Nicht jeder hat einen Goldesel im Stall stehen oder Bedarf an einem Highend-Gerät wie dem Samsung Galaxy S II. Für Genügsame und Leute, die dennoch nicht auf ein Android-Handy verzichten wollen, gibt es günstigere Alternativen, welche mit den wichtigsten Features bestückt sind. Eines davon ist das Samsung Galaxy Mini.
Die wichtigsten Specs des Samsung Galaxy Mini im Überblick:
• Betriebssystem: Android 2.2.1 (Froyo)
• Prozessor: 600 MHz Single-Core
• Display: kapazitiv, 3.14 Zoll, TFT (320 x 240 Pixel), 256.000 Farben
• Arbeitsspeicher: 279 MB
• Interner Speicher: 160 MB
• Speicherkarten: MicroSD (bis 32 GB)
• Kamera: 3,2 Megapixel (2048 x 1536 Pixel)
• Videoaufnahme: 320 x 240 Pixel
• Konnektivität: WiFi 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1
• Netzwerke: UMTS, HSDPA 7,2 MBit/s
• Schnittstellen: 3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB
• Ortung: A-GPS
• Sensoren: Bewegungssensor, Näherungssensor, Helligkeitssensor
• Akku: 1.200 mAh Li-Ion
• Maße: 110 x 61 x 12,1 mm
• Gewicht: 109 g
Derzeit ist das Samsung Galaxy Mini je nach Farbe (weiß, grau, lime-green) ab 132,95 Euro bei Amazon.de (Stand 05.07.2011) zu haben.
Ein Promo-Clip zum Samsung Galaxy Mini:
httpv://www.youtube.com/watch?v=HEBBjMi_K7E
Design und Verarbeitung
Auf den ersten Blick erinnert das Samsung Galaxy Mini an eine kleine, flache Flunder. Die Front wird vom 3,14 Zoll großen kapazitiven Touchscreen mit darüber liegendem Lautsprechergitter beherrscht. Unter dem Display befinden sich mechanische Tasten zur Anwahl der Menü-, und Zurück-Funktion und in deren Mitte ein silberumrandeter Drücker für den Homescreen.
Seitlich ist das Gerät mit einem metallic-grünen Streifen verziert, in welchen auf der linken Außenseite eine Wipptaste zur Lautstärkeregulierung und auf der rechten Seite die Ein/-Aus/-Sperrtaste sowie ein MicroSD-Speicherkartensteckplatz eingebettet sind. Unter einer Plastikabdeckung am oberen Geräterand ist der MicroUSB-Anschluss und daneben eine 3,5 mm Klinkenbuchse zu finden.
Dank seiner geriffelten, an der Unterkante gewölbten Rückseite liegt das 109 Gramm leichte Galaxy Mini sehr gut und sicher in der Hand. Die Rückseite stellt zugleich die Akkuabdeckung dar und lässt sich durch eine kleine Rille an der unteren Kante aus ihrer Verankerung heben. Zum Einlegen der SIM-Karte ist das Entfernen des Akkus nötig, da sich der Steckplatz für die SIM-Karte darunter befindet.
Insgesamt wirkt das Galaxy Mini trotz Kunststoffcover sehr robust und sauber verarbeitet – auch bei festerem Zupacken lässt sich dem Gehäuse kein Knarzen oder Knacken entlocken.
Hardware & Leistung
Nicht wirklich überzeugen konnte im Test das TFT-Display mit seiner niedrigen Auflösung von 320 x 240 Pixel – auch in dieser niedrigen Preisklasse dürfte man mehr erwarten. Dementsprechend grobkörnig fällt die Darstellung aus. Besonders bei der Seitenansicht changieren die Farben stark, und es kommt zur Schattenbildung, was die Ablesbarkeit erschwert. Positiv fällt hingegen die Geschwindigkeit des sensibel reagierenden multitouchfähigen Touchscrees auf. Ein Dreiachsen-Sensor passt die Displaydarstellung beim Drehen des Handys an.
600 Megahertz Single-Core Prozessor
Angetrieben wird das Samsung Galaxy Mini von einem 600 MHz-Prozessor. Eine nachträglich installierte Systemsoftware weist zudem 279 MB RAM aus. Auf den ersten Blick nicht allzu üppige Werte. Dennoch öffnen sich die meisten Anwendungen sehr schnell, und auch die Navigation durch die Menüs läuft flüssig. Sogar das grafisch anspruchsvolle Spiel „Dungeon Defenders“ stemmt der kleine Androide, auch wenn der ein oder andere Ruckler zu verzeichnen ist. Allerdings trübt der niedrig auflösende Display das Spielerlebnis erheblich.
3.2 Megapixel-Kamera
Das Galaxy Mini verfügt über eine 3,2 Megapixel-Kamera ohne Blitz und Autofokus. Die Knipse hat einige nette Features wie Paarbild-, Panorama- oder Smileshot-Funktionen zu bieten. Fotos werden in einer maximalen Auflösung von 2048 x 1536 Pixel und Videoclips mit 320 x 240 Bildpunkten aufgenommen. Fotos weisen ein leichtes Bildrauschen auf und sind eher für gelegentliche Schnappschüsse als für Fotoausdrucke zu gebrauchen. Gelegentliche Unschärfen und Ruckler schleichen sich zudem in die Videoaufnahmen ein.
