OK, erst einmal beschleicht einen ein ungutes Gefühl: Mit Call Recorder lassen sich Telefonate mitschneiden? Warum? Zum Nachvollziehen geschäftlicher Telefonkonferenzen oder beim telefonischen Abschluss von Verträgen zum Beispiel.
Funktionsumfang
Aufgenommen werden sowohl eingehende als auch ausgehende Anrufe. Zu Beginn muss die App erst konfiguriert werden. Dafür steht ein offenes Einstellungsmenü zur Verfügung. Standardmäßig zeichnet die App keine Gespräche auf, erst muss festgelegt werden, welche mitgeschnitten werden sollen. Optional ist es möglich, dass die App nur bei bestimmten Nummern tätig wird.
Speicherung auf MicroSD-Karte
Über die Aufnahmestrategie (A oder B ) entscheidet man, ob nur die eigene Stimme oder auch die der Gegenseite aufgenommen werden soll. Beim Testen wurde die eigene Stimme klar und verständlich aufgezeichnet , die der Gegenseite war jedoch immer zu leise. Laut Hersteller variiert die Sprachqualität jedoch von Gerät zu Gerät.
Abgelegt werden die Mitschnitte auf der MicroSD-Karte. In welchem Format die Aufnahmen abgespeichert werden, entscheidet ebenfalls der Nutzer. Die Android-App unterstützt die Formate 3GPP, Mpeg4, AMR und WAV. Zusätzlich gibt es Einstellungen zur Dauer und Größe der der Aufzeichnung.
Nutzung als Diktiergerät
Das Starten der App über einen SMS-Befehl oder das automatische Weiterleiten an eine E-Mail Adresse oder Anwendungen wie Evernote unterstützt Total Recall ebenfalls. Die Anwendung fungiert auch als Diktiergerät, so dass problemlos Sprachnotizen angelegt werden können.
Einen eigenen „Beenden“ Button besitzt die App nicht. Ausstellen kann man sie nur, indem man das Aufzeichnen der Gespräche deaktiviert.
Bedienbarkeit
Mutet die Bedienoberfläche der App zunächst chaotisch an, reichen ein paar Einstellungswechsel zum optischen Aufräumen aus. Die meisten Optionen sind selbsterklärend und stellen den Nutzer schnell vor keine größeren Probleme. Lediglich die Auswahl der Aufnahmestrategie ist misslungen. Was sich hinter der jeweiligen Variante verbirgt, wird nicht erklärt, obwohl ein Hilfsmenü existiert. Erst durch Ausprobieren erfährt man, welche Strategie für welche Aufnahme steht.
Das optische Erscheinungsbild der Android-App kann nach Belieben verändert werden. Auffällig ist, das Total Recall ordentlich am Akku zehrt. Läuft die App im Hintergrund, sinkt die Akkuleistung merklich. In seltenen Fällen stürzt die Anwendung ab, was zur Folge hat, dass die Telefonfunktion nicht mehr flüssig läuft und extrem langsam reagiert. Schnelle Abhilfe schafft hier nur ein Reboot des Gerätes.
Fazit
Alles in allem macht Call Recorder – Total Recall einen soliden Eindruck. Die E-Mail- und Evernote-Anbindung ist sehr angenehm. Auch die diversen Einstellungsoptionen sind umfassend. Abzüge gibt es jedoch für die Sprachqualität bei Aufnahmen der Gegenseite, die mit dem Testgerät viel zu leise ausfiel. Wie egschrieben, variiert sie angeblich von Modell zu Modell. Es empfiehlt sich die Installation der Demo-Version vor dem Kauf der App.
Die möglichen Probleme liegen laut Hersteller eher an Android als an der App. Damit mutiert Call Recorder – Total Recall aber zur Wundertüte für den Nutzer. Bei einer kostenlosen Anwendung ist sowas noch zu verschmerzen, bei einer kostenpflichtigen kann dies in Frust umschlagen. Dass Abstürze des Programms sich negativ auf die Telefonfunktion auswirken ist auch nicht als ideal zu bezeichnen. Großes Plus aber ist die Diktiergerätfunktion. Die Einfachheit und der gute Klang haben vollends überzeugt.
Als Testgerät kam ein HTC Desire zum Einsatz. Call Recorder – Total Recall kostet 5,36 € und kann im Android Market heruntergeladen werden.