Als scharf, smart und schön bewirbt Sony Ericsson sein Xperia neo. Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und für manch einen zählen doch eher die inneren Werte. Darüber, was das Xperia neo außer Android 2.3 (Gingerbread) tatsächlich zu bieten hat und zudem optisch hergibt, konnte ein Eindruck gewonnen werden.
Die wichtigsten Specs des Sony Ericsson Xperia neo im Überblick:
• Betriebssystem: Android 2.3.3 (Gingerbread)
• Prozessor: 1 GHz Scorpion Qualcomm Snapdragon Single-Core
• Display: kapazitiv, TFT, 3,7 Zoll (854 x 480 Pixel), 16M Farben
• Arbeitsspeicher: 512 MB
• Interner Speicher: 320 MB
• Speicherkarte: MicroSD (bis 32 GB)
• Kamera: 8,1 Megapixel (3264 x 2448 Pixel) Rückseite m. Autofokus u. Fotoleuchte, Frontkamera
• Videoaufnahme: 720p@30fps in HD
• Konnektivität: WiFi 802.11 b/g/n, DLNA, Bluetooth 2.1
• Netzwerke: UMTS, HSDPA 7,2 MBit/s, HSUPA 5,76 MBit/s
• Schnittstellen: 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB, Micro-HDMI
• Ortung: A-GPS
• Sensoren: Bewegungssensor, Näherungssensor, Helligkeitssensor
• Akku: 1.500 mAh Li-Ion
• Maße: 116.0 × 57.0 × 13.0 mm
• Gewicht: 126 g
Das Sony Ericsson Xperia neo ist derzeit (Stand 15.08.2011) für rund 280 bis 300 Euro bei Amazon.de in den Farben Blue Gradient, Red und Silver zu haben.
Das offizielle Promo-Video zum Sony Ericsson Xperia neo:
httpv://www.youtube.com/watch?v=9LgQEgUOExU
Design & Verarbeitung
Auf den ersten Blick macht der 116×57×13 Millimeter messende Androide durch die chromfarbenen Außenseiten einen edlen Eindruck – der jedoch etwas verblasst, bei genauerer Betrachtung des Äußeren des Xperia neo.
Die klavierlackartige Oberfläche des verbauten Kunststoffes ist nicht überall so glatt verarbeitet wie es zunächst scheint, und auch beim Anfassen des Smartphones ist ein gewisses Plastikfeeling spürbar – zumal das Gehäuse des Testgerätes bei festerem Zugreifen zum Knarzen neigt. Insgesamt ist das 126 Gramm wiegende Xperia neo jedoch ordentlich verarbeitet und trägt den typischen Sony Ericsson-Look.
In die gewölbte Oberfläche der Rückseite sind Kameralinse, Fotoleuchte sowie eine Lautsprecheröffnung eingelassen. Über dem großen Display befinden sich neben dem Lautsprecher eine Frontkamera sowie Öffnungen für Helligkeits- und Näherungssensoren. Unter dem Touchscreen sind die drei Android-typischen Tasten mit Zurück-, Homescreen- und Menü-Funktion zu sehen.
Die Anordnung dieser Tasten ist eher untypisch für Android-Phones, da sich die Zurücktaste nicht an der rechten, sondern an der linken Seite befindet. Auf der rechten Außenseite gibt es eine Ein-/Aus-/Sperrtaste, eine Wipptaste zur Laustärkeregulierung und eine Kamerataste sowie eine kleine LED, welche bei eingehenden und verpassten Anrufen und Nachrichten und beim Laden des Akkus leuchtet oder blinkt.
Auf der Oberkante des Xperia neo befinden sich unter zwei großen Plastikabdeckungen ein Micro-HDMI- sowie ein MicroUSB-Steckplatz. Dazwischen ist die 3,5 mm Klinkenbuchse zu sehen. Zum Einstecken der SIM-Karte müssen sowohl die Handyrückseite als auch der Akku entfernt werden, da sich der Simkartenslot in der Akku-Einbuchtung befindet. Die mitgelieferte 8 GB MicroSD-Speicherkarte steckt bei Auslieferung schon in ihrem Steckplatz unter dem Rückcover, der jedoch auch ohne Entnahme des Akkus zugänglich ist.
Hardware & Leistung
Der 3,7 Zoll große kapazitive Touchscreen mit Mobile BRAVIA Engine löst mit 854 x 480 Bildpunkten auf. Die Mobile Bravia Engine soll für lebendige Farben, optimierte Kontraste und eine scharfe Bildwiedergabe sorgen. Tatsächlich ist die Darstellung des Displays so gestochen scharf, dass auch bei genauerem Hinsehen keine Pixel auszumachen sind. Das Display dürfte jedoch insgesamt etwas heller ausgeleuchtet sein. Ein Dreiachsen-Sensor passt die Displaydarstellung beim Drehen des Handys verzögerungsfrei an. Auch der Touchscreen reagierte beim Testgerät sehr sensibel und punktgenau auf die Fingereingabe.
