Das Base Tab gibt es bei BASE zu einem monatlichen Mietpreis von 19 Euro inklusive Internet-Flat. Der Siebenzoller wurde etwas genauer unter die Lupe genommen. Wie es um die technischen Werte des kleinen Androiden steht und was genau es mit der Internet Flat auf sich hat, zeigt der Test.
Die wichtigsten Specs des Base Tab im Überblick:
- Betriebssystem: Android 2.2 (Froyo)
- Prozessor: 600 MHz Qualcomm
- Display: kapazitiv, TFT, 7 Zoll (480 x 800 Pixel)
- Arbeitsspeicher: 512 MB
- Interner Speicher: 200 MB
- Speicherkarten: MicroSD (bis 32 GB)
- Kamera: 3,1 Megapixel (1536 x 2048 Pixel), Autofokus
- Konnektivität: WiFi 802.11 b/g, UMTS, HSDPA 7,2 Mbit/s, Bluetooth 2.1
- Schnittstellen: 3.5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB
- Ortung: A-GPS
- Sensoren: Bewegungssensor, Helligkeitssensor
- Akku: 3400 mAh Li-Ion
- Maße: 192 x 110 x 12,6 mm
- Gewicht: 403
Das offizielle Video vom ZTE V9 3G/WiFi alias Base Tab:
httpv://www.youtube.com/watch?v=eMQSrl2lI4g
Design & Verarbeitung
Das Base Tab wird vom chinesischen Hersteller ZTE gefertigt und ist baugleich mit dem ZTE Light und dem ZTE V9. Optisch wirkt das 192 x 110 x 12,6 Millimeter messende Tablet mit seiner schwarzen Front und glänzend weißen Rückseite eher einfach und schlicht als edel, macht jedoch einen robusten Eindruck, der sich bei festerem Zugreifen bestätigt: Nichts knarzt oder knackt.
Was über dem Display fälschlicherweise für eine Frontkamera gehalten werden könnte, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Lichtsensor. Unter dem Touchscreen befinden sich Sensorfelder mit Homescreen-, Menü- und Zurückfunktion, die durch silberfarbene Symbole gekennzeichnet sind. Im inaktiven Zustand unsichtbar, leuchtet neben der Zurück-Taste bei Benachrichtigungen oder beim Laden des Akkus ein LED-Licht.
Auf der Oberkante des Tablets lassen sich eine 3,5 Millimeter Klinkenbuchse und eine Lautsprecheröffnung ausmachen. Die Ein-/Aus-/Sperrtaste und eine Wipptaste zur Lautstärkeregulierung finden sich auf der rechten Außenseite. An der Unterkante ist neben einer weiteren Lautspecheröffnung der MicroUSB-Anschluss zu sehen. Mit Akku wiegt das Tablet 403 Gramm.
Ein großes Plus des Base Tab offenbart sich gleich bei der ersten Inbetriebnahme: Der Akku kann eigenständig gewechselt werden. Zum Öffnen der Tablet-Rückseite (und zugleich Akkuabdeckung, in die eine Öffnung für die Kameralinse eingelassen ist) dient eine Einkerbung an der Geräte-Unterkante. SIM- und MicroSD-Karte werden in schräg übereinander liegende Slots neben dem Akku gesteckt – hierfür ist die Entnahme der Kraftzelle leider unabdingbar.
Ausstattung
7 Zoll Display
Das sieben Zoll messende multitouchfähige Display stellt 262.144 Farben in einer Auflösung von 480 x 800 Pixel dar. Schon beim ersten Hinschauen wird klar: Brillant geht anders. Die Displaydarstellung wirkt im Vergleich zu höherpreisigen Tablets verhältnismäßig pixelig und blass. Sonne reflektiert auf der glänzenden Oberfläche so stark, dass eine Ablesbarkeit bei direkter Einstrahlung kaum mehr möglich ist. Zum Internetsurfen oder bei einfachen Spielen erfüllt der Screen aber seine Zwecke, Wer jedoch Wert auf eine brillante Darstellung legt, greift besser zu einem Gerät mit höherer Auflösung und Farbbrillanz.
