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Veröffentlicht am Android-Apps · Deutsche Apps · Kostenlose Apps 3 Min. Lesezeit

Berlin Stadtplandienst

Im Straßengewirr der Hauptstadt den Überblick zu behalten, ist eine Wissenschaft für sich. Zumindest möchte man in Berlin sein Brot ungern als Taxifahrer verdienen müssen: Fast 11.000 Straßen hat der Berliner Stadtplandienst dokumentiert. Drei Kreuze, dass die App über eine gute Suchfunktion im Straßenverzeichnis verfügt und sogar die Sprachsuche unterstützt. Das Problem, einen Papierstadtplan nach der Verwendung wieder richtig zusammenzufalten, hat sich jedenfalls ab sofort offiziell erledigt.

Funktionsumfang

Gleich der Startbildschirm verdeutlicht, worauf die Entwickler ihr Hauptaugenmerk gelegt haben. Der Nutzer wird von einer klassischen Stadtplanansicht empfangen, die der eines analogen Faltplanes eins zu eins nachempfunden wurde. Mit dem Finger kann nun in alle Richtungen navigiert werden – was während des Tests auch verzögerungsfrei gelingt. Um den eigenen Standort herauszufinden, stellt die App eine GPS-Verknüpfung zur Verfügung.

Sieben verschiedene Zoomstufen erleichtern die Orientierung. Die niedrigste zeigt den gesamten Ballungsraum Berlin aus der Vogelperspektive. Je höher im Folgenden die Zoomstufe, desto detaillierter die Ansicht. Sukzessive werden dabei Plandetails eingeblendet, angefangen von wichtigen Gebäuden und U-Bahn-Linien über Sportstätten und Krankenhäusern bis hin zu Polizeistationen und Tankstellen. Die Verwendung gängiger Symbole wie die blau-weißen Icons für Autobahnen oder U-Bahn-Haltepunkte entpuppt sich dabei als gute Hilfestellung.

Negativ fällt allerdings auf, dass die Darstellung des Plans in der höchsten Zoomstufe unscharf zu werden beginnt. Auch das Zoomen via Double-Tap unterstützt die App bislang nicht. Multitouch macht zunächst Mucken, flutscht aber dann in der zweiten Testrunde.

Anders als Google Maps ist die App aber auch offline verwendbar. Um ihren Funktionsumfang jedoch voll nutzen zu können, sind nach der Installation zwei weitere  einmalige Downloads notwendig. Vor der ersten Nutzung des Programms müssen die Plandaten nämlich komplett heruntergeladen werden. Ein zweites Datenpaket wird benötigt, wenn man die so genannten Points Of Interest (POIs) aufrufen möchte. Wer seinen Datentarif nicht unnötig belasten will, führt die Downloads am besten von einem WLAN-Hotspot aus durch.

Ruht der Finger längere Zeit auf dem Display, erscheint ein Pop-up, über das sich die POIs aufrufen lassen. Nach einer Bestätigung stellt die App in einem weiteren Fenster folgende Einzelpunkte zur Wahl:

• Banken
• Café
• Heimwerkermärkte
• Tankstellen
• Parkplätze
• Apotheken
• Post
• Bars & Kneipen
• Restaurant
• Supermarkt
• Taxi
• Wikipedia

Jeder Listenpunkt erhält ein eigenes Symbol, Cafés werden zum Beispiel mit einer stilisierten Kaffeetasse, zur Verfügung stehende Wikipedia-Einträge mit dem bekannten W-Icon markiert. Funktioniert schlicht einwandfrei.

Eine Straßensuche ist natürlich ebenfalls integriert. Sie kann über die Menütaste angewählt und innerhalb der Straßenliste selbstredend auch manuell durchgeführt werden. Angesichts der nicht eben kleinen Menge an Straßen drängt sich das Eingabefeld am oberen Displayrand zur Recherche jedoch geradezu auf. Zusätzlich bietet Berlin Stadtplandienst eine Verknüpfung zur Sprachsuche, mit der sich gesuchte Ziele einfach einsprechen lassen. Praktisch und funktional, die Sprachsuche ist allerdings nur mit aktiver Internetverbindung durchführbar.

Bedienbarkeit

Viel Anlaufzeit braucht man nicht, um sich an die Funktionalitäten der App zu gewöhnen. Im Gegenteil: Sie erweist sich schnell als kompetenter Ratgeber, der sich intuitiv und mit hohem Informationsgewinn bedienen lässt.

Fazit

Besonders mit ihrer Offline-Verfügbarkeit vermochte die App zu punkten. Alle Karten wurden verzögerungsfrei dargestellt und befanden sich auf dem neuesten Stand. Praktisch waren auch die verschiedenen Zoomstufen. Aufgrund der Detailfülle wirkten die Darstellungen in den oberen beiden Stufen nämlich ziemlich voll. Es tat von Zeit zu Zeit gut, via Tap einen Schritt zurückzutreten und eine aufgeräumtere Darstellung zu betrachten.

Zur besseren Orientierung trug außerdem bei, dass zur Markierung von Institutionen oder öffentlichen Einrichtungen allgemein bekannte bzw. schnell erfassbare Symboliken gewählt wurden. Vielleicht könnte man zukünftige Versionen aber um eine scrollbare Legende ergänzen.

An der Kartendarstellung in der höchsten Zoomstufe muss sicherlich auch noch gefeilt werden. Aufgrund ihrer Unschärfe war die Ansicht während des Tests nicht gut zu gebrauchen. Hilfreich wäre es zudem, per Double-Tap stufenlos vergrößern zu können. Aber: Das ist Nörgeln auf echt hohem Niveau.

Als Testgerät kam ein HTC Legend zum Einsatz. Berlin Stadtplandienst kostet 4,99 Euro und kann im Android Market heruntergeladen werden.

Der Stadtplandienst stellt für viele weitere Städte Kartenmaterial bereit, unter anderem für Hamburg, München, Zürich oder Salzburg. Eine Auflistung aller zur Verfügung stehenden Städte findet sich hier.