 ppi lassen sich einzelne Pixel auch bei genauerer Betrachtung nur sehr schwer ausmachen. Die Farben wirken sehr satt, weiß ist weiß und schwarz ist schwarz. So macht Fotobetrachtung, Filme schauen oder bunte Spiele zocken erst richtig Spaß.
Einzig der Lichtsensor spielt nicht so recht mit. Ist dieser für automatische Helligkeit aktiviert, kommt es in Dämmerumgebungen zu einem Displayflackern. Bei normalen Lichtverhältnissen macht sich dies aber nicht bemerkbar. Wie das Display bei direkter Sonneneinstrahlung lesbar ist, konnte leider aufgrund der bescheidenen Wetterlage nicht festgestellt werden. Ein Display mit dieser Farbintensität und Leuchtkraft dürfte aber erfahrungsgemäß keine Probleme machen. Der Touchscreen reagiert trotz Schutzfolie prompt auf alle Eingaben.
Die technischen Daten des Sony Xperia T im Überblick:
| Betriebssystem: | Android 4.1.2 (Jelly Bean), TouchWiz 5.0-Oberfläche |
| Prozessor: | 1,5 GHz Qualcomm Krait Snapdragon S4 Plus MSM8260A Dual Core |
| Display: | kapazitiv, 4,5 Zoll TFT (1280 x 720 Pixel) mit Mobile Bravia Engine |
| Arbeitsspeicher: | 1 GB |
| Interner Speicher: | 16 GB |
| MicroSD | bis 32 GB |
| Kamera: | 13 Megapixel, LED-Blitz, Autofokus |
| Videoaufnahme: | 1080p |
| Frontkamera: | 1,3 Megapixel |
| Konnektivität: | WiFi 802.11 a/b/g/n, DLNA, WiFi-Hotspot, Bluetooth, NFC |
| Netzwerke: | UMTS HSPA+ 850, 900, 1700, 1900, 2100; GSM GPRS/EDGE 850, 900, 1800, 1900 |
| Schnittstellen: | 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB, HDMI per MHL |
| Ortung: | A-GPS, Glonass |
| Sensoren: | G-Sensor, Kompass, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, Magnetometer |
| Akku: | 1.850 mAh |
| Maße: | 129,4 x 67,3 x 9,35 mm |
| Gewicht: | 139 g |
| Produktseite |
Die 13-Megapixel-Kamera des Smartphones wurde in einem Kameravergleich bereits genauer unter die Lupe genommen. Da dort aber das Hauptaugenmerk auf den Bildern lag, gibt es hier noch ein paar Worte zur Kamera selbst. Im Automatik-Modus macht sie sehr gute Bilder, die zwar etwas blass wirken, aber sehr detailreich sind. Störend ist jedoch die Auslöseverzögerung, zumindest wenn eine schnelle Auslösung und sofortige Verfügbarkeit des Fotos erwartet wird.
Die Auflösung der Kamera kann in vier Stufen angepasst werden. Hier stehen 13 MP 4:3, 10 MP 16:9, 2 MP 4:3 und 2 MP 16:9 zur Verfügung. Videoaufnahmen können in den Auflösungen Full HD, HD 720p, VGA und MMS getätigt werden. Ein Bildstabilisator soll für wackelfreie Aufnahmen sorgen. In einem gewissen Rahmen funktioniert dies auch. Das Nachfokussieren dauert allerdings sehr lange, zumindest bei nicht idealen Bedingungen.
Prozessor und Software
Im inneren des Unibody-Gehäuse treibt ein Snapdragon S 4 Plus Dual-Core-Prozessor mit 1,5 Ghz je Kern sein Unwesen. Die Adreno 225 GPU und 1GB RAM unterstützen ihn bei seinen Aufgaben. Und diese erledigt das Gesamtpaket sehr flott. Obwohl auf dem Testgerät „nur“ Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) lief, gab es keine spürbaren Aussetzer oder Ruckler. Alles ist sehr smooth, Apps starten schnell und es entsteht nie das Gefühl, Quad-Core-Power zu vermissen.
Mit dem Update auf Android 4.1 (Jelly Bean), das diese Tage verfügbar sein sollte, wird es sicher noch weicher werden. Sony setzt wie immer auf seine eigene Oberfläche, in diesem Fall Timescape mit all seinen schicken und nützlichen Widgets. Das Gute an Sony-Androiden ist eben, dass diese sofort wiederzuerkennen sind, wenn ein Gerät einmal genutzt wurde. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Einsteiger-Modell oder ein Flaggschiff handelt.