Der kapazitive Touchscreen reagiert präzise, teilweise jedoch etwas verzögert, auf die Fingereingabe, wobei die Eingabeverzögerung eher auf das Konto des langsamen Systems und Prozessors gehen dürfte. Ein Lagesensor passt die Displaydarstellung beim Drehen des Tablets in alle vier Richtungen an. Im Test benötigte er hierfür knapp eine Sekunde.
3,1 Megapixel-Kamera mit Autofokus, ohne Fotoleuchte
Die 3,1 Megapixel-Knipse auf der Rückseite schießt bei optimalen Lichtverhältnissen Fotos mit mittelmäßiger Schnappschussqualität. Die Aufnahmen weisen besonders zu den Bildrändern hin ein leichtes Bildrauschen auf, das bei Landschaftsaufnahmen stärker auffällt als bei der Nahaufnahme. Bei Dämmerlicht oder Dunkelheit aufgenommene Fotos sind mangels Fotoleuchte kaum zu gebrauchen.
Videoaufnahmen wirken auch bei einer Auflösung von 640 x 480 Pixel leicht pixelig. Eine Frontkamera für Videotelefonie wurde nicht verbaut.
Telefonieren
Ein weiteres Plus des Base Tab: Dank GSM-Unterstützung ist das Telefonieren damit möglich und das gar nicht mal so schlecht. Hierzu wird das Tablet nicht etwa wie ein Handy an das Ohr gehalten, denn das Telefonieren erfolgt über die Freisprecheinrichtung, welche die Stimme des Gesprächspartners laut und klar wiedergibt. Beim Gebrauch in lauterer Umgebung empfiehlt sich die Nutzung des mitgelieferten Headsets. Der Empfang des Testgeräts erwies sich im E+-Netz und auch im O2-Netz als sehr gut.
Das Base Tab verfügt über keinen Simlock. Im Test wurde auch eine O2-SIM-Karte ohne Murren angenommen. Allerdings musste hierfür zuvor die werkseitig für die Base-SIM-Karte eingerichtete SIM-Karten-Sperre aufgehoben werden, was sehr einfach über „Einstellungen > Standort & Sicherheit > SIM-Kartensperre festlegen“ möglich ist.
Zusätzlich zur Internet Flat schenkt Base seinen Kunden 30 Telefonminuten und 30 SMS zu Base und E+. Alle übrigen Telefonkosten sind jedoch nicht inklusive.
Internet Flat und Connectivity
Ins Internet ist der Zugang mit dem Base Tab über WLAN oder UMTS möglich. In den monatlichen 19 Euro Mietpreis, bei einer Vertragsdauer von 24 Monaten, ist die Internet Flat inklusive. Diese wird jedoch ab einem Datenverbrauch von 500 Megabyte für den Rest des jeweiligen Abrechnungsmonats von UMTS- auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt.
Inklusive ist auch ein Sorglos-Paket, das unter anderem eine kostenlose Reparatur bei Sturz-, Bruch-, Wasser- und Akku-Schäden sowie ein Leihgerät im Reparaturfall beinhaltet. Bei Vertragsabschluss erhält der Kunde einen 40 Euro Treuegutschein, mit dem das Base Tab am Ende der Vertragslaufzeit vollends erworben werden kann, bei Wunsch, es zu behalten. Andernfalls kann der Kunde das Base Tab zurückgeben und bekommt die 40 Euro in Form einer Rechnungsgutschrift ausgehändigt.
Über Bluetooth 2.1 ist die Kopplung mit anderen bluetoothfähigen Geräten möglich. Zum Versenden von Fotos an Handys oder den PC via Bluetooth muss keine Extrasoftware installiert werden. Bei eingelegter MicroSD-Speicherkarte und Anschluss des USB-Datenkabels wird das Base Tab vom PC als Massenspeicher erkannt. Mit einer MicroSD-Karte kann der 200 Megabyte kleine interne Speicher um bis zu 32 Gigabyte aufgerüstet werden. Eine 16 Gigabyte-Karte steckt bei Auslieferung schon im Kartenslot des Tablets.
