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Veröffentlicht am Android-Themen · Hardware · Geräte-Tests 5 Min. Lesezeit

Das HTC Desire HD im Test – Außen hui, innen hui

Klar, in Bezug auf das HTC Desire HD macht sich HTC mit dem HTC Sensation genau genommen selbst Konkurrenz. Bitter stößt auch auf, dass das Desire HD für die aktuelle Version von HTCs Bedienoberfläche Sense schon nicht mehr leistungsfähig genug ist – nicht einmal sieben Monate nach dem Marktstart. Dennoch: Auch wenn das Gerät innerhalb der Android-Oberklasse plötzlich nur noch Mittelklasse ist, es lohnt einen Blick.

Die wichtigsten technischen Details zum HTC Desire HD im Überblick:

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  • Betriebssystem: Android 2.2 (Froyo), inkl. HTC Sense 2.0
  • Prozessor: 1 GHz 8255-Snapdragon-Prozessor
  • Arbeitsspeicher: 768 MB RAM
  • interner Speicher: 1,5 GB ROM
  • Abmessungen: 123 x 68 x 11,5 Millimeter
  • Netze: Quadband-GSM, GPRS, EDGE, UMTS, HSPA
  • Display: 4,3 Zoll LCD WVGA Touchscreen (800×480)
  • Schnittstellen: Bluetooth 2.1, A2DP, USB 2.0, 3,5mm-Buchse, WLAN (802.11 b/g/n)
  • Kamera: 8 Megapixel, Autofokus, Doppel-LED-Blitz
  • Speicher: 768 MB-RAM, 1,5 GB ROM
  • Gewicht: 164 Gramm

Hier das offizielle Promo-Video:

Design & Verarbeitung

Schon beim ersten Betrachten fällt auf, wie gut das Desire HD in der Hand liegt. Der aus Aluminium gefräste Unibody des Geräts wirkt robust und extrem wertig. Mit der Power-Taste und der Lautstärkerwippe hat HTC lediglich zwei mechanische Bedienelemente verbaut. Die vier typischen Android-Buttons sind auf der Vorderseite als Sensorfelder angelegt.

Fingerabdrücke stellen dank der leicht angerauten Rückseite nur auf dem Touchscreen ein Problem dar. Positiv fällt außerdem auf, dass die Steckplätze für SIM- und MicroSD-Karte getrennt vom Akku untergebracht sind. So ist ein Wechsel möglich, ohne das Gerät ausschalten zu müssen.

Für Android-Fans mit kleinen Händen könnte allerdings die Größe des Desire HD zum Problem werden. So gut es auch in der Hand liegt, zur Bedienung erfordert es Finger mit verhältnismäßig großer Reichweite. Zudem flößen die Plastikabdeckungen auf der Rückseite nur wenig Vertrauen ein. Zudem erweist sich die Entscheidung, die 3,5 mm Klinkenbuchse für das Headset auf der Unterseite des Geräts zu platzieren, in der Praxis als unpraktisch.

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Display, Prozessor, Kamera

Schon bei den ersten Fingertipps überzeugt das kapazitive Super-LCD-Display mit seinen Reaktionszeiten. Ein Eindruck, der sich während des Tests fortsetzt: Auf alle Eingaben reagiert der 4,3 Zoll große Touchscreen zackig. Dank der üppig bemessenen Größe macht auch das Schauen von Videos viel Spaß. Etwas weniger überzeugt die Farbdarstellung des Displays: Insgesamt wirkt es blasser als Samsungs Super-Amoled- oder Apples Retina-Screens. Die Auflösung beträgt 480×800 Pixel.

Viel Rechenpower zeichnet das Gerät aus: Scrollen, das Öffnen von Apps und Menüs oder Surfen gehen dank des mit 1 GHz getakteten Snapdragon-Prozessors von Qualcomm flüssig und ruckelfrei von der Hand. Flankiert wird der Chip von 768 MB Arbeitsspeicher. Damit spielt das Gerät weiterhin ganz vorne mit: Auch das erst kürzlich erschienene HTC Desire S wartet mit dieser Ausstattung auf.