Sämtliche Google Apps kommen vorinstalliert, zusätzlich gibt es noch eine Reihe von Sonys eigenen Apps für Musik, Video und sogar Softwareupdates. Auch die eigenen Widgets, abseits der Timescape Feeds, sind gelungen. Wie so oft gilt auch hier, dass über Geschmack gestritten werden kann. Wer Stock-Android wünscht, ist bei Sony wohl an der falschen Adresse. Wer hingegen ein Smartphone nutzen möchte und auch optisch etwas Ansprechendes sucht, liegt hier genau richtig. Herstellerseitige Softwareanpassungen sind nicht gleichbedeutend mit schlecht, zumindest solange sie nicht dafür sorgen, dass es keine Systemupdates mehr gibt.
Sony macht mit der eigenen Oberfläche und den vielen Kleinigkeiten wie der anpassbaren Tastatur den Ein- oder Umstieg auf Android sehr angenehm. Out of the Box wird der Nutzer durch die Einrichtung geleitet und lernt so automatisch die Grundprinzipien kennen, während Accounts eingerichtet oder eine Verbindung zu einem WLAN-Netzwerk hergestellt werden. Dies ähnelt zwar der Einrichtung auf einem Nexus-Gerät, kommt aber viel freundlicher daher.
Telefonie & SMS
Auch ein Bond-Phone kann noch ganz klassisch telefonieren. Die Sprachqualität im D1-Netz ist sehr gut, beide Gesprächspartner verstehen sich ohne Probleme. Das Xperia T beherrscht kein LTE, das höchste der Gefühle im Mobilfunknetz ist daher HSPA zur Dstenübertragung.
Dank des großzügigen Displays und der guten Sony-Tastatur fällt das SMS-Schreiben nicht schwer. Auch mit größeren Fingern ist eine problemlose Bedienung der Tastatur möglich. Sonderzeichen, die auf Wunsch direkt in die Tastatur integriert werden, sorgen für noch schnelleres Schreiben.
Akku und Sonstiges
Der 1.850 mAh Akku ist sicherlich nicht sonderlich üppig bemessen. Für einen normalen Tag im Leben eines Smartphones sollte er jedoch ausreichen – im Test reichte er aus. Da dieser nicht austauschbar ist, sollte jedoch abgewogen werden, ob nicht auf ein Gerät mit Wechselakku oder einem höheren Nennwert zurückgegriffen wird.
Erwähnenswert ist auch der Vibrationsmotor des Geräts. In der Tat vibriert dieser so erstaunlich weich, es ist fast, als würde ein großer Gong in den Händen gehalten. Eine Kleinigkeit, die aber im Test dazu führte, dass die Vibration für alle Aktionen eingeschaltet blieb, ein Feature, das normalerweise als erstes deaktiviert wird. Sicher kein Kaufargument, aber verdammt cool.
Die Soundausgabe über den verbauten Lautsprecher kann sich ebenfalls hören lassen. Ein kleiner Raum kann mit ihnen durchaus in annehmbarer Qualität beschallt werden. Obwohl der Lautsprecher auf der Rückseite angebracht ist, kann das Smartphone ruhig auf dieser gelagert werden. Der Bogen in der Rückseite kommt hier zum Tragen, so dass kein Kontakt zwischen Lautsprecher und Auflagefläche besteht, der den Sound beeinträchtigen könnte.
Fazit
Das Sony Xperia T ist ein schickes Gerät mit sehr guter Kamera und einem noch besseren Display. Da der Nachfolger bereits in den Startlöchern steht, kann sich hier ein echtes Android-Schnäppchen auftun. Bereits jetzt ist das Xperia T für ca. 400 Euro erhältlich, ein durchaus gerechtfertigter Preis. Es wird ordentliche Hardware und sehr gut abgestimmte Software in einer hübschen Verpackung geboten. Es sollte sich nicht daran gestört werden, dass hier „nur“ ein Dual-Core-Prozessor zum Einsatz kommt. Davon ist bei Benutzung des Smartphones nichts zu spüren. Die positiven Eindrücke überwiegen bei diesem Gerät und lassen die kleinen Patzer schnell vergessen.