Zubehör
Im weißen Zubehörkarton sind neben dem Base Tab ein 3400 mAh Li-Ion Akku, ein MicroUSB-Datenkabel, ein Netzteil mit MicroUSB-Stecker, ein Stereo-Headset, die 16 GB-MicroSD-Karte, eine SIM-Karte in einer Halterung mit Pin-Nummern und eine Kurzanleitung zu finden. Eine ausführliche Bedienungsanleitung befindet sich auf der Speicherkarte.
Froyo & Apps
Android 2.2 Froyo
Auf dem Base Tab läuft das bereits veraltete Android 2.2 (Froyo), welches Base mit einer eigenen Benutzeroberfläche überzogen hat. Der Lockscreen kommt mit einem ziehharmonika-förmigen Slide-to-Unlock-Balken und Status-Icons für verpasste Ereignisse daher.
Der fünfseitige Startscreen präsentiert sich mit der gewohnten Pull-Down-Statusbar sowie einer ovalen Menüleiste mit den wichtigsten Handy-Funktionen. Der Homescreen kann mit Widgets, Verknüpfungen, Ordnern, Hintergründen oder Live Wallpapers bestückt werden. Auch im fortlaufenden App-Menü gibt es eine konstant eingeblendete Menüleiste mit den wichtigsten Funktionen.
Sowohl das Scrollen durch die Startscreenseiten als auch durch das App-Menü oder Listenmenüeinträge erwiesen sich beim Testgerät als ziemlich ruckelige Angelegenheit.
Google Apps und mehr
Neben den herkömmlichen Google Apps wie beispielsweise Google Mail, Kalender oder Kontakte, hat BASE das Tab mit weiteren Anwendungen ausgestattet.
Hierzu gehört unter anderem die ADAC Pannenhilfe, ein Dateimanager, Documents To Go, zum Anzeigen von Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Dateien, ein E-Mail-Programm für IMAP-, POP3- und Exchange-Konten, ein FM Radio, News und Wetter, Gettings, ein Task-Manager und verschiedene Programme zum Hinzubuchen vom BASE Flats, Herunterladen von Klingeltönen, Videos oder Bildern und Top Apps. Weitere Apps können aus dem Android Market heruntergeladen werden.
Browser, Navi, Musik & Texteingabe
Browser
Zum vollständigen Laden der Androidapptests-Startseite in mobiler Ansicht benötigte der Browser des Base Tabe im Test acht Sekunden. Generell baut der Browser Seiten in Mobilansicht recht flott auf.
Nicht ganz so flüssig läuft es bei Webseiten in klassischer Ansicht mit komplexen Seiteninhalten: Diese werden langsam aufgebaut und auch beim Scrollen oder bei Pinch to Zoom-Gesten gibt es den einen oder anderen Hakler. Flash-Inhalte kann das Base Tab aufgrund des verbauten Chipsatzes nicht wiedergeben. Wird ein YouTube-Video innerhalb des Browsers angeklickt, wird der Player über ein Browser-Plugin geöffnet. Alternativ ist die YouTube-App auf dem Tablet vorinstalliert.
Music-Player
Der Music-Player des Base Tab ordnet Musiktitel nach Interpreten, Alben, Titel und Playlists. Beim Abspielen der Titel lässt sich eine Dolby Digital-Unterstützung hinzuschalten, die sich sogar bei der Wiedergabe über die Tablet-Lautsprecher positiv bemerkbar macht. Über diese klingt Musik überraschend voll, klar und laut. Noch besser tönt es über das mitgelieferte Stereo-Headset.