Die 8 Megapixel-Kamera benötigt nicht einmal zwei Sekunden, bis sie einsatzbereit ist – ein Spitzenwert. Doch hinsichtlich der Fotoqualität vermag die Knippse nicht recht zu überzeugen. Kurz zusammengefasst: Für gute Fotos benötigt sie gute Lichtverhältnisse, auch der LED-Blitz vermag da nicht viel zu retten. Die Bildschärfe ist nicht sensationell und auch die Bilddynamik lässt beizeiten zu wünschen übrig.

Dafür gibt HTC dem User ein paar hübsche Effekte zur Hand, auch Schärfe, Sättigung, Belichtung und Kontrast können mit eigenen Schiebereglern angepasst werden. Videos nimmt das Desire HD mit in HD-Qualität (720p) auf. Leider enttäuscht die Tonqualität der aufgenommenen Videos.

Software, Musik, Alltagstauglichkeit

Beim Betriebssystem greift HTC auf das nicht mehr aktuelle Android 2.2.1 (Froyo) zurück, ein Gingerbread-Update ist aber innerhalb der kommenden Wochen geplant. Googles Betriebssystem hat der Hersteller mit seiner hauseigenen, recht gelungenen Bedienoberfläche HTC Sense überzogen. Damit stehen dem User Features wie der Netzwerk-Hub Friendstream oder die Verwaltung des Handys über die Webseite htcsense.com zur Verfügung. Insgesamt können sieben Homescreens mit Verknüpfungen, Widgets und Ordnern befüllt werden.

Wegen des großen Touchscreens fällt das Tippen von Textnachrichten oder E-Mails schön leicht. Erneut fällt angesichts der Größe des Smartphones allerdings auf, wie vorteilhaft große Hände beim Handling sind. Die Gesprächsqualität ist sehr gut. Das Testgerät benötigt nach dem Einschalten übrigens nicht einmal zehn Sekunden, bis es einsatzbereit ist.

Das Surfen bereitet ebenfalls viel Freude. Der Aufbau der Seiten geht wirklich schnell. Androidapptests.com lud der Mozilla Firefox 4 in nicht einmal zehn Sekunden.

Die Qualität des Musikplayers geht absolut in Ordnung. Sein Sound ist bei Einsatz des mitgelieferten Headsets und ohrfreundlicher Lautstärke kristallklar. Für Streifzüge durch die MP3-Bibliothek bietet der Player eine praktische Coverflow-Ansicht. Integriert wurde zudem ein Direktlink zu Amazon MP3, auch die App findet sich vorinstalliert auf dem Testgerät.

Zur Erzeugung von Raumklang hat das Desire HD Dolby Mobile und SRS an Bord. Viel tragen beide Features allerdings nicht zur Verbesserung der Soundqualität bei. Beim Lautsprecher bleibt HTC leider bei seinen Leisten: Traditionell tun sich HTC-Phones nicht durch deren Qualität hervor. Auch der Speaker des Desire HD führt einem mit viel blechernen Höhen gerade bei höherer Lautstärke die Vorzüge zusätzlicher Miniboxen vor Augen.

Fazit

Seinen Platz in der Smartphone-Elite hat sich das Desire HD durchaus verdient: Seine Verarbeitung ist gut, ebenso Reaktionszeiten des Touchscreens und Performance. Einige Punkte dürfen jedoch nicht verschwiegen werden.

Ambivalent ist die Größe des Geräts: Zwar liegt es gut in der Hand, dürfte Händen mit geringer Spannweite jedoch Probleme bereiten. Die Größe des Displays bringt natürlich jede Menge Komfort beim Surfen mit sich, der ein oder andere dürfte das Desire HD allerdings als zu groß für die Hosentasche empfinden. Negativ fielen die Plastikabdeckungen auf der Rückseite auf. Sie sitzen beim Testgerät zwar fest, schließen jedoch nicht passgenau zum Alu-Body auf. Außerdem wirkt das dünne Plastik recht anfällig.

Die Multimedia-Features des Desire HD überzeugen, allen voran der Player mit der benutzerfreundlichen Coverflow-Ansicht. Die zusätzlichen Raumklang-Features bringen aber keine hörbare Verbesserung das Klangs. Videos und Filme laufen ruckelfrei. Der Lautsprecher auf der Rückseite ist schlecht.

Die Kamera präsentiert sich zwiespältig. Bewegt sich die Qualität der Bilder bei Tageslicht im akzeptablen Rahmen, verschlechtert sie sich mit zunehmender Dämmerung. Ein Kaufargument ist die Fotoausstattung des Desire HD nicht.

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