1 Gigahertz Single-Core Prozessor
Bei der Ausrüstung des Xperia neo mit einem 1 Gigahertz Single-Core Prozessor, der von 512 Megabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird, wurde seitens Sony Ericsson auf eine großzügigere Ausstattung verzichtet. Dennoch lässt sich an der Performance des Xperia neo kaum etwas kritisieren.
Sowohl die Navigation durch das Handymenü als auch das Scrollen durch Webseiten, die Videowiedergabe oder das Öffnen von Anwendungen liefen im Test sehr flüssig und weitestgehend ohne Ruckler oder Verzögerungen. Das vorinstallierte Gameloft Spiel Let`s Golf! ließ sich butterweich steuern.
8.1 Megapixel-Kamera
Die 8,1 Megapixel-Kamera mit Autofokus und Fotoleuchte bringt einige interessante Einstellungsmöglichkeiten, wie beispielsweise eine Motiv (SCN)- oder Lächelerkennung, einen optionalen Touchfokus, Bildstabilisator und Szenen, mit sich. Mit der Kamera lassen sich bei optimalen Lichtverhältnissen sehr passable und knackig scharfe Fotos knipsen.
Das Fotolicht leuchtet einen mittelgroßen Raum gut aus, allerdings weisen mit Unterstützung der Leuchte geschossene Bilder einen deutlichen Gelbstich auf. Gut gelingen auch HD-Videos in 720p: Farben werden leuchtend und realistisch dargestellt und lediglich bei schnelleren Kameraschwenks lässt sich ein leichtes Bildwabern bemängeln.
Zubehör
Im Lieferumfang befinden sich neben dem Xperia neo der 1500 mAh Li-Ion Akku, ein USB-Datenkabel mit Netzadapter, ein Stereo-Headset, eine 8 GB MicroSD-Speicherkarte und ein Faltblatt mit englischsprachiger Kurzanleitung. Eine ausführliche deutschprachige Bedienungsanleitung lässt sich von der Sony Ericsson Webseite herunterladen. Ein Micro-HDMI-Kabel ist leider nicht im Zubehörkarton zu finden.
Der Akku erwies sich im Test als wahrer Langstreckenläufer: Nach 24 Stunden Standby im 2G-Netz mit aktiviertem WLAN und GPS, inklusive einer Stunde Gaming und Internetsurfen, einem halbstündigen Telefonat und moderatem Gebrauch von Kamera und MP3-Player, zeigte die Kraftzelle noch 76 Prozent ihrer Ladung an.
Software & Alltagstauglichkeit
Android Gingerbread mit Sony-eigener Oberfläche
Das Xperia neo kommt zum Testzeitpunkt werkseitig mit Android 2.3.3 (Gingerbread) in den Handel, welches mit einer Sony-eigenen Benutzeroberfläche überzogen ist. Diese beinhaltet einen eigenen Lockscreen, einen fünfseitigen Startscreen und ein App-Menü mit mehreren nebeneinander liegenden Seiten.
Der Startscreen kann mit großen, komfortablen Widgets, Hintergründen, Live-Wallpapers, Verknüpfungen oder Ordnern ausgestattet werden. Am oberen Seitenrand gibt es die obligatorische Pull-Down Statusbar, leider ohne integrierte Energiesteuerungsleiste, und am unteren Displayrand ist eine Menüleiste mit Buttons für die wichtigsten Handyfunktionen zu sehen.
Auch im App-Menü befindet sich eine Menüleiste am unteren Bildschirmrand: Diese dient dem Aufrufen des Homescreens und der Sortierung und Anordnung der Programm-Icons.
Google-Apps und mehr
Neben den Google-eigenen Apps, wie beispielsweise Google Mail oder Kalender, hat Sony Ericsscon das Xperia Neo mit einigen weiteren nützlichen oder spaßigen Features ausgestattet. So findet der Nutzer Timescape werkseitig ebenso auf dem Handy wie TrackID, WhatsApp, eine Medienerkennung, eine Postcard-App, UEFA.com, den LiveWare Manager, Music Unlimited, PlayNow, einen Medienserver, ein UKW Radio, eine OfficeSuite zum Betrachten von Text, Tabellen oder Präsentationen sowie das beliebte Game Let´s Golf!.
Weitere Apps können natürlich aus dem Android Market heruntergeladen werden.
Browser und MP3-Player
Im Test öffnete der Webkit-Browser des Xperia neo die Androidapptests-Startseite in mobiler Ansicht innerhalb weniger Sekunden. Sowohl Multitouchgesten als auch das Scrollen durch Seiteninhalte liefen auf dem Testgerät sehr flüssig. Das Smartphone unterstützt die Wiedergabe von Flash-Inhalten.