Navigation
Dank GPS-Unterstützung und vorinstalliertem Google Maps Navigation fungiert das Base Tab bei Bedarf als Navi für die sprachgeführte Fußgänger- und Fahrzeugnavigation. Den eigenen Standort ermittelte das Testgerät schnell und punktgenau. Zur sprachgeführten Navigation mussten zunächst die nötigen Text-in-Sprache-Daten kostenlos aus dem Android Market heruntergeladen und installiert werden.
Tastatur
Zur Texteingabe steht die klassische virtuelle Android-QWERTZ-Tastatur zur Verfügung. Diese bietet neben den Buchstaben-Tasten auch Sondertasten zum Umschalten in den Zahlen-, Satzzeichen- und Sonderzeichen-Modus, eine Hochstell-, eine Leer- und eine Lösch-Taste. Je nach Anwendung (Mailprogramm oder Browser) werden zusätzlich eine Komma-, eine .com, eine Enter- oder eine Start-Taste angezeigt. Die Texteingabe geschieht wahlweise mit Unterstützung von automatischer Groß- und Kleinschreibung oder XT9-Funktion.
Prozessor, Arbeitsspeicher & Akku
Der Schwachpunkt des Base Tab liegt im Herzen des Gerätes: Mit seinem 600 MHz Qualcomm Prozessor und 512 Megabyte Arbeitsspeicher ist das Tablet nicht allzu üppig bestückt. Eine nachträglich installierte Systemsoftware weist dem Tablet 420 MB RAM aus.
Die Geiz-Ausstattung schlägt sich in der Performance nieder: Zwar lassen sich Videos flüssig abspielen, allerdings ruckelt es beim Navigieren durch den Startscreen oder Menülisten. Auch beim Öffnen von Anwendungen oder Menüpunkten gibt es deutliche Verzögerungen. Das Android-Game Dungeon Defenders brauchte beispielsweise einige Minuten zum Laden der Eingangssequenz und der Zwischensequenzen, spielen ließ es sich dann jedoch relativ flüssig.
Der 3400 mAh Akku des Base Tab erwies sich im Test als leistungsstark: Bei Nutzung des Tablets mit Standby von WLAN, GPS und teilweise Bluetooth, inklusive moderater Nutzung von Internet, Kamera und Music-Player sowie einer Stunde Downloads und Gaming, hielt er locker zwei Tage durch. Beim Abspielen von Videos musste er nach knapp sechs Stunden wieder an die Steckdose.
Fazit
Das Base Tab präsentierte sich im Test als schlicht, gut verarbeitet und alltagstauglich für Nutzer, die es hauptsächlich zum Versenden oder Abrufen von Mails, Abspielen von Videos oder gelegentliches Surfen im Internet verwenden wollen. Der 600 MHz-Prozessor, das im Verhältnis zu höherpreisigen Tablets niedrig auflösende Display, das veraltete Android 2.2 (Froyo) und die fehlende Flash-Unterstützung setzen dem kleinen Siebenzoller in Punkto Performance und Spaßfaktor aber deutliche Grenzen.
Das Base Tab ist ohne Vertrag für 279 Euro zu haben. Auf den ersten Blick nicht viel Geld für ein Tablet mit UMTS und WiFi-Unterstützung. Jedoch ist für nahezu den gleichen Preis auch schon ein Samsung Galaxy Tab in der WiFi-Variante (allerdings ohne 3G) mit höherer Display-Auflösung und schnellerem Prozessor erhältlich.
Unterm Strich ist die Anschaffung des Base Tab zusammen mit der 19 Euro Internet Flat lohnenswert für Einsteiger mit nicht allzu hohen Ansprüchen an Optik und Performance, die nicht zu viel Geld auf einmal in ein Tablet investieren können oder wollen.
Pro
UMTS und WLAN
Telefoniefunktion
16 GB MicroSD-Speicherkarte im Lieferumfang
Guter Sound
Lange Akkulaufzeit
Contra
Veraltetes Android 2.2 Froyo
Niedrig auflösendes Display
600 MHz Prozessor
Lahme Performance