Zubehör
Im winzig kleinen Zubehörkarton befinden sich neben dem Handy ein Akku, ein MicroUSB-Datenkabel, ein Ladekabel, eine 2GB MicroSD Karte mit SD-Adapter und Kurzanleitungen in verschiedenen Sprachen. Ein Headset wird leider nicht mitgeliefert. Der noch untrainierte 1200 mAh-Akku zeigte im Test Durchhaltevermögen: Nach 40 Stunden Standby mit einer halben Stunde Gesprächszeit, einer Stunde Downloads und Internet, moderater Nutzung von Kamera, MP3-Player und Dauereinsatz von WLAN, wies die Ladestandsanzeige noch 70 Prozent aus.
Software & Alltagstauglichkeit
Das Galaxy Mini kommt werkseitig mit Android 2.2.1 in den Handel. Das Betriebssystem ist mit der Benutzeroberfläche Samsung Touchwiz 3.0 überzogen. Der Startscreen verfügt über eine Pull-Down-Statusbar mit Energiesteuerungsleiste und kann mit Widgets und Programm-Icons bestückt werden.
Mehrseitig präsentiert sich das App-Menü, in dem unter anderem ein Social Hub zur Verwaltung aller Nachrichten-Programme und Social Network-Anwendungen sowie ein Taskmanager zu finden sind. Über einen Datei-Manager lassen sich auf der SD-Karte gespeicherte Dateien verwalten – allerdings werden keine Daten aus dem Telefonspeicher eingelesen.
Google-Apps und mehr
Natürlich fehlen auch Google-typische Anwendungen wie Google Mail, Google Kalender, Google Maps, Google Maps Navigation, Google Talk, Google Suche und Latitude nicht. Ferner gibt es Quickoffice zum Öffnen und Betrachten, nicht aber zum Bearbeiten von Texten, Tabellen, Präsentationen und PDF-Dateien. „News und Wetter“ informiert, wie der Name schon sagt, über Neuigkeiten im Weltgeschehen. Ein Taschenrechner, eine Memofunktion, ein E-Mailprogramm, eine YouTube-App und eine Sprachmemofunktion runden das Softwarepaket ab. Weitere Apps können über den Android Market oder Samsung Apps heruntergeladen werden.
Browser und MP3-Player
Ins Internet gelangt man über WLAN, UMTS, EDGE oder GPRS. Zum Öffnen der Androidapptest-Startseite in mobiler Ansicht benötigte der Webkit-Browser etwa acht Sekunden. Videos werden nicht direkt im Browser, sondern über ein Plugin abgespielt.
Für Musikgenuss unterwegs sorgen MP3-Player und Radio. Zur Klangoptimierung verfügt der Player über einen Equalizer. Musikstücke werden in Interpreten, Alben, Lieder und Wiedergabelisten sortiert. Der Handylautsprecher gibt Musik ausreichend laut wieder, dürfte jedoch gerne über mehr Klangfülle verfügen. Zur Nutzung des UKW-Radios wird ein Headset als Antenne benötigt – dieses befindet sich leider nicht im Lieferumfang.
Datenaustausch via USB und Bluetooth
Nicht nur zur Synchronisation von Kontakten zwischen Handy und PC via USB-Datenkabel, sondern auch zum Austausch von Dateien ist die Installation der Synchronisationssoftware Samsung Kies auf dem Desktop-PC offensichtlich unabdingbar: Im Test ließ sich nämlich sogar die Massenspeicherfunktion des Galaxy Mini erst nach Installation von Kies über die Statusbar aktivieren – die hierfür notwendigen Treiber finden sich im Installationspaket der Synchronisationssoftware. Alternativ können Daten zwischen Handy und PC über Bluetooth 2.1 ausgetauscht werden.
Tippen und Telefonieren
Zur Texteingabe stehen im Hochformat wahlweise ein QWERTZ-, ein 3 x 4 Tastenfeld und zwei verschiedene Handschriftfelder zur Verfügung. Im Querformat geschieht die Texteingabe wahlweise über eine herkömmliche Samsung-Tastatur oder Swype, das die Texteingabe ohne Abheben des Fingers ermöglicht. Swype vervollständigt Wörter automatisch, während mit dem Finger von einem Buchstaben zum anderen gewischt wird.
Mangels Tasten für das Anrufmanagement geschieht die Eingabe und Anwahl von Rufnummern über ein angenehm großes virtuelles Tastenfeld. Sowohl in D- als auch in O2-Netzen zeigte das Galaxy Mini im Test einen guten bis sehr guten Empfang. Die Sprachqualität ist sowohl auf Festnetz- als auch auf Handyseite gut und ausreichend laut für eine Unterhaltung in unruhiger Umgebung.
Fazit
Wer ein sehr robustes, zuverlässiges Android-Handy mit Grundausstattung sucht, das in jede Hosentasche passt, kann beim Samsung Galaxy Mini zugreifen. Während des Tests gab es keinerlei Software-Abstürze und auch ansonsten erwies sich das Gerät frei von Macken. Nicht allzu viel erwarten sollte man von der Darstellung des niedrig auflösenden Displays, und auch in Punkto Kamera hat Samsung bei anderen Handys schon bessere Hardware verbaut.
Nicht allen Nutzern wird schmecken, dass der Datenaustausch zwischen Handy und PC via USB-Datenkabel nur bei installiertem Samsung Kies möglich ist, da sogar der Massenspeicher-Modus erst nach dessen Installation freigegeben wird.
Punkten konnte der Mini-Androide in Sachen Performance: Trotz kleinen Prozessors und Arbeitsspeicher flitzt man zügig durch Menüeinträge oder Galerien, das Starten von Apps funktioniert nahezu verzögerungsfrei.
Pro
- gute Verarbeitung
- flüssige Performance
- stabile Software
- niedriger Preis
Contra
- Synchronisation via USB nur bei installiertem Samsung Kies möglich
- mittelmäßige Kamera
- grobkörnige Displaydarstellung
- kein Headset im Lieferumfang