Der Music-Player des Xperia neo ordnet Musikstücke nach Interpreten, Alben, Titel und Playlists. Die Playeransicht bietet ein Bild des Albumcovers, die üblichen klassischen Bedienelemente sowie Buttons zum Aufrufen der Bibliothek und zur Onlinesuche von Infos über den aktuell abgespielten Interpreten. Mittels vorkonfigurierter Klangeinstellungen kann der Sound dem individuellen Geschmack angepasst werden. Aus den Handylautsprechern tönt Musik ausreichend laut, sauber und voll. Noch besser klingt es über das mitgelieferte Headset.
Connectivity
Ins Internet gelangt der Nutzer auf dem Xperia neo via WLAN 802.11 b/g/n oder UMTS mit HSDPA und HSUPA. Außerdem kann die mobile Datenverbindung des Handys als mobiler WLAN-Hotspot freigegeben und von anderen WiFi-fähigen Geräten genutzt werden.
Über Bluetooth 2.1 ist neben der Kopplung mit bluetoothfähigen Geräten, wie beispielsweise Headsets, ebenso der Versand von Fotos an andere Handys oder PCs möglich. Auf dem Xperia neo muss hierfür keine Zusatzsoftware installiert werden. Bei Anschluss eines Micro-HDMI-Kabels, das leider nicht mitgeliefert wird, können Videos oder Bilder auf einen HD-Fernseher übertragen werden. Auch mittels DLNA lassen sich auf dem Xperia neo gespeicherte Medieninhalte auf kompatiblen Geräten abspielen.
Wird das Handy über USB an einen PC angeschlossen, ist die Musikverwaltung, Aktualisierung des Telefons und das Synchronisieren von Inhalten über PC Companion möglich. Bei eingelegter MicroSD-Karte wird das Handy als Massenspeicher erkannt. Dank GPS-Unterstützung lässt sich das Xperia neo mittels vorinstallierter Google Navigation auch als Navi nutzen. Im Test ermittelte der GPS-Empfänger den jeweiligen Standort unter freiem Himmel innerhalb weniger Sekunden.
Tippen und Telefonieren
Die Texteingabe geschieht auf dem Xperia neo über ein präzise reagierendes, virtuelles QWERTZ-Tastaturfeld, wahlweise mit Unterstützung durch ein intelligentes Wörterbuch, automatische Zeichensetzung oder Rechtscheibkorrektur. Mangels Tasten für das Anrufmanagement gibt es auch zur Eingabe von Telefonnummern ein virtuelles Nummernfeld, welches sich über die Anwahl des Telefon-Icons auf dem Startscreen oder im App-Menü öffnet.
Der 2G-Empfang erwies sich im Test sowohl in O2- als auch in D-Netzen als gut. Stimmen klangen sowohl auf Festnetz-als auch auf Handyseite bei höchster Lautstärkeeinstellung sehr voll und klar, allerdings nicht immer ganz authentisch. Der Näherungssensor des Testgerätes, welcher das Display abschaltet, wenn das Telefon während eines Telefonates ans Ohr gehalten wird, erwies sich als nicht ganz zuverlässig, so dass hin und wieder Menüpunkte ungewollt mit der Wange angewählt wurden.
Fazit
Das Xperia neo entspricht sowohl in der Optik als auch hinsichtlich seiner Verarbeitung voll und ganz dem Sony Ericsson-Formfaktor. Dass vorwiegend Kunststoff verbaut wurde, ist dem smarten Androiden anzusehen – dafür ist das Handy mit 126 Gramm Gewicht noch relativ leicht und liegt dank seiner gewölbten Rückseite gut in der Hand.
Prozessor, Arbeitsspeicher und Gesamtperformance liefern ausreichende Werte für den Alltagsgebrauch und das eine oder andere Game. Sehr schöne Bilder und Videos lassen sich mit der 8.1 Megapixel-Kamera aufnehmen. Als nervig erwies sich der nicht zuverlässig reagierende Näherungssensor im Test. Überzeugen konnte hingegen das gestochen scharfe 3,7 Zoll große Display mit Mobile Bravia Engine.
Insgesamt liefert das Sony Ericsson Xperia neo ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für ein Android-Handy der gehobenen Mittelklasse.
Pro
- gestochen scharfes Display
- Micro-HDMI-Steckplatz
- leistungsfähige 8.1 Megapixel-Kamera
- 8 GB MicroSD-Speicherkarte im Lieferumfang
Contra
- unzuverlässig arbeitender Näherungssensor beim Testgerät
- kein Micro-HDMI-Kabel im Lieferumfang









